Glossar Tiernahrung

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Abferkelabteil

Ist im Sauenstall der Bereich, in dem die Sauen ihre Jungen werfen. Es ist so eingerichtet, daß es den Ferkeln wie auch der säugenden Sau gerecht wird. Ein Abferkelabteil besteht je nach Bestandsgröße aus mehreren Abferkelbuchten.

Abferkelbucht

Jedes Abferkelabteil besteht aus mehreren Abferkelbuchten. Sie sind dreigeteilt in einen Aufenthaltsbereich für das Muttertier mit Ferkelschutzgitter, ein Ferkelnest und einen Bereich für die Ferkel. Nach der Geburt bleiben die Sauen mit ihren Ferkeln rund vier Wochen (mindestens jedoch drei Wochen) im Abferkelabteil.

Abferkeln

Siehe Geburt

Abkalbebucht

Tragende Milchkühe (siehe Trächtigkeit) bleiben bis kurz vor der Geburt ihres Kalbes in einem gesonderten Stallabteil. Die meist mit Stroh eingestreute Einzelbox ermöglicht den Tieren alle arttypischen Bewegungen beim Aufstehen und Niederlegen.

Abkalben

Unter Abkalben versteht man die Geburt eines Kalbes.

Abrollnest

In der Volieren- und Bodenhaltung von Legehennen eingesetzt. Die Eier bleiben nicht im Nest liegen, bis sie von Hand eingesammelt werden, sondern rollen auf dem abgeschrägten Boden durch eine Öffnung in einen Auffangbehälter oder auf ein Sammelband. Sie können dann nicht mehr mit den Hühnern und deren Exkrementen in Berührung kommen oder gefressen werden (s. auch "Eierfressen").

Abrufautomat

Siehe Abruf-Fütterung

Abruf-Fütterung

Zur Abruf-Fütterung steht den Tieren ein Futterautomat zur Verfügung, der häufig elektronisch gesteuert wird. Die Tiere tragen ein elektronisches Erkennungsgerät, einen Transponder. Über einen zentralen Rechner, der die Tiere anhand des Transponders erkennt, wird ihnen täglich eine bestimmte Menge Kraftfutter (Ration) zugeteilt. Die Ration kann von den Tieren in beliebig vielen Portionen über den ganzen Tag verteilt abgerufen werden. Jede verzehrte Teilmenge wird durch den Rechner registriert. Mehr als die vorgesehene Tagesration gibt der Computer nicht frei.

Absetzen

Die Jungtiere werden von der Mutter getrennt (abgesetzt); Ferkel werden danach z. B. in Gruppen aufgezogen.

Abdrift

Das unerwünschte Verwehen von Spritzflüssigkeit beim Ausbringen von Pflanzenschutz- oder flüssigen Düngemitteln über das Feld hinaus. Die Stärke der Abdrift ist abhängig von der Tröpfchengröße der Spritzlösung und von der Windstärke.

Ackerbau

Gezielter Anbau von Feldfrüchten als Nahrungs- und Futtermittel oder als Rohstoffe. Unter dem Begriff Ackerbau werden im weitesten Sinne alle Verfahren und Techniken des Pflanzenbaus zusammengefaßt (siehe auch Boden, Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflanzenernährung bzw. Düngung, Pflanzenschutz, Ernte u. a.)

Ackerbohnen

Gehören zu den Hülsenfrüchten (Körnerleguminosen): * die Körner ("Bohnen") lassen sich mit dem Mähdrescher ernten; sie sind sehr reich an Eiweiß (etwa 30 Prozent) und damit ein ideales Viehfutter; * oft werden auch die ganzen Pflanzen, nicht nur die Samen (Bohnen) geerntet und zu Silage verarbeitet; * sie binden Stickstoff aus der Luft und führen diesen wichtigen Pflanzennährstoff dem Boden und damit der Nachfrucht zu und zwar mehr, als sie selbst verbrauchen. Sie sind daher ein natürlicher Stickstoffdünger (s. Stickstoffdüngung) * ihr Anbau innerhalb einer Fruchtfolge fördert das Bodenleben; sie sind daher auch hervorragende Vorfrüchte für Getreide oder für Kartoffeln (nicht jedoch für andere Leguminosen, weil dann Schädlinge und Krankheiten stark zunehmen können).

Ackerflächen

Dazu zählen sämtliche Flächen, die regelmäßig bearbeitet und mit Feldfrüchten bestellt werden und auch solche, die über ein oder mehrere Jahre ungenutzt bleiben (siehe auch Flächenstillegung).

Ackerrandstreifen

Extensiv oder nicht genutzte Streifen entlang von Ackerflächen, die speziell für den Natur- und Artenschutz angelegt werden. Ackerrandstreifen werden nicht gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Sie dienen als Lebensraum, Wanderungskorridor und Rückzugsgebiet für verschiedene Tier und Pflanzenarten.

Ackerzahl

Ist ein Bewertungsmaßstab für die Qualität eines Ackers. Sie liegt zwischen 10 (schlecht) und 100 (sehr gut), wobei die Ackerzahl 50 etwa halb so viel Ertrag erwarten läßt wie ein Standort mit der Ackerzahl 100. Im Gegensatz zur Bodenzahl (die nur die Qualität des Bodens bewertet) berücksichtigt die Ackerzahl zusätzlich die jeweiligen Klima und Geländeverhältnisse, die den Ertrag der Pflanzen stark beeinflussen können.

ADI-Wert

Ein nach toxikologischen Gesichtspunkten festgelegter Grenzwert, "acceptable daily intake" = duldbare tägliche Aufnahme. Gemeint ist die Höchstdosis eines unerwünschten oder Schadstoffes (z. B. Pflanzenschutzmittel-Rückstand) in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, die für den Menschen ohne Einfluß bleibt, selbst wenn er sie sein Leben lang täglich aufnehmen würde. Der ADI-Wert wird z. B. bei der Festsetzung von Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände nach der Ernte von Nahrungspflanzen (z. B. Getreide) berücksichtigt.

Ad libitum-Fütterung

Fütterung "zur freien Verfügung", das heißt, die Tiere können so viel fressen wie sie mögen (auch: Sattfütterung).

AGF

Siehe Aktionsgemeinschaft Deutsches Fleisch

Aggressivität bei Hennen

Ist ein großes Problem in der Legehennenhaltung. Dies äußert sich in Attacken gegen Herdenmitglieder und reicht vom Federpicken bis hin zum Kannibalismus.

Agrarfonds

Kurzbezeichnung für den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft, EAGFL. Er ist ein Teil des EU-Haushalts und dient zur Finanzierung der EU-Agrarpolitik. Damit werden zum Beispiel Landwirte in benachteiligten Gebieten unterstützt (siehe Ausgleichszulage), die landwirtschaftlichen Produktions- und Absatzbedingungen in der EU verbessert und vor allem die Preise für EU-Agrarprodukte gestützt. Andernfalls würden die stark schwankenden Weltmarktpreise etwa für Milch, Getreide oder Fleisch und die außereuropäische Konkurrenz die Existenz vieler Bauern gefährden. Es gibt Bestrebungen in der EU, die dazu nötigen Finanzmittel weiter zu reduzieren (siehe Agrarreform).

Agrarreform

Die europäische Agrarpolitik verfügt jedes Jahr über erhebliche Finanzmittel (siehe Agrarfonds). Um die Versorgung der Bevölkerung auch in schlechten Erntejahren zu sichern, produziert die Landwirtschaft mehr Nahrungsmittel, als üblicherweise in Europa vermarktet werden können. Die Überschüsse werden zu den sogenannten Interventionspreisen abgenommen. Diese liegen über den Weltmarktpreisen, zu denen in Europa nicht produziert werden kann. Derzeit gibt es Bestrebungen, die Interventionspreise zu senken und durch Ausgleichszahlungen zu ersetzen. Jeder Landwirt kann diese Ausgleichszahlungen beantragen, die aber an bestimmte Auflagen gebunden sind. Außerdem wurden für einzelne Produkte Höchstmengen pro Landwirt festgelegt (Kontingente). Die zugrunde liegenden agrarpolitischen EU-Beschlüsse (im Frühjahr 1992 verabschiedet) sind Bestandteil der EU-Agrarreform. Sie wird durch flankierende Maßnahmen unterstützt, etwa eine Vorruhestandsregelung für Landwirte, Flächenstillegungen, Hilfen für die Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen und für besonders umweltschonende Produktionsverfahren.

AHL

Ist eine Ammonium-Harnstoff-Lösung, die zur Düngung mit Stickstoff in Form wasserlöslicher Nährstoffe eingesetzt wird. Die ausgewogene Zusammensetzung wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus.

Ähren

Ähren sind Blütenstände von Gräsern.

Akarizide

Akarizide sind Pflanzenschutzmittel, die speziell gegen Milben wirken.

Aktionsgemeinschaft Deutsches Fleisch

Wurde im Juli 1994 in Bonn gegründet. Sie ist ein Zusammenschluß von Verbänden und Unternehmen der deutschen Land- und Fleischwirtschaft, sowie deren vor- und nachgelagerten Organisationen. Alle Bereiche der Erzeugung und Vermarktung sind vertreten. Die AGF hat sich zum Ziel gesetzt, die Marktposition der deutschen Veredlungs- und Fleischwirtschaft zu stärken, ein positives Image für moderne Tierhaltung und von Fleisch aus deutscher Erzeugung zu fördern sowie das Vertrauen der Verbraucher zu sichern. Anfang 2000 haben die FIP und AGF gemeinsam die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft gegründet.

Akkumulierung

siehe unter Anreicherung.

Alleinfutter

Alleinfutter ist ein Futtermittel, das mit Ausnahme von Wasser alle täglich vom Tier benötigten Nähr-, Mineral- und Wirkstoffe enthält und als alleiniges Futtermittel eingesetzt werden kann.

Alleinfutter für Geflügel

Futtermittel, die die Tiere in Abhängigkeit von Art, Alter und Nutzungsrichtung mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen. Für Legehennen muß darauf geachtet werden, daß genügend Calcium für die Eischalenbildung sowie genügend Protein (Eiweiß) für die Inhaltsstoffe enthalten ist. Masthähnchen brauchen viel Protein, um schnell Muskelfleisch anzusetzen. Alleinfutter sind Mischfutter, die aus verschiedenen Komponenten zusammengemischt werden, und hinsichtlich der Nährstoffzusammensetzung genau den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Bestandteile des Hühnerfutters sind hauptsächlich Mais, Weizen und Sojaextraktionsschrot. Die Futtermittel unterliegen dem strengen deutschen Futtermittelrecht.

Aminosäuren

Bausteine der Proteine (Eiweiße). In den Proteinen kommen 20 verschiedene Aminosäuren vor. Jedes Protein ist gekennzeichnet durch die Anzahl und die Art seiner enthaltenen Aminosäuren und deren Reihenfolge.

Ammoniak

Eine unter hohem Druck flüssige, ansonsten gasförmige Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung (NH3); wasserlöslich, farblos, unangenehm stechend riechend. Es entsteht zum Beispiel bei der Zersetzung stickstoffhaltiger organischer Masse (Gülle, Jauche, Mist), typischer Stallgeruch (bei schlechter Lüftung).

Anbaufläche

Die tatsächlich für die Bewirtschaftung zur Verfügung stehende Fläche eines Betriebes, also abzüglich aller bebauten Flächen, Wege, Hecken, usw.

Anbindehaltung

Die Tiere sind im Stall ständig angebunden. Futteraufnahme, Liegen, Entmisten und Melken sind auf einen begrenzten Raum konzentriert. In der Schweinehaltung verboten.

Anbindestall

Siehe Anbindehaltung

Anfälligkeit gegen Krankheiten

Darunter versteht man die Eigenschaft einer Pflanze, der Wirkung eines Erregers (Virus, Bakterium, Pilz) oder eines Schädlings (Insekt, Milbe, Fadenwurm usw.) nicht oder nur unzureichend zu widerstehen; Gegenteil Resistenz. Siehe auch Pflanzenschutz.

Anreicherung von Schadstoffen

Wird ein Pflanzenschutzmittel wiederholt ausgebracht und im Boden sind noch Rückstände von vorhergehenden Anwendungen vorhanden, dann reichern sich diese Rückstände an. Heute nutzt man als Pflanzenschutzmittel daher nur Stoffe, die so kurzlebig sind und so schnell durch Luft, Sonne oder Regen abgebaut werden, daß keine Anreicherung stattfindet.

Anrüsten

Vorbereitung der Kuh auf das Melken: Dazu wird das Euter mit beiden Händen massiert, damit "die Milch einschießt", d. h. das Euter straff mit Milch gefüllt ist.

Antibiotika

Stoffwechselprodukte von Pilzen, bestimmten Mikroorganismen oder ähnliche Substanzen, die in geringer Konzentration das Wachstum von unerwünschten Mikroorganismen hemmen oder diese abtöten sollen. Sollte es trotz umfassender Hygiene und Vorsorgemaßnahmen zu Erkrankungen der Tiere kommen, wird der Tierarzt hinzugezogen, der über den Einsatz von Medikamenten, z. B. Antibiotika, entscheidet. Alle Medikamente unterliegen dem Arzneimittelrecht. Zum Schutz der Verbraucher sind vor der Schlachtung oder der Ablieferung der Milch Wartezeiten bei behandelten Tieren einzuhalten.

Antikörper

Werden vom Organismus gebildet. Sie sind körpereigene Abwehrstoffe gegen körperfremde Stoffe, z. B. bestimmte Infektionserreger. Der Körper erwirbt durch die Bildung von Antikörpern gegen spezielle Erreger eine erhöhte Widerstandskraft.

Anwenderschutz

Personen, die mit Pflanzenschutzmitteln umgehen, müssen sich bei der Anwendung vor möglichen Gesundheitsgefahren schützen. Daher sollte beim Umgang mit den unverdünnten Präparaten Schutzkleidung einschließlich Handschuhen getragen werden, auch wenn die Mittel in keine Gefährdungsklasse eingestuft sind. Bei Pflanzenschutzmitteln, die als giftig, gesundheitsschädlich, ätzend oder reizend gekennzeichnet sind, müssen zusätzlich Schutzmaßnahmen beachtet werden, die in der Gebrauchsanleitung vorgeschrieben sind.

Applikation

Anderes Wort für die Verabreichung eines Arzneimittels oder die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels.

Arbeitskleidung

Robuste Bekleidung, die der Arbeit in Feld und Stall angemessen ist und gleichzeitig Schutz vor Verletzungen bietet (z. B. Stahlkappen in den Arbeitsschuhen, keine lockeren Kleidungsstücke, die sich in Maschinen verfangen könnten etc.).

Art

Zu einer Art gehören jeweils die Organismen, die sich miteinander kreuzen lassen und fortpflanzungsfähige Nachkommen haben.

Artenvielfalt

Darunter versteht man die Zahl der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in begrenzten Arealen, die auch als Ökosystem bezeichnet werden. Die Artenvielfalt hängt davon ab, wie vielgestaltig das Ökosystem ist, d. h. wie viele unterschiedliche Kleinlebensräume es bietet. Die Artenzahl allein sagt jedoch wenig über Stabilität oder Belastbarkeit eines Ökosystems aus. Aus einem Vergleich der Artenzahlen ähnlicher Standorte oder an einem Standort im Zeitablauf können Informationen über Entwicklungen und Einflußfaktoren abgeleitet werden.

Artgerecht

Jede Tierart hat spezifische Ansprüche an ihre Umwelt z. B. an Nahrung, Luft, Wasser, Temperatur, Licht usw. Einfachste Abgrenzung: Artgerechte Haltung bedeutet, daß ein Tier mit allem versorgt wird, das zur Befriedigung der lebenswichtigen Bedürfnisse notwendig ist. Darüber hinaus gibt es aber auch Ansprüche, die zum Wohlbefinden beitragen z. B. das Scharren der Hühner oder das Wühlen der Schweine. Bislang fehlen Kriterien, diese Ansprüche meßbar zu machen. Nicht alles, was der Mensch subjektiv als notwendig betrachtet, braucht ein Tier wirklich, um artgerecht gehalten zu werden. Innerhalb einer Art haben Tiere individuelle Ansprüche, wie beispielsweise Hochlandrinder im Vergleich zu Milchkühen.

Assimilation

Überführung organismusfremder in organismuseigene Substanzen, insbesondere bei der Photosynthese.

Auflaufen (Getreide)

Unter Auflaufen versteht man ein bestimmtes Entwicklungsstadium beim Feldfrüchte, nämlich das Durchstoßen des Keimlings durch die Bodenoberfläche.

Aufwandmenge (Pflanzenschutz)

Ist die zur Bekämpfung von Schadorganismen, Pflanzenkrankheiten oder Unkräutern notwendige Menge eines Pflanzenschutzmittels pro Fläche, pro Raumeinheit (z. B. im Gewächshaus) oder pro Saatgutmenge (z. B. bei der Beizung), um den gewünschten Schutz ohne nachteilige Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu erreichen.

Aufzucht

Haltung und Fütterung von Jungtieren (z. B. Ferkeln, Legehennen oder Kälbern). Diese Phase dauert bei Ferkeln von der Geburt bis zu einem Lebendgewicht von ca. 25 kg etwa 6 Wochen, bei Legehennen ca. 20 Wochen bis Beginn der Legereife, bei Rindern etwa 6 Monate bis 125 kg.

Ausgestaltungselemente

Sitzstange, Sandbad etc. Mit Ausgestaltungselementen versuchen die Verhaltensforscher derzeit die Bedingungen für Legehennen in Käfigen zu verbessern. Denn nach wie vor ist die Käfighaltung die wirtschaftlichste und vor allem hygienischste Form der Legehennenhaltung. Diese ausgestalteten Systeme sind noch sehr stark in der Entwicklung begriffen.

Ausgleichszahlungen

Ausgleich für die in drei Stufen erfolgte Senkung der staatlich festgesetzten Stützungspreise (z. B. Interventionspreise). Die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU führte ab dem Wirtschaftsjahr 1993/94 zu deutlichen Senkungen der Agrarpreise und Anpassungen an das Niveau auf dem Weltmarkt. Dafür erhielten die Landwirte auf Antrag flächenbezogene Ausgleichszahlungen für die gesamte mit Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen und Öllein bestellte Fläche oder Teile davon.

Ausgleichszulage

Der Staat zahlt unter bestimmten Umständen finanzielle Beihilfen an landwirtschaftliche Betriebe, um deren Existenz zu sichern. Solche Ausgleichszulagen gibt es zum Beispiel in Gebieten, die durch Boden oder Klima benachteiligt sind. Die Zulage trägt vor allem zur Stabilisierung der Einkommenssituation in kleineren und mittleren Betrieben bei, die somit das typische, in Jahrhunderten gewachsene Landschaftsbild erhalten können.

Auslaufhaltung intensiv

In der Auslaufhaltung können die Legehennen tagsüber eine Auslauffläche im Freien aufsuchen. Die den Tieren zur Verfügung stehende Auslauffläche ist bei "Eiern aus Auslaufhaltung" in den Vermarktungsnormen derzeit auf 2,5 m/Tier festgelegt. Bei Einbruch der Dunkelheit oder schlechtem Wetter können sich die Hennen jederzeit in ein Stallgebäude zurückziehen, das dem der Bodenhaltung bzw. der Volierenhaltung entspricht. Vorteile: Durch die Bewegung haben die Tiere feste Flügel und Beinknochen, normalen Krallenabrieb und weniger Zehen und Krallenveränderungen. Die meisten Verhaltensweisen sind uneingeschränkt möglich. Nachteile: Der Kontakt mit dem Kot erhöht das Risiko eines Befalls mit Darmparasiten (Kokzidien, Würmern). Bei Holz als Baumaterial, alten Gebäuden oder verwinkelter Bauweise nisten sich häufig Milben ein. Insgesamt sind die Tiere höheren Belastungen durch Krankheitserreger ausgesetzt. Dadurch benötigt man häufig mehr Medikamente. Die größten Tierverluste entstehen durch Raubwild (Bussard, Fuchs). Der Auslauf ist schwierig zu reinigen und so gut wie nicht zu desinfizieren. Der Kot wird in den Boden eingewaschen und sorgt für Keim- und Parasitenbesiedlung, Überdüngung und Schadstoffeintrag ins Grundwasser. Die Haltung in größeren Gruppen führt zu vermehrten sozialen Auseinandersetzungen, Federpicken und Kannibalismus, Eier werden verlegt. Es wird sehr viel Zeit zur Tierkontrolle benötigt. Da keine speziellen Lichtprogramme gefahren werden können, wenn die Tiere im Auslauf sind, schwankt die Legeleistung stärker als bei reiner Stallhaltung. Die Eier sind häufig mit Kot verschmutzt und damit stärker mit Bakterien besiedelt.

Aussaat

Ausbringen des Saatgutes in den Boden. Das geschieht mit Hilfe spezieller Sämaschinen, damit das Saatgut in der richtigen Menge und in die jeweils richtige Bodentiefe gelangt. Man unterscheidet verschiedene Saatverfahren: * Drillsaat, das häufigste Verfahren: Kornablage in schmalen Saatfurchen in Reihen * Bandsaat: Ablage des Saatguts in Bändern von etwa 3 bis 8 cm Breite im Abstand von 10 bis 12 cm * Breitsaat: breitflächige Kornablage, also nicht in Reihen * Einzelkornsaat: Saat mit exakter Einhaltung der gleichen Kornabstände in der Reihe und zwischen den Reihen. Bringt gegenüber den anderen Verfahren höhere Erträge, aber die dafür nötigen Maschinen sind sehr teuer. Vor allem im Mais und Rübenbau gebräuchlich.

Außenklimastall

Ungedämmtes, scheunenartiges Gebäude mit großem Luftvolumen und stetigem Luftaustausch, mit ähnlichen Temperaturen wie außerhalb des Stalles. Ein regenabhaltendes, schattenspendendes Dach und Wände, die Windschutz gewähren, sind ausreichend.

Auswaschung

Verlagerung von Stoffen, z. B. Pflanzennährstoffen oder Pflanzenschutzmitteln aus den oberen, von den Pflanzen durchwurzelten Bodenschichten in den Unterboden und das Grundwasser.

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Bakterizid

(als Adjektiv): Bakterienabtötend

Bankiva Huhn

Urahn der heutigen Haushühner, stammt aus Asien. Dort kommt es zum Teil heute noch frei lebend vor.

Batteriehaltung

Auch Käfighaltung: Haltung von Legehennen in kleinen Gruppen in speziellen Käfigen. In der Batteriehaltung sind mehrere Etagen übereinander angeordnet, um die Stallfläche optimal auszunutzen. Mindestanforderungen für die Tiere: Je Henne: 450 cm Käfigfläche bei einem Gewicht unter 2 kg, darüber 550 cm, Troglängen 10 cm, Tränketrog 10 cm oder 2 Nippeltränken bzw. 2 Trinknäpfe je Käfig (46 Hennen). Der Käfig muß 40 cm hoch sein (über 65 % der Fläche, die restlichen 35 % der Fläche dürfen nicht unter 35 cm hoch sein). Das Bodengefälle darf nicht mehr als 14 % sein. Die Maschen eines Gitterbodens dürfen nicht zu weit sein, so daß drei Zehen sicher auf dem Boden aufsetzen können Vorteile: Die Stallfläche wird optimal ausgenutzt, kleine Gruppen von Hennen sind meist weniger aggressiv, die Eier rollen nach dem Legen in die dafür vorgesehene Auffangvorrichtung, so daß sie nicht mehr mit dem Kot in Berührung kommen. Käfigeier sind im Vergleich zu anderen Haltungsformen weniger bakteriell belastet. Der Arbeitsaufwand je Tier ist für die Betreuer gering. Nachteile: Die Tiere können bestimmte angeborene Verhaltensweisen nicht ausführen. Durch das Stehen auf Gitterrosten werden die Krallen nicht ausreichend abgenutzt.

BBA

Abkürzung für die Biologische Bundesanstalt für Land und Forstwirtschaft, Berlin und Braunschweig. Sie ist die Bundesoberbehörde für den Pflanzenschutz und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die BBA ist für die Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig. Zur Bewertung der Umwelt und Gesundheitsfragen wird auch das Einvernehmen des Umweltbundesamtes (UBA) bzw. des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV; früher Bundesgesundheitsamt) eingeholt. Die BBA forscht außerdem selbst auf den Gebieten Anwendersicherheit, Umweltschutz und Biologische Schädlingsbekämpfung.

Bedarf

Pflanzen: z. B. Art der Nährstoffe, Nährstoffmengen, Wasser oder Kohlendioxid, die Pflanzen für das Wachstum benötigen und um ihr Ertragspotential auszuschöpfen. Tiere: Lebens-, Fütterungs- und Haltungsbedingungen, die den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Bei der Fütterung z. B. werden der Erhaltungsbedarf an Nahrung, um den Körper und die Lebensfunktionen zu erhalten, und der Leistungsbedarf, z. B. für Fleisch, Milch, Eier, unterschieden.

Befiederung

Prozeß der Federentwicklung beim Vogel, also auch beim Huhn. Die Küken besitzen beim Schlüpfen einen weichen Flaum. Beginn und Dauer der Befiederung ist abhängig von Rasse und Wachstumsintensität. Legehennen verlieren ihren Kükenflaum ab der 12. bis 16. Lebenswoche. Masthähnchen, die schneller wachsen und intensiver gefüttert werden, haben bereits nach 6 bis 7 Wochen ihr volles Federkleid. Die Befiederung hat bei Masthähnchen einen entscheidenden Einfluß auf den Schlachtzeitpunkt: Die Schlachtung sollte erfolgen, bevor das Gefieder voll entwickelt ist, weil sich die Federn sonst nur schwer rupfen lassen.

Beikraut

Auch Unkraut: Pflanzen, die mit den angebauten Kulturpflanzen in Konkurrenz um die Hauptwachstumsfaktoren (Nährstoffe, Standort, Wasser, Licht) treten.

Beizen

Aufbringen von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in fester oder flüssiger Form auf Saat oder Pflanzgut; zumeist Fungizide, Mittel gegen Pilzerkrankungen, schützen die besonders empfindlichen aufkeimenden Pflanzen (siehe auch Pillierung).

Beizung

Siehe Beizen

Belegen

Ein weibliches Tier befruchten lassen durch Natursprung (Deckakt) oder künstliche Besamung.

Beleuchtungsprogramme

Die Steuerung des Wachstums und des Zeitpunkts der Legereife erfolgt über die Fütterung und das Licht. Hühner reagieren sehr empfindlich auf Änderungen der Tageslichtdauer. Entscheidend ist weniger die Lichtintensität und Wellenlänge als vielmehr der Hell-Dunkel-Wechsel. Bei der Legehenne ist die Voraussetzung für eine gute Legeleistung eine Tageslichtdauer von mindestens 14 Stunden. Unterbrechungen der Tageslänge durch Dunkelperioden werden jedoch von den Hennen ohne Leistungseinbruch akzeptiert.

Beratung

Betrifft alle Bereiche der landwirtschaftlichen Produktion, um sie wettbewerbsfähig und umweltschonend unter Berücksichtigung der gültigen Gesetze und Verordnungen zu gestalten und Förderrichtlinien zu nutzen. Beratungsbereiche sind z. B. Anbau und Stalltechnik, Pflanzenbau und Tierhaltung mit Spezialbereichen wie Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Boden und Wasserschutz, Tierernährung und Fütterung, Hygiene, Tierzucht u.v.a.m. Beratende Stellen sind: Landwirtschaftskammern, Pflanzenschutzdienste, Beratungsringe etc.

Beregnung

Verregnen von Wasser aus Brunnen oder Wasserläufen in niederschlagsarmen Gebieten, auf Böden mit geringem Wasserspeichervermögen oder in langen Trockenphasen während des Wachstums der Kulturpflanzen (zur Ertragssicherung oder Steigerung).

Besamen

Siehe unter belegen

Besamung

Siehe künstliche Besamung.

Besatzdichte

Beschreibt die Menge der Tiere je Flächeneinheit und ist z. B. bei Hühnern oder Schweinen durch entsprechende Gesetze geregelt. Meistens wird sie in kg/m oder Tiere je m ausgedrückt.

Bestand

In der pflanzlichen Produktion die auf einem Feld angebauten Nutzpflanzen. In der tierischen Produktion die in einem landwirtschaftlichen Betrieb gehaltenen Nutztiere (z. B. Schweine- oder Rinderbestand).

Bestandesdichte

Anzahl der Pflanzen auf einer Fläche, z. B. bei Getreide die Zahl der ährentragenden Halme oder bei Zuckerrüben die Zahl der Einzelpflanzen pro Quadratmeter oder Hektar. Bei einem zu dichten Bestand behindern sich die Pflanzen gegenseitig (kleinere Ähren oder Früchte) und Krankheiten können sich leichter ausbreiten. Eine zu geringe Dichte vermindert ebenfalls den Ertrag und fördert zudem das Wachstum von Unkräutern.

Bestandesführung

Begriff aus dem Pflanzenbau, der alle Maßnahmen von der Aussaat bis zur Ernte umfaßt. Dazu gehören z. B. die richtige Saatstärke (vgl. Bestandesdichte), Düngung, Pflanzenschutzverfahren usw.

Bestäubung

Übertragung von Blütenstaub (Pollen) von männlichen auf weibliche Blütenteile. Nach der Befruchtung bilden sich Früchte und Samen. In der Regel sorgen Insekten oder der Wind für die Verbreitung der Pollen.

Bestellung

Alle Arbeiten auf einem Acker, mit denen der Boden für die nächste Aussaat vorbereitet wird (z. B. Pflügen, Grubbern, Eggen, Walzen) sowie die Aussaat selbst.

Bestockung (Getreide)

Siehe Entwicklungsstadien

Betarüben

Botanischer Oberbegriff für Rüben, wie Futter und Zuckerrüben sowie, Rote Rüben und Mangold, im Gegensatz zu Brassica-Rüben (vor allem Kohlrüben = Steckrüben) und Mohrrüben (Karotten, Möhren).

Betriebseinkommen

Maß für den Produktionserfolg eines landwirtschaftlichen Betriebes. Es entspricht dem finanziellen Wert der landwirtschaftlichen Produktion nach Abzug der Vorleistungen (z. B. Kraftstoff, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Maschinen oder auch Futtermittel).

Betriebserfolg

Steht im direkten Zusammenhang mit dem Betriebseinkommen. Darüber hinaus wird damit jedoch auch die Qualität der erzeugten Produkte, die Gesundheit von Pflanzen und Tieren sowie der Schutz der Umwelt und damit die Qualität der gesamten landwirtschaftlichen Produktion eines Betriebes charakterisiert.

Betriebsergebnis

Ergibt sich aus der Summe aller Verkaufserlöse abzüglich aller Aufwendungen (= Kosten) eines Jahres. Es stellt den Gewinn dar (siehe auch Betriebseinkommen).

Betriebsformen

Landwirtschaftliche Betriebe werden in verschiedene Betriebsformen eingeteilt: * Marktfruchtbetriebe müssen mehr als 50% des Standard-Deckungsbeitrages aus Marktfrüchten (Getreide, Zuckerrüben) erwirtschaften. * Futterbaubetriebe: Hier kommt mehr als 50 % aus dem Anbau von Futterpflanzen, etwa für Milchviehhaltung und Rindermast. * Veredlungsbetriebe erwirtschaften mehr als 50% aus der Veredlung, d. h. aus der Umwandlung von pflanzlichen Produkten in höherwertige tierische Produkte, etwa durch Schweinemast oder Geflügelhaltung. * Dauerkulturbetriebe: Hier entstammt mehr als die Hälfte aus Dauerkulturen (Obst, Wein, Hopfen). * Gemischtbetriebe: Bei ihnen dürfen weder die Marktfrüchte noch die anderen genannten Betriebsformen mehr als 50 % des Standard Deckungsbeitrags erbringen.

Betriebsmittel

Zur Erzeugung von Agrarprodukten setzen die landwirtschaftlichen Betriebe eine ganze Reihe von Betriebsmitteln (Vorleistungen) ein, die zugekauft werden, oder aus der eigenen Erzeugung stammen und mit ihrem Wert als Kosten eingesetzt werden (siehe auch Betriebseinkommen). Dazu zählen Handelsdünger, Futtermittel, Saatgut, Nutz- und Zuchtvieh, Pflanzenschutzmittel, Treib- und Brennstoffe, Maschinen und Wirtschaftsgebäude.

Betriebsspiegel

Darunter versteht man eine knappe Zusammenstellung von betrieblichen Daten, wie geographische Lage, klimatische Eckdaten, Bodenart und Bodennutzung, Viehbestand, Maschinenpark, Arbeitskräfte und Vermarktung.

Betriebszweige

Ein landwirtschaftlicher Betrieb erwirtschaftet sein Einkommen aus mehreren Betriebszweigen, z. B.: Milchviehhaltung, Ackerbau, Schweinehaltung oder Direktvermarktung.

Bewässerung

Unter Bewässerung (siehe auch Beregnung) versteht man die künstliche Wasserzufuhr zu Nutzpflanzen, um die Wasserversorgung durch Niederschläge und natürliche Grundwasserspeisung zu ergänzen bzw. zeitweise zu ersetzen. Damit können im Wasser suspendierte und gelöste Nährstoffe auf die Flächen ausgebracht werden. Einen Sonderfall stellt die Frostschutzberegnung beim Anbau von Dauerkulturen dar.

Beweidung

Beweidung ist die Nutzung von Grünland durch das Vieh selbst. Die Tiere werden je nach Rasse und Klimabedingungen teilweise oder ganzjährig auf der Weide gehalten und fressen dort den Aufwuchs. Bei der Wiesennutzung wird der Aufwuchs gemäht und als Heu oder Grassilage für die Winter- und Stallfütterung konserviert.

Bewirtschaftung

Unter Bewirtschaftung versteht man die Summe aller Tätigkeiten, die der Landwirt auf seinem Betrieb ausübt, wie z. B. Bodenbearbeitung, Saat, Düngung, Pflanzenschutz, Pflegemaßnahmen, Beerntung und Stoppelbearbeitung.

Bewirtschaftungsfehler

Darunter versteht man Fehlentscheidungen (z. B. Wahl einer nicht resistenten Sorte) oder Maßnahmen, die verhindern, daß das Ertragspotential der Kulturpflanzen ausgenutzt wird. Dazu zählen Überdüngung, zu geringe Zufuhr von Nährstoffen, übermäßige Verdichtungen des Bodens durch Befahren bei zu nassen Bodenverhältnissen, Schäden durch falsche Tankmischungen von Pflanzenschutzmitteln etc. Solche Fehler sind wegen der Abhängigkeit von der Witterung nicht immer vermeidbar.

Bewirtschaftungsmaßnahmen

siehe Bewirtschaftung

BgVV

Abkürzung für das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (früherer Name: Bundesgesundheitsamt) mit Sitz in Berlin. Das BgVV bearbeitet im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel und Futterzusatzstoffe die Toxikologie, untersucht also, ob solche Stoffe toxikologisch unbedenklich sind.

Biestmilch

Auch Kolostralmilch, die erste Milch einer Kuh nach dem Kalben. Sie hat höhere Nährstoffgehalte und vor allem höhere Gehalte an Abwehrstoffen, die für das neugeborene Kalb sehr wichtig sind (z. B. Vitamine und Antikörper). Hat nichts mit Biestern zu tun!

Biogene Amine

Biogene Amine entstehen aus Aminosäuren, die Proteinbausteine sind. Biogene Amine sind in der Natur weit verbreitet. Sie dienen in der Natur zum Aufbau von Naturstoffen und auch in Pflanzenteilen kommen sie vor, z. B. in Samenkeimlingen. In Lebensmitteln gibt es für die Entstehung zwei Ursachen: 1. Zersetzung von Eiweiß bei Fleisch oder Fisch, 2. Mikrobielle Reaktion bei der Herstellung z. B. bei der Bereitung von Sauerkraut und der Reifung von Käse. Der Verzehr von biogenen Aminen führt unter normalen Umständen zu keinerlei gesundheitlichen Komplikationen, denn nach der Aufnahme mit der Nahrung werden biogene Amine normalerweise im Darm abgebaut und damit ihrer Wirkung beraubt. Einige biogene Amine entstehen auch im Körper von Mensch und Tier und dienen regulatorischen Funktionen im Nerven- und Hormonsystem und bei der Verdauung. Genuß verdorbener Lebensmittel kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Darunter versteht man die Bekämpfung von Schadorganismen durch biologisches Verfahren (also nicht durch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel). Dazu fördert man zum Beispiel die natürlichen Feinde oder setzt diese "Nützlinge" gezielt frei. Auch Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien werden gegen Schadorganismen eingesetzt aus. Im weitesten Sinne gehören biotechnische Verfahren ebenfalls dazu. Zum Beispiel Lockstoffe (Pheromone) versprühen (Verwirrungsmethode).

Biotechnologie

Biotechnologie ist ein Sammelbegriff für Techniken und Verfahren unter Nutzung von biologischem Material oder biologischen Prozessen. Dazu gehört die alkoholische Gärung ebenso wie die Gentechnik. Anders als bei der herkömmlichen Züchtung werden in der Gentechnik einzelne genetische Merkmale (DNS) gezielt verändert. Gentechnisch erzeugte Resistenzen gegen Schaderreger oder Veränderungen von Inhaltsstoffen sind Beispiele für das Potential, das biotechnologische Verfahren bieten.

Biotop

Unter einem Biotop versteht man einen räumlich begrenzten Lebensraum oder Standort von Tieren und Pflanzen. Das können zum Beispiel ein Trockenhang, eine Hecke zwischen zwei Feldern, eine Almwiese oder auch Grünland und Ackerflächen sein. Jedes Biotop beherbergt eine bestimmte Lebensgemeinschaft (Biozönose).

Biozönose

Die Biozönose umfaßt die Gesamtheit der Pflanzen und Tiere, die in vielfältigen Wechselbeziehungen untereinander in einem einheitlichen Lebensraum (Biotop) leben. Sie können dort zufällig zusammenleben, etwa aufgrund ähnlicher Umweltansprüche, oder auch, weil sie voneinander abhängig sind etwa Räuber und Beute, Pflanzenfresser und ihre Nahrungspflanzen, Blütenpflanzen und ihre Bestäuber.

Blattdüngung

Eine Sonderform der Düngung: Pflanzen können Nährstoffe nicht nur über die Wurzeln, sondern auch durch die Blätter aufnehmen. Diese Aufnahme über die Blätter geschieht sogar rascher als über die Wurzel; allerdings müssen die Nährstoffe in Wasser gelöst und die Nährstofflösungen dürfen nicht zu konzentriert sein, um Verätzungsschäden zu vermeiden. Die Blattdüngung ist besonders gut geeignet, um Mangelerscheinungen (z. B. an Spurenelementen wie Mangan, Bor oder Eisen) zu beheben.

Blättermagen

oder auch Psalter genannt. Einer der 4 Mägen bei Wiederkäuern. Zwischen den Falten der Schleimhaut wird der Nahrungsbrei gepreßt, bevor er im Labmagen enzymatisch verdaut wird. (Siehe Verdauungstrakt)

Blattfrüchte

Als Blattfrüchte werden Nutzpflanzen mit einem hohen Blatt-Anteil bezeichnet. Dazu zählen z. B. Hackfrüchte wie Kartoffeln und Rüben, Hülsenfrüchte wie Erbsen und Ackerbohnen und kleeartige Futterpflanzen (siehe auch Leguminosen). Die Getreidearten werden demgegenüber als Halmfrüchte bezeichnet). Aufgrund der bodenverbessernden Wirkung gelten Blattfrüchte als gute Vorfrüchte in der Fruchtfolge.

Blattläuse

Blattläuse sind Insekten, die Pflanzen anbohren und deren zuckerreichen Saft saugen. Wenn sie in großen Mengen auftreten (Blattläuse können sich ungewöhnlich rasch vermehren), behindern sie das Pflanzenwachstum. Vor allem können sie aber bei dem Anbohren der Pflanzen Viruskrankheiten übertragen. Blattläuse gehören daher zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen, gegen die der Landwirt mit Pflanzenschutzmitteln und/oder mit "Nützlingen" vorgehen muß (siehe Biologische Schädlingsbekämpfung, Läuse)

Blutflecken im Ei

Bluteinschlüsse im Eiklar bzw. direkt am Dotter, die durch Verletzungen des Eileiters oder bei verstärkter Durchblutung des Eileiters bei Streß (Schreck) auftreten. Sie mindern die Eiqualität. Erkannt werden sie am unbeschädigten Ei beim Durchleuchten. Diese Eier werden aussortiert.

Boden

So heißt die oberste, lockere Schicht der Erdkruste. Sie ist durch Verwitterung und die Aktivität von Lebewesen entstanden. In ihr sind Gesteinsteile (von Steinen über Kies, Sand, Schluff bis zu feinsten Tonteilchen), organische Reste (Abfallstoffe von Pflanzen und Tieren), Luft und Wasser miteinander verbunden. Diese Verbindung prägt die Fruchtbarkeit der Böden in der obersten Schicht, dem durchwurzelbaren Bodenraum. Die Bodenfruchtbarkeit muß der Landwirt also erhalten und vermehren, sie ist sein wertvollstes Kapital. Die Pflanzen nutzen den Boden nicht nur als Halt für ihre Wurzeln, sondern entnehmen ihm Wasser (Regen und Grundwasser) sowie Nährstoffe (siehe auch Bodenarten, Bodenbearbeitung, Bodenentstehung, Bodenerosion, Bodenfruchtbarkeit, Bodenleben, Bodenschutz, Bodentypen, Bodenuntersuchung, Pflanzennährstoffe, Düngung).

Bodenarten

Bezeichnen das Mischungsverhältnis eines Bodens aus mineralischen Bestandteilen unterschiedlicher Größe. Das sind: * Ton mit Korngrößen kleiner als 2 tausendstel Millimeter; * Schluff mit Korngrößen zwischen 2 tausendstel und 63 tausendstel Millimeter; * Sand mit Korngrößen zwischen 63 tausendstel und 2 Millimetern; * Kies und Steine über 2 Millimeter Nach dem Gehalt an diesen Bestandteilen unterscheidet man mehrere Bodenarten: z. B. * Sandböden enthalten wenig Ton und Humus und sollten daher mit Humus versorgt werden (zum Beispiel durch Gründüngung). Außerdem speichern sie schlecht Wasser. Ärmste Sandböden werden nur forstlich genutzt (Kiefernwälder), bessere Sandböden (mit höherem Tonanteil) tragen Roggen und Kartoffeln. * Tonböden bestehen zu mehr als 50 % aus Ton. Sie speichern daher sehr gut Wasser und Nährstoffe. Allerdings sind sie bei hoher Feuchtigkeit schlecht zu bearbeiten, weil sie recht wasserundurchlässig sind und schnell verschlämmen; dabei wird die Oberfläche luftundurchlässig, wodurch Bodenleben und Pflanzenwachstum behindert werden. Zunehmende Sand- und Kalkanteile verbessern ihre Eigenschaften. Auf Tonböden baut man u. a. Weizen, Hafer, Leguminosen und Raps an. * Lehmböden haben einen hohen Schluffanteil und enthalten etwa gleich viel Sand und Ton und vereinigen die guten Eigenschaften beider Arten, lassen sich gut bearbeiten und sind für alle Kulturpflanzen geeignet, besonders für Weizen, Zuckerrüben, Gerste und Rotklee. * Humusböden haben einen besonders hohen Humusgehalt und sind daher schwarz gefärbt. Bei über 30 % Humus spricht man von Moorböden; sie eignen sich vor allem für Roggen, Kartoffeln sowie als Grünland. * Lößböden sind die fruchtbarsten Böden überhaupt, und ihre Poren halten viel Wasser. Lößböden sind durch Ablagerungen von feinem, nährstoffreichem Material am Ende der letzten Eiszeit entstanden (Verwehung und Ferntransport der Lößpartikel mit dem Wind). Auf solchen Böden wachsen alle anspruchsvollen Kulturpflanzen. * Kalkböden haben einen Kalkgehalt von über 40 %, sind gut durchlüftet und reich an Humus und Nährstoffen. Sie sind recht fruchtbar, speichern aber nicht gut Wasser. Bei ausreichender Bewässerung gedeihen hier Gerste und Hülsenfrüchte. Je nach Klima, Relief und menschlicher Einflußnahme können sich auf gleichem Untergrund unterschiedliche Bodentypen ausbilden.

Bodenbearbeitung

Darunter versteht man die Gesamtheit der ackerbaulichen Maßnahmen, die die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten und erhöhen bzw. ein gutes pflanzliches Wachstum ermöglichen sollen. Dazu zählen insbesondere Lockern, Krümeln und Wenden der Bodenschichten zur Unkrautbekämpfung, zum Einbringen von Düngemitteln und Pflanzenrückständen und vor allem zur Durchlüftung des Bodens, zur Regulation von Wärme und Feuchtigkeit und zur Förderung und Erhaltung der Bodengare, dem für die Pflanzen idealen Bodenzustand: Die Erde ist krümelig, humos, ausreichend mit Luft versorgt, feucht, leicht durchwurzelbar, nährstoffreich und hat den richtigen Säuregrad. Dafür sind die Kleinlebewesen im Boden sehr wichtig (siehe Bodenfruchtbarkeit, Bodenleben). Maschinen zur Bodenbearbeitung sind u. a. die verschiedenen Bauformen des Pfluges, dazu Eggen und Walzen, zum Teil in Kombination miteinander und mit Sämaschinen.

Bodeneigenschaften

Die Bodeneigenschaften charakterisieren einen Boden hinsichtlich seiner Eignung als Ackerstandort. Sie umfassen beispielsweise die Korngrößenverteilung (Sand, Schluff und Tonanteile), Luft und Wasserleitfähigkeit, den Säuregrad (pH-Wert), Nährstoffgehalte und Speichervermögen, Lagerungsdichte, Humusgehalt etc. (vgl. auch Bodenarten).

Bodenentstehung

Als Bodenentstehung (Pedogenese) bezeichnet man den natürlichen Vorgang der Bodenneubildung und Ausprägung von Bodeneigenschaften. Am Anfang steht die Verwitterung des Ausgangsgesteins bzw. die Anlagerung von Sedimenten durch Wasser oder Wind. In der Folge wird ein solcher Rohboden über die Bedingungen des Standortes, v.a. Klima und Wasser, sowie über die Aktivitäten des Bodenlebens bzw. auch der Landwirte weiter entwickelt und es bilden sich unterschiedliche Bodenarten und Bodentypen aus.

Bodenerosion

Darunter versteht man den Abtrag bzw. die Verlagerung von Boden durch Wasser oder Wind. Wassererosion kann bevorzugt auf unbewachsenen hängigen Ackerböden entstehen, beispielsweise im Frühjahr kurz nach der Saat. Reihenkulturen wie Zuckerrüben oder Mais sind besonders anfällig. Eine schützende Vegetationsdecke, Bodenbearbeitung und Saat quer zum Hang und Mulchsaat oder Direktsaat wirken deutlich erosionshemmend. Winderosion tritt ebenfalls auf unbewachsenen Böden auf, wenn diese z. B. nach der Bodenbearbeitung abgetrocknet sind und starke Winde auftreten.

Bodenfruchtbarkeit

Ist die Fähigkeit eines Bodens, dauerhaft Ernteerträge zu ermöglichen. Dazu gehört, daß Nährstoffe gespeichert und bei Bedarf an die Pflanzen abgegeben werden sowie ein optimaler Wasser- und Lufthaushalt. Eine hohe biologische Aktivität sichert eine rasche Umsetzung der organischen Substanz (siehe Bodenleben). Weil die Landwirte dem Boden mit dem Erntegut jeweils einen Teil der Nährstoffe entziehen, müssen sie diese regelmäßig durch Düngung ergänzen.

Bodengare

Ist der Idealzustand des Bodens, der krümelig, gut durchlüftet, aber auch ausreichend feucht, nährstoffreich, leicht durchwurzelbar sein und den jeweils für die Pflanze optimalen pH-Wert besitzen sollte.

Bodenhaltung

Bodenhaltung bedeutet die Haltung von Mastgeflügel oder Legehennen im Stall, in dem sie sich frei auf dem Boden bewegen können.

Bodenhorizonte

Mit ihrer Abfolge werden die einzelnen Bodentypen charakterisiert. Unter einem Horizont versteht man dabei eine Schicht, die sich aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften eindeutig von den jeweils darüber oder darunter liegenden Schichten unterscheidet. So ist der Ap-Horizont beispielsweise die oberste, durch die Bodenbearbeitung geprägte Schicht.

Bodenleben

Summe aller Lebewesen, die in und auf dem Boden leben und mit ihren Aktivitäten maßgeblich zur Bodenentstehung beitragen. Dazu gehören u. a. Bakterien, Pilze sowie niedere und höhere Tiere.

Bodenschutz

Dient dem Ziel, den Boden als natürliche Lebens und Produktionsgrundlage mit allen seinen Funktionen dauerhaft zu erhalten. Dieses Ziel verfolgt u. a. auch das 1998 verabschiedete Bodenschutzgesetz (BBodSchG). Landwirtschaftlicher Bodenschutz bezieht sich u. a. auf die Vermeidung von Erosion, Verdichtung oder den Eintrag von Schadstoffen.

Bodenstruktur

Die räumliche Anordnung der festen Bodenbestandteile zueinander. Aus der unterschiedlichen Anordnung ergeben sich bestimmte Porenvolumen (= Hohlräume des Bodens, die wasser- oder luftgefüllt sein können). Nach dem Grad des Zusammenhalts und der Verkittung der Bodenteilchen wird zwischen verschiedenen Gefügeformen unterschieden.

Bodentypen

Böden mit annähernd gleicher Entwicklungsgeschichte und vergleichbarem Entwicklungsstand. So lassen sich anhand von z. B. Humusgehalten, Mächtigkeit und Abfolge der einzelnen Bodenhorizonte verschiedene Bodentypen wie Schwarzerden, Parabraunerden, Rendzinen oder Ranker beschreiben.

Bodenuntersuchungen

Dienen u. a. der Ermittlung der Gehalte der Böden an pflanzenverfügbaren Nährstoffen. Untersucht werden Bodentyp, Gehalt an den Pflanzennährstoffen Phosphat, Kalium und Calcium, pH-Wert, Humus-Gehalt und u.U. der Gehalt an bestimmten Spurenelementen sowie Stickstoff. Nach den Bodenanalysen kann ein Düngeplan erstellt werden, der auch die Standortfaktoren berücksichtigt (etwa Fruchtfolge, Wirtschaftsdünger, Ernterückstände). Nur auf Basis regelmäßiger Bodenuntersuchungen ist eine wirtschaftliche und umweltschonende Düngung möglich.

Bodenverdichtung

Verringerung des Bodenvolumens, wodurch Wasser- und Lufthaushalt, Durchlässigkeit und Durchwurzelbarkeit sowie Bodenleben des Bodens beeinträchtigt werden. Ertragsmindernde Bodenverdichtungen werden u. a. durch Bearbeitungsfehler, Bodendruck der Maschinen und Vernässung hervorgerufen.

Börge

Sind männliche Schweine (Eber), deren Hoden im Alter von drei Tagen entfernt wurden. Nur Sauen und Börge werden zur Schweinemast verwendet; eine Mast von Ebern ist in Deutschland nicht üblich, weil ab einem Gewicht von ca. 80 kg der typische "Ebergeruch" im Fleisch auftreten kann.

Boxenlaufstall

Moderner Stall, in dem die Kühe sich frei bewegen (laufen) können und nicht angebunden sind. Die Tiere können selbst entscheiden, auf welchem Liegeplatz (Box) sie ruhen oder wann und wo sie fressen wollen.

Brache

Verzicht auf die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, die jedoch nicht für andere Zwecke (z. B. Siedlung, Straßenbau etc.) verwendet werden. In unserem Klima sind diese Flächen im allgemeinen von Natur aus ganzjährig mit Vegetation bedeckt (Selbstbegrünung). Sie können aber auch systematisch begrünt (Grünbrache) oder durch regelmäßige Bodenbearbeitung bewuchsfrei gehalten werden (Schwarzbrache). Angesichts der Überproduktion in verschiedenen Teilbereichen der Agrarwirtschaft sah sich die Europäische Gemeinschaft 1988 veranlaßt, die Stilllegung von Ackerflächen durch Prämien zu fördern (Flächenstilllegung). Im Rahmen dieses Programms gibt es mehrjährige (Dauerbrachen) und "Rotationsbrachen", bei denen jährlich wechselnd Flächen stillgelegt werden.

Braugerste

Gerste, meist Sommergerste, die für die Bierherstellung (Malz) bestimmt ist. Die beste Qualität (95 % der Körner größer als 2,5 Millimeter) heißt Ausstichgerste. Ihre besondere Eigenschaft: geringer Eiweiß-, hoher Stärke(Mehl)gehalt.

Braunvieh

Milchbetonte Zweinutzungsrasse, die sowohl für die Milch als auch für die Fleischproduktion geeignet ist, wobei hier allerdings der Schwerpunkt auf der Milcherzeugung liegt. Braunvieh wird fast ausschließlich in Bayern und Baden-Württemberg gehalten.

Breitsaat

Breitsaat bedeutet, daß die Körner im Gegensatz zur Drillsaat und zur Einzelkornablage nicht in Saatreihen, sondern gleichmäßig auf dem Feld verteilt und mit Boden bedeckt werden. Problematisch ist jedoch oft die gleichmäßige Ablagetiefe.

Brennnessel

Unkraut (bzw. Beikraut), das als "Stickstoffzeiger" darauf hindeutet, daß der Boden an dieser Stelle vergleichsweise viel Stickstoff enthält. Aufgrund der in den Blättern enthaltenen Ameisensäure werden die Brennnesseln vom Vieh beim Weidegang meist verschmäht. Sie müssen deshalb im Rahmen der Weidepflege abgemäht werden.

Broiler

Andere Bezeichnung für Masthähnchen.

Brot

Brot wird aus Mehl, Milch (oder Wasser), Salz und Treibmittel (Sauerteig, Hefe, Backpulver) hergestellt.

Brucheier, Knickeier

Eier mit verletzter, aber nicht durchbrochener Schale und mit unversehrter Schalenmembran.

Brunst beim Rind

Fruchtbare Tage, an denen ein Rind trächtig (s. Trächtigkeit) werden kann (vgl. Belegen oder Besamen). * Die erste Brunst bekommt ein Rind im Alter von etwa 10 Monaten. * Der Brunstzyklus beträgt ca. 3 Wochen. * Brunstdauer ca. 1/2 bis 1 1/2 Tage. * Das erste Mal wird ein Rind mit ca. 18 Monaten belegt.

Brunst beim Schwein

siehe Rausche

Brüterei

Unternehmen der arbeitsteiligen Geflügelwirtschaft, in denen die befruchteten Eier aus den Vermehrungs- und Zuchtbetrieben ausgebrütet werden und anschließend die geschlüpften Küken an die Mastgeflügelhalter und Junghennenaufzüchter ausgeliefert werden.

Brütigkeit

Natürlicher Trieb von Hennen, Eier ausbrüten zu wollen. In der Legehennenhaltung ist dieser Trieb unerwünscht. Die Brütigkeit wird dann zum Problem, wenn die Hennen die Möglichkeit haben, auf den Eiern sitzen zu bleiben, d. h. wenn die Eier von Hand eingesammelt oder nicht im Abrollnest bzw. Käfig abgelegt werden. Durch die Wärme wird die Frische beeinträchtigt; zudem werden die Eier häufig mit Kot beschmutzt.

BSE

Abkürzung für Bovine Spongiforme Enzephalopathie (schwammartige Gehirnkrankheit bei Rindern), im Volksmund als "Rinderwahnsinn" bezeichnet. Seit etwa 1885 ist die Erkrankung, für die zur Zeit keine Heilung möglich ist, vorwiegend in Großbritannien verbreitet. Es gilt als relativ sicher, daß die Verfütterung von unzureichend erhitztem Tiermehl, in dem auch an Scrapie (auch Traberkrankheit, spongiforme Veränderung des Gehirns bei Schafen) verendete Schafe verarbeitet worden waren, die Krankheit ausgelöst hat. Als Auslöser gelten sogenannte Prionen. Dies sind Eiweißstoffe, die nahezu identisch mit einem körpereigenen Protein sind, aber eine untypische Struktur aufweisen. Durch diese Veränderung können sie nicht wie das normale Protein abgebaut werden, sondern lagern sich in den Gehirnzellen ab. Die betroffenen Zellen sterben ab. Im Verlauf mehrerer Monate bzw. Jahre sterben immer mehr Zellen ab: Es entstehen schwammförmige Löcher im Gehirn, die unter dem Mikroskop nach dem Tod erkennbar sind. Die Veränderung des körpereigenen Proteins kann auch ohne erkennbare äußere Einflüsse spontan auftreten. Dies war schon seit vielen Jahren bei einzelnen Tieren der Fall. Durch die Ereignisse in Großbritannien war jedoch eine Verbreitung der Krankheit möglich. Seit 1988 ist die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer in der EU verboten. Da die Zeit von der Aufnahme des Prions in großer Menge bis zum Ausbruch der Krankheit fünf und mehr Jahre betragen kann, traten auch nach dem Verfütterungsverbot noch viele Fälle von BSE auf. Seit 1993 geht die Zahl der erkrankten Tiere stark zurück.

Bt-Mais

Seit langem wird im Ökolandbau das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis zur Bekämpfung des Maiszünslers, einer Mottenart, eingesetzt. Diese verursacht hohe Ernteverluste beim Mais. Spezielle Eiweiße des Bakteriums, die Bt-Toxine, schädigen den Darm der Maiszünslerlarven. Mit Hilfe der Gentechnik ist es gelungen, das Gen für die Herstellung des Bt-Toxins vom Bakterium auf den Mais ("Bt-Mais") zu übertragen. Dieser Mais schützt sich dann eigenständig gegen den Schädling.

Bucht

Siehe Abferkelbucht

Buchweizen

Ein Knöterichgewächs mit weißen bis rosafarbenen Blüten. Die Früchte sind dreieckig wie kleine Bucheckern und werden zur Herstellung von Backwaren und Grütze verwendet. Die anspruchslose Pflanze, die auch auf armen Sandböden gedeiht, wird gern als Sommerzwischenfrucht (siehe Fruchtfolge) oder zur Gründüngung angebaut.

Bulle

Männliches Rind. Man unterscheidet Zuchtbullen, die für die Nachzucht verwendet werden (Natursprung oder künstliche Besamung) und Mastbullen für die Fleischerzeugung.

Bullige Kuh

siehe Brunst beim Rind

Büro/Computerplatz

Der Computer im Büro des Landwirts wird genutzt, um alle wichtigen Ereignisse bzw. Maßnahmen aufzuzeichnen. Die Datenerfassung ist eine Voraussetzung für optimale Haltungsbedingungen, die Steuerung der Betriebsabläufe, die Betreuung der Tiere durch den Tierarzt sowie die Herkunfts- und Qualitätssicherung. Vielfach werden heute z. B. die sogenannte Schlagkartei und das Herdenmanagement elektronisch erfaßt und dokumentiert.

Butter

Konzentriertes Fett der Milch. Butter besteht aus mindestens 82% Fett und enthält höchstens 16% Wasser. Zusätze wie chemische Farbstoffe, Dickungsmittel oder Fremdfette sind verboten.

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Calcium

Chemisches Element: Calcium ist in unserer Umwelt weitverbreitet und bildet in Form von Kalkgestein ganze Gebirge. Für Böden, Pflanzen und Tiere ist Calcium ein wichtiger Nährstoff mit unzähligen Funktionen und Wirkungen. Als basisch wirkender Stoff regelt es den pH-Wert der Böden. Viele Stoffwechselprozesse der Pflanzen und Tiere wie auch des Menschen werden durch Calcium bestimmt (Muskel- und Nerventätigkeit). Calcium ist auch ein wesentlicher Bestandteil des Skeletts (Einlagerung in Knochen und Zähne).

Carotinoide/Carotin in der Legehennenfütterung

Pflanzenfarbstoffe (Vorstufen des Vitamins A, Radikalfänger), die auch synthetisch hergestellt werden können. Die Menge des aufgenommenen Carotins beeinflußt die gelborange Färbung im Dotter. Je mehr Carotin verfüttert wird, desto mehr geht die Dotterfarbe von gelb zu orange.

Chemische Pflanzenschutzmittel

Alle Präparate synthetischer oder natürlicher Herkunft, die zum Schutz von Kulturpflanzen vor Krankheiten und Schädlingen eingesetzt werden. Dabei unterscheidet man u. a. Herbizide, Fungizide und Insektizide sowie spezielle Mittel wie beispielsweise Molluskizide (gegen Schnecken) oder Nematizide (gegen Nematoden = Fadenwürmer).

Chinaschilf

Auch Elefantengras genannt. Chinaschilf ist ein Süßgras und ist ein nachwachsender Rohstoff. Verwendungsmöglichkeiten bestehen z. B. in der Gewinnung von Treibstoff, Heizmaterial, Baumaterial und Qualitätspapier.

Chlorophyll

siehe Photosynthese

Chromosom

In jedem Zellkern von höheren Lebewesen in artspezifischer Anzahl und Gestalt enthaltener Datenspeicher. Er besteht neben spezifischen Eiweißen im wesentlichen aus einem DNA-Strang, auf dem die Erbanlagen (Gene) angeordnet sind.

Corn-Cob-Mix

Ist die amerikanische Bezeichnung für ein durch Silierung konserviertes Mais-Spindel-Gemisch (Mischung, in der der ganze Kolben der Maispflanze verwertet werden, die mit dem Pflückdrescher geerntet und dann im Silo eingelagert werden). Dadurch kann auch Erntegut mit einem höheren Wassergehalt im Korn (noch nicht ausgereifter Mais) geerntet und weiterverarbeitet bzw. als Silage gelagert werden. CCM ist ein vollwertiges Grundfutter in der Rinder und Schweinemast.

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Dammfräsen

Eine maschinelle Maßnahme beim Anbau von Kartoffeln. Um die Ausbildung der Kartoffelknollen in lockerer, klutenfreier und gut erwärmter Erde und gleichzeitig auch die spätere Ernte zu erleichtern, werden auf Kartoffelfeldern ca. 20-30 cm hohe Dämme angelegt, in die dann die Pflanzkartoffeln gesetzt werden. Diese haben einen Abstand von jeweils 75 cm. Während des Wachstums werden die Dämme dann einmal oder mehrfach mit Fräsen oder Häufelgeräten nachgeformt.

Dasselfliegen

Hummelähnliches Insekt, dessen Larven vor allem Rinder, Schafe und Pferde befallen. Man unterscheidet Magen und Hautdasseln. Die Fliegen legen ihre Eier über den Hufen bzw. Klauen an den Beinen oder an den Flanken ab. Die Larven bohren sich nach dem Schlüpfen durch die Haut und wandern durch den Körper der Tiere. Beim Pferd heften sie sich an die Magenschleimhaut, beim Rind wandern sie an den Nerven entlang in den Rückenmarkkanal, dann ins Unterhautgewebe und von dort unter die Haut des Rückens. Sie halten sich dort von Ende Dezember bis Anfang März, von Februar bis Juni sind dann die sogenannten Dasselbeulen zu sehen. Am Rücken werden dann walnußgroße Beulen mit Larven gebildet. Zur Schlupfzeit der Dasselfliegen aus der Haut sind die Tiere unruhig, zeigen Juckreiz, Appetitlosigkeit, Leistungsabfall und magern ab. Die Beulen verschwinden nach ca. 1 Woche und hinterlassen Narben. Nach dem Gesetz zur Bekämpfung der Dasselfliege ist jeder Tierhalter verpflichtet, bei seinen Tieren auftretenden Befall zu bekämpfen.

Dauerbrache

siehe Brache

Dauerkulturbetrieb

Eine besondere Betriebsform, bei der mehr als die Hälfte des Standard-Deckungsbeitrages aus Dauerkulturen, also zum Beispiel Obst, Wein, Spargel oder Hopfen, erzielt wird.

Dauerkulturen

Pflanzenbestände, die über mehrere Jahre genutzt werden. Dazu gehören Obst und Rebanlagen, Hopfengärten, mehrjährige Beerenanlagen, Spargel und Korbweidenfelder. Dauerkulturen stellen fast immer besondere Standortansprüche.

Decken

Siehe Belegen.

Deckfrucht

Eine Hauptfrucht, z. B. Getreide, unter der eine weitere Frucht (Untersaat) angesät wird. So wird z. B. häufig Klee in ("unter") den bereits wachsenden Winterroggen gesät. Dies bietet den Vorteil, daß nach der Ernte der Deckfrucht weiterhin eine gut ausgebildete Vegetationsdecke vorhanden ist. Der Boden ist so in feuchten Jahren tragfähiger und weniger anfällig für Verdichtungen. Darüber hinaus wird durch Klee als Leguminose Luftstickstoff gebunden und dem Boden zugeführt. Die Untersaat kann außerdem als Viehfutter genutzt werden und dient in hängigen Lagen als Erosionsschutz.

Deckleistung

Anzahl der Deckakte eines männlichen Haustieres; z. B. kann ein Jungeber (ca. 1 1/2 Jahre) 23 Sauen pro Woche decken, ein älterer Eber (über 1 1/2 Jahre) etwa 35 Sauen pro Woche.

Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist der Beitrag, den der einzelne Betriebszweig bzw. das einzelne Produktionsverfahren zur Deckung der Fest- und Gemeinkosten des gesamten Betriebes beiträgt. Der Deckungsbeitrag ist ein Begriff aus der Kostenrechnung. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen der Marktleistung (Summe der marktfähigen Haupt- und Nebenleistungen, bewertet mit Erzeugerpreisen) eines Produktionsverfahren und den tatsächlich zuteilbaren Kosten (= Art und Menge der je Einheit beanspruchten Produktionsmittel, z. B. Saatgut, Mineraldünger) etc.

Deckzentrum

Das Deckzentrum ist ein besonderes Stallabteil für Sauen, in dem die Sauen besamt/belegt werden (siehe auch Belegen).

Doppelzentner

Ein Doppelzentner entspricht 100 kg.

Denitrifizierung

Ist die Umwandlung (Reduktion) des Pflanzennährstoffs Nitrat (NO3) zu gasförmigen Stickoxiden NO, N2O, NO2 oder Stickstoff durch Mikroorganismen im Boden. Er geht damit den Pflanzen verloren, weil er in dieser gasförmigen Form an die Atmosphäre abgegeben wird. Die Denitrifizierung wird durch Staunässe und bei Sauerstoffarmut im Boden gefördert. Es handelt sich dabei um einen natürlichen Vorgang; dadurch bedingte Stickstoffverluste aus dem Ackerboden sind also nicht vollständig vermeidbar.

Desinfektion

Alle Maßnahmen zur Verminderung oder Vernichtung von Krankheitserregern in der Umgebung von Mensch und Tier mit speziellen Desinfektionsmitteln. Vor der Desinfektion ist gründliches Reinigen nötig (Stallhygiene).

Dezitonne (= 1 Doppelzentner)

1dt =100kg = 1/10 t

Direktsaat

Die Direktsaat ist eine Form der Saat, bei der die Bodenbearbeitung unterbleibt und das Saatgut in Säschlitzen in den Boden abgelegt wird.

Direktvermarktung

Verkauf landwirtschaftlicher Produkte durch den Erzeuger auf dem Hof oder auf dem Markt an Endverbraucher.

Domestikation

Entwicklung wildlebender Tiere zu Haustieren, d. h. Gewöhnung an ein Leben in der Obhut des Menschen. Diesen Prozeß haben die landwirtschaftlichen Nutztiere ebenso wie unsere Haustiere (Hund, Katze) durchlaufen.

Dotter

Auch Eigelb, der Teil des Eis, der das Küken sofern eine Befruchtung stattgefunden hat während der Entwicklung im Ei mit Nährstoffen versorgt. Daher ist er sehr reich an Proteinen, Vitaminen und anderen Stoffen, die auch in der menschlichen Ernährung wichtig sind. Der Proteingehalt des Dotters ist höher als der des Eiklars (Protein).

Dotterfarbe

Die gelbe bis dunkelorange Dotterfarbe entsteht durch Pigmenteinlagerungen. Die Pigmente sind in erster Linie Carotinoide. Dies sind gelbe und rote Farbstoffe, die in Pflanzen aufgebaut werden. Sie können aber auch synthetisch (künstlich) hergestellt werden. Je nach Gehalt der Carotinoide im Futter ist der Dotter heller oder dunkler.

Dreiflächenbucht

Die Dreiflächenbucht ist eine Aufstallungsform mit Unterteilung in Liege, Mist und Freßbereich. Sie ist in der Sauenhaltung und insbesondere in extensiven Haltungsformen in der Schweinemast verbreitet.

Drillen

Ausbringen (Aussäen) von Saatgut in Reihen. Diese Form der Saat ist z. B. bei Getreide gebräuchlich. Siehe auch Aussaat.

Drillmaschine

Siehe Sämaschine

Drillsaat

siehe drillen

Drüsenmagen

Hühner haben zwei Mägen. Der Muskelmagen dient dazu, harte Futterteilchen zu zermahlen. Der Drüsenmagen, in dem die für die Verdauung notwendigen Enzyme und Säuren gebildet werden, dient der Vorbereitung der Eiweißverdauung durch Salzsäure und Enzyme.

Dung

Dung ist eine Bezeichnung für die Ausscheidungsprodukte (Kot, Harn) der Tiere. Am bekanntesten ist Stallmist (Einstreu mit Exkrementen). Dung enthält Nährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium etc.), die Pflanzen zum Wachstum brauchen. (siehe auch Wirtschaftsdünger).

Düngemittel

Träger von Pflanzennährstoffen. Sie sind für das Wachstum der Kulturpflanzen unverzichtbar. Bei optimaler Nährstoffzufuhr lassen sich hohe Erträge erzielen und die Qualität, z. B. der Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen, sichern (siehe auch Düngung). Düngemittel werden entsprechend ihrer Herkunft in Wirtschaftsdünger und Handelsdünger eingeteilt (siehe auch organische Düngemittel und mineralische Dünger).

Dünger

Vgl. Düngemittel.

Düngerspritze

Düngerspritzen werden z. T. bei der Kopfdüngung und der Spätdüngung sowie zur Ausbringung von Flüssigdüngern bei der Blattdüngung eingesetzt. Dabei handelt es sich um übliche Pflanzenschutzspritzen, mit denen z. B. AHL (Ammonnitrat-Harnstofflösung) gezielt in die Pflanzenbestände ausgebracht werden kann. (Regional gebräuchliche Bezeichnung).

Düngerstreuer

Düngerstreuer sind Geräte, mit denen Düngemittel auf Ackerflächen und Grünland ausgebracht werden können. Vorrangig werden damit Geräte zur Ausbringung mineralischer Düngemittel (s. Handelsdünger) bezeichnet (u. a. Tellerstreuer, Schleuderstreuer, Pendelrohrstreuer sowie pneumatische Düngerstreuer). Im weiteren Sinne gehören auch Geräte zur Ausbringung organischer Düngemittel zu den Düngerstreuern, z. B. Stallmiststreuer, Gülle- und Jauchefässer sowie deren weiterentwickelte Versionen mit Schleppschläuchen und Schlitzscharen zur bodennahen Ausbringung.

Düngung

Wachsende Pflanzen nehmen aus dem Boden mineralische Nährstoffe auf und nutzen sie, um pflanzliche Substanz (Wurzeln, Stiele, Blätter, Früchte) zu bilden. Mit den Ernten werden dem Boden Mineralstoffe entzogen, so daß seine Fruchtbarkeit immer mehr abnehmen würde, wenn sie nicht über die Düngung ausgeglichen würden. Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium und Schwefel sind die wichtigsten sogenannten Hauptnährstoffe. Düngemittel sind Wirtschaftsdünger wie Gülle, Jauche, Festmist (vgl. organische Düngemittel), mineralische Düngemittel als Ein- oder Mehrnährstoffdünger wie Stickstoff, Phosphat, Kali und Kalkdüngemittel oder NP, PK und NPK-Dünger. Die Zufuhr von Pflanzenteilen (d. h. das Einarbeiten von Ernteresten, Zwischenfrüchten und Untersaaten) zur Unterstützung des Bodenlebens bezeichnet man als Gründüngung. Grunddüngung heißt die Versorgung der Böden mit Phosphat und Kali. Die Nachdüngung in die wachsenden Bestände heißt Kopfdüngung. Als Spätdüngung wird vor allem die Stickstoffdüngung zu Getreide kurz vor oder zum Schossen bezeichnet. Bei der Blattdüngung werden flüssige Düngerlösungen so verabreicht, daß die Nährstoffe über die Blätter aufgenommen werden können.

Dunkelstall

Die Tiere bekommen gleichmäßiges Licht, das von einem Beleuchtungsprogramm gesteuert wird. Man nutzt damit die natürlichen Lebensrhythmen der Tiere aus und erhält gleichmäßige Leistungen (Eier oder Fleisch).

Durchwuchs

Auskeimen von Samen der vorjährigen Kultur (Vorfrucht) und Aufwuchs mit der neu eingesäten Kultur. Dies ist dann besonders problematisch, wenn Saatgut erzeugt werden soll, das keinen "Fremdbesatz" enthalten darf, und die Vorfrucht Winterweizen in der Nachfrucht Wintergerste "durchwächst", also auch Ähren und Körner ausbildet, die dann bei der Ernte mit der Gerste vermischt werden und die Saatgutpartie verunreinigen.

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Eber

Ausgewachsenes männliches Schwein.

EG

(Europäische Gemeinschaft). Siehe EU (Europäische Union).

Eggen

Geräte zur flachen Bodenbearbeitung (Oberflächen-Nachbearbeitung). Einige Bauformen sind mit Zinken ausgestattete Metallgitter, bei anderen sitzen die Zinken auf rotierenden Walzen (Wälzeggen); Scheibeneggen bestehen demgegenüber aus etwa zwei Dutzend runden Metallscheiben an einem X-förmigen Gestell. Eggen werden entweder passiv hinter dem Pflug hergezogen oder auch aktiv vom Traktor aus mit der Zapfwelle angetrieben. Sie dienen dazu, das Feld hinter dem Pflug einzuebnen, darüber hinaus lockern, mischen und verdichten sie den Boden oder arbeiten Pflanzenreste und Düngemittel oberflächennah ein.

Ei

Das Hühnerei besteht aus Eierschale, Eiklar, Eidotter und Luftkammer, sowie den Hagelschnüren, an denen der Dotter "hängt". Verschiedene Häute trennen die einzelnen Bestandteile des Eis voneinander.

Eierfressen

Offensichtlich erfahren einzelne Hühner durch Zufall, daß Eier durchaus verzehrbare Objekte sind. Sind sie auf den Geschmack gekommen, fressen sie dann gezielt alle erreichbaren Eier auf. Durch Nachahmung breitet sich diese Unart schnell in der Herde aus sofern die Tiere Zugang zu den Eiern haben und ganze Nester werden geplündert. Häufig entdecken die Betreuer die "Untat" sehr spät, weil geübte "Eierfresser" ein Ei in wenigen Sekunden aufgefressen haben und auch die Schale nicht verschmähen. Der Hennenhalter wundert sich lediglich über die rückläufige Legeleistung. Vermieden werden kann dieses Verhalten durch Abrollnester oder die in Käfigen üblichen Abrollböden, die die Eier nach dem Legen sofort vom Huhn fortrollen lassen.

Eierschale

Eine der Hüllen, die das eigentliche Ei, das den Embryo mit Nährstoffen versorgt, umgibt. Sie ist hart und ca. 0,2 bis 0,4 mm dick. Sie besteht zum größten Teil aus Calcium (ca. 2 g). Die Eierschale ist ganz außen von einer feinen, glänzenden Schicht, der Schalenoberhaut oder Kutikula umgeben. Diese verhindert einerseits das Eindringen von Krankheits- und Fäulniserregern und andererseits das Austreten von Feuchtigkeit aus dem Ei. Beim Waschen wird die Kutikula zerstört. In der EU ist das Waschen der Eier deshalb aus hygienischen Gründen verboten. Unter der Kalkschale befindet sich die Schalenhaut. Beim Ei "aufschlagen" klebt sie häufig fest zwischen Frühstücksei und der Schale, falls das Ei nicht richtig "abgeschreckt" wurde. Die Farbe der Eierschale entsteht durch Einlagerung von Pigmenten in die Kalkschale. Sie erfolgt in den letzten Stunden vor der Eiablage im Eileiter und ist weitgehend erblich bedingt.

Eier-Vermarktung

Siehe EU-Vermarktungsnormen.

Einnährstoffdünger

Ist ein Düngemittel, das nur einen der Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium oder Calcium enthält.

Einstallen von Geflügel

Der Landwirt kauft Junghennen oder Masthähnchenküken zu und bringt diese in den zuvor gereinigten und desinfizierten Stall. In modernen Haltungsverfahren werden nicht einzelne Tiere in die Herde gebracht, sondern im Rein-Raus-Verfahren wird der gesamte Stall neu gefüllt oder geleert.

Einstreu

dient zum einen dazu, die Ausscheidungen der Tiere aufzunehmen und damit die Tiere vor Verschmutzung zu bewahren. Einstreu dient auch zur Beschäftigung der Tiere. Einstreu schützt auch vor Kälte und Nässe, die vom Boden ausgehen und davor, daß Tiere sich an Bodenunebenheiten verletzen. Ein Teil der Einstreu wird z. B. von Rindern auch gefressen, solange sie noch sauber ist. In der Praxis werden hauptsächlich Stroh und Hobelspäne eingesetzt.

Einzelkornsaat

Im Gegensatz zur Drillsaat, bei der die Getreidekörner innerhalb einer Drillreihe (= Saatreihe) nicht mit einem definierten Abstand ausgebracht werden, besteht bei der Einzelkornsaat mit Hilfe von sogenannten Särädern oder stempeln die Möglichkeit, das Saatgut auch innerhalb der Reihe mit einem genau definierten Abstand abzulegen. Das ist beispielsweise bei der Rübensaat gängige Praxis, um den Einzelpflanzen innerhalb der Reihe nachher ausreichend Platz für das Wachstum der Rübenkörper zu gewähren.

Eiqualität

Eier aus allen Haltungsformen werden gemäß den EU-Vermarktungsnormen in die Güteklassen A, B und C sortiert und gekennzeichnet. Im Lebensmittelhandel werden nur Eier der Güteklasse A angeboten. Bei der Qualitätssortierung in der Eier-Packstelle werden die Schale, die Luftkammer als Frischemerkmal, das Eiklar, der Dotter und der Geruch geprüft. Eier der Güteklasse A haben eine normale, unbeschädigte Schale, Eiklar und Dotter sind einwandfrei und die Eier sind frei von Fremdgeruch. Besonders frische Eier erhalten Auszeichnung "extra" oder "extra frisch".

Elterntierhaltung

Elterntiere, Hähne und Hennen, werden zur Erzeugung von Küken für die Mastgeflügel und Legehennenhaltung gehalten. Die befruchteten Eier werden in der Brüterei ausgebrütet und die Küken dann an die Landwirte geliefert.

Embryotransfer

Übertragung befruchteter Eizellen (Embryonen) aus der Gebärmutter eines weiblichen Spendertieres oder aus der In vitro-Fertilisation (Befruchtung im Reagenzglas) auf ein (anderes) weibliches Tier (Empfängertier). Diese Methode erlaubt zum Beispiel, Embryonen von wertvollen Zuchtkühen von (gleichzeitig mehreren) anderen Kühen austragen zu lassen und so in verhältnismäßig kurzer Zeit Zuchtlinien aufzubauen. Embryonen lassen sich einfach konservieren und mit geringen Kosten über relativ große Entfernungen transportieren.

Emissionen

Emissionen sind die von einer Quelle ausgehenden und in die Umwelt gelangenden gasförmigen, flüssigen, oder festen Stoffe, Geräusche und Erschütterungen. Stoffliche Emissionen z. B. aus Industrieanlagen, von Autoabgasen oder auch von Methan oder Ammoniak aus der Landwirtschaft werden bei ihrer Deposition (= Ablagerung bzw. Eintrag) in anderen Umweltkompartimenten als Immissionen bezeichnet.

Endmast

Die Endmast von Bullen (vom 12., 20. oder 24. Lebensmonat) entspricht mit der Vormast (etwa vom 5.-12. Lebensmonat) der Wirtschaftsmast. Bei Schweinen wird der Mastabschnitt vom 4.-6. Lebensmonat als Endmast bezeichnet.

Entmisten

Unter Entmisten versteht man die Abfuhr von tierischem Dung aus dem Stall (Kot, Harn und Stroh).

Entmistungsverfahren

Abfuhr von tierischem Dung aus dem Stall. Unterschieden wird zwischen Festmist (Dung vermischt mit der Einstreu, Harn wird möglichst getrennt abgeleitet und heißt dann Jauche) und Flüssigmist (Gülle, also Kot und Harn, mit wenig Einstreu vermischt). Festmist wird per Schubkarre von Hand, mit Laufbändern oder mit mechanischen Mistschiebern entfernt und auf einem Misthaufen gelagert; der mit Dung vermischte Harn (Jauche) wird in einer Jauchegrube gelagert. Flüssigmist rinnt (oder wird gepumpt) aus dem Stall in einen Sammelbehälter, der für mehrere Monate Speicherplatz bietet. Festmist, Jauche und Gülle stellen wertvolle Düngemittel (Wirtschaftsdünger) dar und werden daher zu bestimmten Zeiten mit speziellen Geräten (Miststreuer für Festmist, Tankwagen für Jauche und Gülle) auf die Flächen des Betriebes ausgebracht.

Entwicklungsstadien

Die Entwicklung der Getreidepflanzen durchläuft verschiedene Stadien: Auf die Keimung des Samenkorns folgt das Auflaufen, (Durchstoßen der Bodenoberfläche). Bei der nachfolgenden Bestockung entwickelt die Getreidepflanze mehrere Seitentriebe. Das eigentliche Längenwachstum (Streckung) der Halme nach dem Bestocken wird als "Schossen" bezeichnet. Danach wird die Ähre ausgebildet ("Ährenschieben"). Abschließend folgen Blüte, Reife und schließlich die Ernte.

Enzyme

Sind aus Proteinen bestehende Wirkstoffe (Biokatalysatoren), die chemische Reaktionen auslösen oder beschleunigen, wobei sie bereits in geringen Mengen hoch wirksam sind. Enzyme ermöglichen Auf-, Um-, Abbau- und Transportvorgänge im Stoffwechsel und den Abbau der Nährstoffe in den Verdauungsorganen.

Erbsen (Futtererbsen)

Gehören wie die Ackerbohnen zu den Hülsenfrüchten (Körnerleguminosen): * die Körner ("Erbsen") sind sehr reich an Eiweiß (etwa 26 %) und damit ein ideales Viehfutter; * sie lassen sich bequem als ganze Pflanze mit dem Mähdrescher ernten und silieren (vgl. Silage); * sie binden Stickstoff aus der Luft und führen diesen wichtigen Pflanzennährstoff dem Boden und damit der Nachfrucht zu, nachdem die Erntereste und Wurzeln vom Bodenleben abgebaut worden sind (Mineralisation). * ihr Anbau fördert das Bodenleben; sie gelten daher auch als hervorragende Vorfrucht für Getreide und Kartoffeln, nicht jedoch für andere Leguminosen, weil dann Schädlinge und Krankheiten stark zunehmen (fehlende Selbstverträglichkeit). Angebaut werden zwei Typen: die meist weißblühenden Speiseerbsen zur Körnergewinnung und die rosa bis violett blühenden Felderbsen mit höheren Massenerträge bringen, für die Grünfutternutzung.

Ergänzungsfutter

Ergänzungsfutter ist ein Mischfutter, das zur Ergänzung von Grundfutter dient. So braucht z. B. eine Milchkuh, die mit Maissilage als Grundfutter gefüttert wird, ein eiweißreiches Ergänzungsfutter, das die Lücken der Nähr-, Mineral- und Wirkstoffversorgung schließt und eine ausgewogene Ration ergibt.

Erhaltungsbedarf

Alle Lebensfunktionen erfordern einen Mindestbedarf an Energie. Der Erhaltungsbedarf ist ein Maß für die Energiemenge, die täglich für die Erhaltung, d. h. Wärmeproduktion und lebensnotwendige Funktionen (Verdauung, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-Funktion, Muskel-und Nerventätigkeit, Ausscheidung) benötigt wird.

Ernährungsbericht

Ein alle vier Jahre erscheinender Bericht der Bundesregierung über den Stand der Ernährung in Deutschland.

Ernte

Faßt alle die landwirtschaftlichen Tätigkeiten zusammen, die der Bergung pflanzlicher Erzeugnisse von Acker und Grünland dienen, also beispielsweise das Dreschen von Getreide (vgl. Mähdrescher), die Gewinnung von Heu oder das Roden und Abfahren von Zuckerrüben.

Erntereste

Reste von Pflanzen, die nach der Ernte auf dem Feld zurück bleiben. Dazu zählen bei Getreide z. B. das Stroh und die Wurzeln.

Ernterückstände

Siehe Gründüngung

Ernteverluste

Entstehen aufgrund verschiedener Ursachen, zum Beispiel durch ungünstige v.a. zu nasse Witterung, fehlerhafte Funktion oder Einsatz (Bedienung) des Mähdreschers, falsches Roden von Rüben und Kartoffeln.

Erosion

Abtrag von Bodenbestandteilen durch Wasser oder Wind.

Erstarren

Teil des Feindvermeidungsverhaltens. Die Hühner wie alle Vögel haben im Laufe der Evolution bestimmte Verhaltensmuster entwickelt, um dem Raubwild zu entgehen. Erscheint ein Raubvogel am Himmel, werden Warnrufe ausgestoßen und alle Hühner versuchen Schutz zu finden. Bei Bodenattacken wird aufgeregt gegackert. Ist kein Unterschlupf vorhanden, fallen die Tiere u. U. in eine Starre, die den bewegungsorientierten Feinden die Orientierung nimmt. Wer sich nicht bewegt, wird nicht wahrgenommen. Die Starre ist regelrecht totenähnlich, die Tiere nehmen äußere Reize nicht mehr wahr.

Ertrag

Zum einen der Naturalertrag (z. B. Getreideertrag, gemessen in dt/ha oder Milchertrag in kg/Jahr), zum anderen gibt es den finanziellen Ertrag.

Ertragsfähigkeit (des Bodens)

Wertigkeit eines Bodens, bezogen auf seine Ertragsleistung. Allerdings können auch Böden mit geringen Nährstoffvorräten (z. B. leichte Sandböden) hohe Erträge bringen, wenn sie angemessen bewirtschaftet (siehe Bewirtschaftung) werden.

Ertragspotential

Die genetisch vorgegebene Leistung (Ertrag), die eine Pflanze erbringen kann. Zur Ausschöpfung dieses Potentials wären allerdings in jeder Hinsicht optimale Wachstumsbedingungen (hinsichtlich Boden, Witterung, Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, Pflanzenschutz etc.) notwendig. In aller Regel kann dieses Potential nicht vollständig ausgeschöpft werden.

Ertragsverluste

Ertragsverluste entstehen durch Krankheiten, Schädlinge, Unkräuter, ungünstige Witterungsbedingungen und Bewirtschaftungsfehler in landwirtschaftlichen Kulturen. So können die Wahl einer falschen, d. h. an den Standort nicht angepaßten Sorte, Fehler bei Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz oder Düngung und ungünstiges Wetter (zu trocken, zu starke Niederschläge, zu kalt oder zu warm) zu hohen Ertragsverlusten führen. Die modernen Sorten können ihr hohes Ertragspotential nur dann ausschöpfen, wenn alle Bewirtschaftungsmaßnahmen aufeinander sowie auf den jeweiligen Standort und (soweit wie möglich auf die Witterung) abgestimmt sind. Bei Weizen z. B. konnten die durchschnittlichen Erträge bis heute gegenüber denen von 1965 etwa verdoppelt werden. Dies war jedoch auch von einer durchschnittlichen Steigerung der Ertragsverluste von 24% auf 35 % begleitet. Ohne Pflanzenschutz würden die durchschnittlichen Verluste heute sogar bei über 50 % liegen.

Erzeugergemeinschaft

Ein Verbund von landwirtschaftlichen Betrieben auf freiwilliger Basis mit dem Ziel gleichgerichteter Erzeugung und gemeinsamer Vermarktung. Erzeugergemeinschaften gibt es zum Beispiel bei der Produktion von Feldfrüchten mit gleichem Qualitätsstandard für die Vermarktung und oder Verarbeitung durch einen begrenzten Abnehmerkreis. In der tierischen Erzeugung zum Beispiel Aufzucht und Mast von Tieren oder Milcherzeugung nach festgelegten Richtlinien unter Nutzung einheitlichen Futters und gemeinsamer Vermarktung.

Erzeugerpreis

Betrag, den der Landwirt für den Verkauf seiner Produkte von seinem Abnehmer erhält. Je mehr Vermarktungsstufen zwischen dem Landwirt und dem Endabnehmer meist dem Verbraucher liegen, desto geringer ist der Anteil des Erzeugerpreises am Ladenpreis. Die Erzeugerpreise sind v.a. bei Getreide und Schweinen in den letzten Jahren stetig gesunken.

Etagenkäfig

Siehe Käfighaltung.

EU

EU ist die Abkürzung für Europäische Union. Dieser Zusammenschluß europäischer Länder besteht derzeit (2002) aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxem , Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien. Weitere Länder stehen auf der "Warteliste". Seit dem 1.1.1994 hat die EU einen gemeinsamen "Binnenmarkt". Im Hinblick auf die Landwirtschaft hat sich die Europäische Union zum Ziel gesetzt, die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern, die Einkommen der Landwirte an den Standard der übrigen Gesellschaft anzupassen, die Märkte zu stabilisieren und die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln zu günstigen Preisen sicherzustellen. Die Agrarumweltpolitik zum Schutz der Umweltgüter ist ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Euter

Organ der Kuh, in dem Milch gebildet wird (siehe auch Milchdrüse). Das Euter der Kuh hat 4 Zitzen (auch Striche genannt).

EU-Vermarktungsnormen für Eier

Der Verkauf von Eiern unterliegt gesetzlichen Bestimmungen. Grundlage für die Eiervermarktung innerhalb der EU sind die Vermarktungsnormen für Eier. Eier dürfen nur in zugelassenen Packstellen sortiert und verpackt werden. Die Sortierung der Eier erfolgt nach Güteklassen und Gewichtsklassen. Die Vermarktungsnormen legen auch Mindestanforderungen fest, wenn Eier mit den Angaben Eier aus Freilandhaltung, Eier aus intensiver Auslaufhaltung, Eier aus Bodenhaltung, Eier aus Volierenhaltung und Eier aus Batteriehaltung gekennzeichnet werden.

Extensivierung

Gegenteil von Intensivierung, also die Verminderung der landwirtschaftlichen Produktion durch eine geringere Bewirtschaftungsintensität. 1989 beschloß die EU ein Extensivierungsprogramm, um landwirtschaftliche Überschüsse abzubauen und gleichzeitig umweltschonende Wirtschaftsweisen zu fördern. Landwirte, die 5 Jahre lang ein Fünftel weniger produzieren als zuvor (etwa durch verringerten Einsatz von Mineraldünger und durch Integrierten Landbau oder Ökologischen Landbau), erhalten einen finanziellen Ausgleich. Zur Extensivierung gehören auch Programme einzelner Bundesländer wie etwa das Ackerrandstreifen-Programm, Hilfen zum Schutz der Streuobstwiesen, das Wiesenbrüter-Programm in Bayern und das Feuchtwiesenschutzprogramm in Baden-Württemberg. Die ökologischen Auswirkungen von Extensivierungsmaßnahmen, die mit deutlichen Ertragseinbußen einhergehen, sind jedoch nicht unumstritten.

A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Fadenwurm

Befällt den Magen und Darmtrakt und führt zu verminderten Leistungen der Tiere (Rinder, Schweine, Hühner). Symptome sind Durchfall, chronisches Aufblähen, Abmagerung, struppiges Haarkleid, eventuell Lähmungen und Krämpfe. Häufiges Vorkommen, besonders bei Rindern, ca. 30-80% der Bestände sind betroffen. Im Pflanzenbau werden auch die im Boden lebenden Nematoden, die z. T. bedeutende Pflanzenschädlinge sind, als Fadenwürmer bezeichnet.

Fahrgassen

Fahrgassen, auch Lichtschächte genannt, werden beim Säen durch das Schließen einzelner Säschare an der Sämaschine angelegt. Die so entstehenden pflanzenfreien Streifen dienen als Fahrspur und erleichtern z. B. exaktes und überlappungsfreies Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln.

Fahrsilo

Lagerraum für Silage. Darunter versteht man einen länglichen, mit stabilen Seitenwänden versehenen befestigten Platz, auf dem Futter (z. B. angewelktes Gras oder zerkleinerte Maispflanzen) abgekippt, festgefahren und luftdicht abgedeckt werden, um sie so als Winterfutter zu konservieren (vgl. Silo).

Faltschieber

Faltschieber, auch Flachschieber genannt, dienen zur Entmistung von Ställen. An Ketten, Seilen oder Stangen werden sie durch die Mistgänge gezogen und befördern Kot, Harn und Stroh aus dem Stall auf die Mistplatte (Lagerstätte für Stallmist).

Familienbetrieb

Landwirtschaftliche Betriebe, die von einer Bauernfamilie geführt werden und ihre Existenzgrundlage bilden. Die Agrarpolitik ist bemüht, solche Betriebe zu fördern und zu erhalten.

FAO

Die FAO (Abkürzung für engl.: Food and Agricultural Organisation of the United Nations) ist die 1945 gegründete Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Rom. Zu ihren Aufgaben gehören das Sammeln von landwirtschaftlichen Informationen, technische Hilfsdienste für Entwicklungsgebiete und die weltweite Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung und Verteilung.

Färse

Als Färse bezeichnet man ein geschlechtsreifes weibliches Rind bis zur ersten Kalbung oder bis zur Schlachtung (bei Färsenmast).

Fauna

Fauna ist der lateinische Begriff für die Tierwelt.

Federn

Siehe Gefieder

Federpicken

Eine häufig zu beobachtende Verhaltensweise bei Hühnern, die in allen Haltungsformen auftritt. Schon im Alter von wenigen Tagen beginnen Küken, am Federkleid ihrer Artgenossen zu zupfen. Ist das Verhalten stark ausgeprägt, kann das Picken in Kannibalismus übergehen. Betroffen sind vom Picken vor allem die Schwanzfedern, die Flügelspitzen und der Rücken. Starke Beschädigungen am Gefieder können das Allgemeinbefinden der Tiere schädigen. Federpicken reicht vom Zerfransen einzelner Federn bis hin zur völligen Entblößung der Tiere. Man vermutet verschiedene Ursachen: genetische Veranlagung, Nährstoffmangel, die Futterstruktur, intensives Licht oder hohe Luftfeuchtigkeit. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.

Feindvermeidung

Hühner in Freilandhaltung sind einer Reihe verschiedener Gefahren ausgesetzt. Habicht, Fuchs und Marder sind traditionelle Feinde von Hühnern, daher haben sie im Laufe der Evolution bestimmte Verhaltensmuster entwickelt, um dem Raub zu entgehen. Erscheint ein Greifvogel am Himmel, stoßen die Hühner Warnrufe aus und suchen Unterschlupf. Bei Bodenattacken wird aufgeregt gegackert. Ist keine Deckung vorhanden, fallen die Tiere u.U. in eine Starre (Erstarren), die den bewegungsorientierten Feinden die Orientierung nimmt. Wer sich nicht bewegt, wird nicht wahrgenommen. Eine andere Reaktion kann auch die panische Flucht in Hysterie sein. Zu beachten ist, daß auch ein Unbekannter oder nicht vertrauter Betreuer als Feind betrachtet werden kann gute Betreuung der Tiere von klein auf ist daher wichtig.

Feldaufgang

Der Feldaufgang gibt an, wieviel Prozent der ausgesäten Samen auf dem Feld aufgehen.

Feldfutterbau

Unter Feldfutterbau versteht man den Anbau von Futterpflanzen für Tiere. Er liefert neben der Grünlandbewirtschaftung die Futtergrundlage der Rinderhaltung. Das Ziel ist eine gleichmäßige Versorgung mit hochwertigem Grünfutter. Dazu gehören auch Mais, Futterrüben und Futtergetreide. Im engeren Sinne versteht man darunter aber nur den Anbau von kleeartigen Pflanzen (Rotklee, Weißklee usw.), Luzerne und Futtergräsern.

Feldgehölze

Feldgehölze sind Baum/Strauchinseln oder Buschhecken, meist aus Laubgehölz, am Rande oder zwischen Feldern. Sie dienen Insekten, Vögeln, Klein- und Großsäugetieren wie auch Pflanzenarten als Ruhe-, Lebens- oder Deckungszone.

Feldhäcksler

Feldhäcksler sind Maschinen zur Ernte von Futterpflanzen (z. B. Mais für die Erzeugung von Maissilage) oder von nachwachsenden Rohstoffen (z. B. raschwachsende Baumarten für die Energiegewinnung), mit denen Pflanzen auf dem Feld durch schnell rotierende Werkzeuge in kurze Stücke zerschnitten oder zerschlagen werden. In dieser gehäckselten Form sind sie sowohl besser transportfähig als auch besser für die Silierung bzw. die thermische Verwertung (Verbrennung) geeignet.

Ferkel

Ferkel ist die Bezeichnung für ein junges Schwein von der Geburt bis zu einem Gewicht von ca. 25 kg.

Ferkelnest

In einer kombinierten Ferkel- und Sauenbucht werden spezielle Liegeflächen für Ferkel eingerichtet, die geheizt und vom Bereich der Sau abgrenzt sind. Die Ferkel finden hier die erforderliche Temperatur (ca. 30 C) und können in diesem "Nest" nicht versehentlich von der Sau erdrückt werden.

Ferkelschutzgitter

Metallgitter in Abferkelbuchten, das den Liegebereich der Sau von dem Fluchtbereich der Ferkel abgrenzt, so daß die Sau die Ferkel beim Hinlegen nicht erdrücken kann.

Festmist

Festmist ist ein Gemisch aus Stroh, Kot und Harn im Gegensatz zum Flüssigmist (= Gülle).

Fettleber

Durch Fütterungsfehler können bei Legehennen Leberschäden (Einlagerung von Fett) auftreten. Die Fettleber ist gelb bis ockerfarben, neigt zu Blutergüssen und reißt leicht ein.

FIP

Siehe Fördergemeinschaft Integrierter Pflanzenbau.

Fischgrätenmelkstand

Hier stehen die Kühe schräg nebeneinander im Melkstand. Dieses Melksystem erlaubt guten Zugang zum Euter und wird aus arbeitswirtschaftlicher Sicht, insbesondere in größeren Betrieben eingesetzt.

Fischmehl

Wird als Protein- und Energieträger in der Tierfütterung eingesetzt. Fischmehl hat einen hohen Proteingehalt. Das Protein enthält große Anteile essentieller Aminosäuren. Bei zu hohen Anteilen in der Geflügelfütterung kann "Fischgeruch" in den Eiern oder in Fleisch auftreten. Deshalb darf nicht mehr als 5% Fischmehl in der Ration für Legehennen eingesetzt werden.

Fixkosten

Fixkosten oder Festkosten sind die z. B. in einem landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden Produktionskosten, die unabhängig von dem Anbau von Feldfrüchten immer gleich hoch sind. Dazu gehören beispielsweise die Abschreibung von Maschinen, Versicherungen und Gebäudekosten usw. Von diesen Fixkosten werden die variablen Kosten unterschieden.

Flächenstillegung

Das Programm zur Flächenstilllegung wurde in der EU verordnet, um die Überproduktion von pflanzlichen Erzeugnissen einzudämmen. Der notwendige Stilllegungsanteil wird für jedes Jahr auf Basis der Erntemengen des Vorjahres neu festgelegt. Er beträgt im Wirtschaftsjahr 2000/2001 zehn Prozent.

Flachs

Faserpflanze, siehe Lein.

Flatdeck

Aufzuchtabteile für Ferkel (6-25 kg), die von der Muttersau zur weiteren Aufzucht getrennt (abgesetzt) wurden. Flatdecks haben meist einen Boden aus ummanteltem Draht, durch den Kot und Harn in den darunter liegenden Lagerkanal fallen. Die Wände bestehen aus Metallgittern.

Fleischflecken

Blut und Gewebeeinschlüsse im Eiklar, meist in Dotternähe. Ebenso wie Blutflecken mindern sie die Eiqualität, weil der Verbraucher sie als unschön empfindet. Schädlich sind sie für den Menschen nicht.

Fleischqualität

Die Fleischqualität kennzeichnet die Beschaffenheit des geschlachteten Tieres (Schlachtkörper) und wird von sensorischen Eigenschaften (z. B. Frische, Zartheit, Geschmack), vom Nährwert, der Hygiene, von der Rückstandsfreiheit und den Verarbeitungseigenschaften bestimmt.

Fließeier

Wind- oder Fließeier werden mit extrem dünner bzw. überhaupt nicht ausgebildeter Eierschale gelegt und laufen meist beim oder kurz nach dem Legen aus. Sie entstehen durch eine Drüsenstörung im Legetrakt. Dadurch wird die Einlagerung von Kalk verhindert.

Flora

Lateinischer Begriff für die Pflanzenwelt.

Flurbereinigung

Die gesetzlich verfügte Flurbereinigung hat das Ziel, durch die Zusammenlegung zersplitterter Flurstücke, die Anlage von Wegen und durch landschaftspflegerische Eingriffe bei Gehölzen und Gewässern (ökologisches Begleitprogramm) die Agrarstruktur zu verbessern. Damit sollen wirtschaftliche und ökologische Anforderungen erfüllt werden. Zur Flurbereinigung gehören häufig auch Maßnahmen zur Dorferneuerung.

Flüssigdünger

Flüssigdünger sind Düngemittel, die in flüssiger Form ausgebracht werden. Diese Form ist insbesondere bei Stickstoff gebräuchlich. Die Vorteile zeigen sich bei der einfachen Lagerung sowie bei Transport und Ausbringung und bei der exakten Verteilung durch Sprühgeräte.

Flüssigfütterung

Bei der Flüssigfütterung wird Futter mit Wasser oder Molke verflüssigt und in die Futtertröge gepumpt (siehe auch Fütterung). Dieses Verfahren ist in der Schweinehaltung üblich.

Flüssigmist

Flüssigmist wird auch als Gülle bezeichnet, ist ein Gemisch aus Kot, Harn sowie Wasser, Futter und Einstreuresten und einer der wichtigsten Wirtschaftsdünger.

FNL

Siehe Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft.

Fördergemeinschaft Integrierter Pflanzenbau

Die Fördergemeinschaft Integrierter Pflanzenbau e.V. (FIP), gegründet 1986, ist eine Vereinigung aus Verbänden, Organisationen und Unternehmen der Landwirtschaft, der Agrarverwaltung, der Agrarwirtschaft, der Wissenschaft, der Pflanzenzucht, der landtechnischen und der agrochemischen Industrie. Vereinszweck ist die Förderung und Umsetzung integrierter Anbauverfahren in der Praxis und die Aufklärung der Öffentlichkeit über Inhalte, Zusammenhänge und Bedeutung des Integrierten Pflanzenbaus. Anfang 2000 haben die FIP und die Aktionsgemeinschaft Deutsches Fleisch (AGF) gemeinsam die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft gegründet.

Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft

Die FNL hat die Aufgabe, die Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit auf überregionaler Ebene in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern über die Bedeutung der Landwirtschaft für Staat und Gesellschaft sowie über die Bedeutung der ländlichen Räume, die darin lebenden Menschen mit ihren Arbeits- und Lebensbedingungen zu unterrichten und auf ein besseres Verständnis zwischen Stadt und Land hinzuwirken. Darüber hinaus sollen die Anwendung der bestmöglichen Produktionsmethoden der integrierten pflanzlichen Erzeugung und tierischen Veredlung im Sinne von nachhaltiger Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit in der Landwirtschaft gefördert sowie das Image der landwirtschaftlichen Erzeugung und ihrer Produkte in den Märkten und deren Wettbewerbsfähigkeit in den Veredlungsketten verbessert werden. Die FNL versteht sich als Sprachrohr und Ansprechpartner für die nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft. Sie fördert die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der nachhaltigen Entwicklung in der Landwirtschaft.

Fräse

Die Fräse ist ein Gerät zur oberflächennahen Bodenbearbeitung. An einer rotierenden Welle sind Schneid- oder Schlagwerkzeuge montiert, die den Boden zerkleinern, durchmischen und Erntereste zerkleinern bzw. einmischen.

Freilandgemüsebau

Der Gemüseanbau erfolgt überwiegend im Freiland und nur zu einem kleinen Anteil in Gewächshäusern unter Glas oder Folie. Typische Kulturen im Freilandgemüsebau sind Kohl und Salatarten, Erbsen, Bohnen, Gurken, Möhren, Spargel, Spinat und Zwiebeln.

Freilandhaltung

In der Freilandhaltung können die Legehennen tagsüber eine Auslauffläche im Freien aufsuchen. Die den Tieren zur Verfügung stehende Auslauffläche ist bei "Eiern aus Freilandhaltung" in den Vermarktungsnormen derzeit auf 10m/Tier festgelegt. Bei Einbruch der Dunkelheit oder schlechtem Wetter können sich die Hennen jederzeit in ein Stallgebäude zurückziehen, das dem der Bodenhaltung bzw. der Volierenhaltung entspricht. Vorteile: Durch die Bewegung haben die Tiere feste Flügel- und Beinknochen, normalen Krallenabrieb und weniger Zehen- und Krallenveränderungen. Die meisten Verhaltensweisen sind uneingeschränkt möglich. Nachteile: Der Kontakt mit dem Kot erhöht das Risiko eines Befalls mit Darmparasiten (Kokzidien, Würmer). Bei Holz als Baumaterial, alten Gebäuden oder verwinkelter Bauweise nisten sich häufig Milben ein. Insgesamt sind die Tiere höheren Belastungen durch Krankheitserreger ausgesetzt. Dadurch benötigt man häufig mehr Medikamente. Die größten Tierverluste entstehen durch Raubwild (Bussard, Fuchs). Der Auslauf ist schwierig zu reinigen und so gut wie nicht zu desinfizieren. Der Kot wird in den Boden eingewaschen und sorgt für Überdüngung bis hin zum Eintrag ins Grundwasser. Die Haltung in größeren Gruppen führt zu vermehrten sozialen Auseinandersetzungen, Federpicken und Kannibalismus, Eier werden verlegt. Es wird sehr viel Zeit zur Tierkontrolle benötigt. Da keine speziellen Lichtprogramme gefahren werden können, wenn die Tiere im Auslauf sind, schwankt die Legeleistung stärker als bei reiner Stallhaltung. Die Eier sind häufig mit Kot verschmutzt und damit stärker mit Bakterien besiedelt.

Freßbereich

Bereich im Stall, wo die Tiere ihr Futter aufnehmen.

Freßfanggitter

Freßfanggitter werden in Rinderställen verwendet, um zu verhindern, daß die Tiere beim Fressen durch das Futter laufen. Die Tiere können darin für eine bestimmte Zeit fixiert werden, so daß Futterverluste und Rangordnungskämpfe vermieden werden.

Frontlader

Der Frontlader ist ein Anbaugerät für Traktoren, das mit hydraulischen Hubzylindern auf und ab bewegt und mit Spezialgeräten wie z. B. einer Schaufel oder einem Kartoffelkorb ausgestattet werden kann. Damit lassen sich Lade- und Hubarbeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben erledigen, ohne dafür weitere Geräte (Gabelstapler, Radlader) anschaffen zu müssen.

Fruchtfolge

Als Fruchtfolge bezeichnet man die zeitliche Aufeinanderfolge verschiedener Kulturpflanzen auf ein und demselben Feld. Der jährliche Wechsel beugt Schäden oder ackerbaulichen Problemen vor (Fruchtfolgeschäden), die bei Monokulturen auftreten können. Wichtigste biologische Grundsätze der Fruchtfolge sind: größtmögliche Vielseitigkeit, Trennung des Anbaus unverträglicher Früchte durch möglichst lange Zeiträume und ggf. den Anbau von Zwischenfrüchten, Gleichgewicht zwischen Halmfrüchten (Getreide) und Blattfrüchten, möglichst kurze Zeiten ohne eine schützende Pflanzendecke auf dem Boden. Die Fruchtfolgewirtschaft ist schon sehr alt. Bis etwa 800 n. Chr. wurde bei uns ausschließlich Getreide in Monokultur angebaut; war der Boden erschöpft (ausgelaugt, d. h. nährstoffarm), zog man weiter und erschloß neues Land. Ab dem 9. Jahrhundert war die Alte Dreifelderwirtschaft üblich: Zwei Jahre lang wurden verschiedene Getreidearten (Sommergetreide, Wintergetreide) angebaut, dann konnte sich der Boden ein Jahr lang erholen. Im Verlauf dieses Ruhejahres (Brache) konnten aus dem Bodenmaterial neue Nährstoffe mineralisiert (= freigesetzt) werden. Allerdings bedeutete dieses System langfristig, den Vorrat an mineralisierbaren Nährstoffen auszuschöpfen, den Boden zu verarmen und schließlich die Ertragsfähigkeit deutlich zu vermindern. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts begann man mit dem Anbau von Futterpflanzen auf der Brache, gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen Kartoffel- und Rübenanbau und damit die verbesserte Dreifelderwirtschaft auf. Seither wurden die Fruchtfolgesysteme immer weiter verbessert und ergänzt. Dabei war in den letzten 150 Jahren ganz entscheidend, daß zunehmend die Funktion der Pflanzennährstoffe und deren Zufuhr (= Düngung) erkannt wurde. Der Ersatz der mit der Ernte entzogenen Nährstoffe über die Düngung machte das Brachjahr schließlich überflüssig.

Fruchtfolgeschäden

Darunter fallen solche Beeinträchtigungen des Pflanzenwachstums, die auf eine zu enge Fruchtfolge zurückzuführen sind. Dazu können beispielsweise eine starke Verunkrautung, ein übermäßiger Verlust bestimmter Pflanzennährstoffe oder die sehr starke Ausbreitung tierischer und pilzlicher Schädlinge und Krankheitserreger gezählt werden.

Fungizide

Fungizide sind chemische Mittel, die zur Bekämpfung von Pilzen z. B. im Pflanzen-, Vorrats-, Holz- und Materialschutz eingesetzt werden.

Fußkrankheiten

Fußkrankheiten sind Pilzinfektionen am unteren Stengel bzw. im Wurzelbereich überwiegend bei Getreide und Kartoffeln.

Futterautomat

Vorratsbehälter für Futter, der jedem Tier eine bestimmte Menge Futter zuteilt. Diese Dosierung kann aufgrund von elektronischen Signalen (Transponder) oder über eine mechanische Betätigung des Automaten durch das Tier selbst erfolgen.

Futterbaubetrieb

Bei Futterbaubetrieben stammen mindestens 50 % des Standard-Deckungsbeitrags aus dem Futterbau und aus dem Erlös für die Tiere, die die Erzeugnisse verwerten, etwa Milchvieh oder Mastrinder.

Futterbergung

Siehe Ernte.

Futtergetreide

Getreide, das in der Tierfütterung eingesetzt wird und durch bestimmte Inhaltsstoffe (z. B. Aminosäuren) besonders für die Tierernährung und weniger als Backgetreide geeignet ist.

Futterleguminose

Siehe Leguminosen

Futtermittelrecht

Regelt den Handelsverkehr mit Futtermitteln. In der BRD beruht das Futtermittelrecht auf dem Futtermittelgesetz. Zweck des FGM ist das Erhalten und Verbessern von Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Nutztiere sowie die Förderung der tierischen Produktion und der Qualität der tierischen Erzeugnisse (Unbedenklichkeit für den Menschen). Außerdem sollen Käufer vor Fälschungen und Täuschungen geschützt werden. Geregelt sind zum Beispiel z. B. Zulassung und Verwendung von Einzelfuttermitteln, Futterzusatzstoffen, Futterinhaltsstoffen, Toleranzgrenzen für Schadstoffe bzw. unerwünschte Stoffe. Die Einhaltung des Gesetzes wird sowohl in Industrie und Handel als auch beim Landwirt überwacht.

Futterpflanzen

Pflanzen, wie zum Beispiel Futterrüben, Mais etc., die zur Fütterung der Tiere angebaut werden.

Futterrüben

Diese Hackfrüchte werden ausschließlich als Viehfutter angebaut. Sie unterscheiden sich in der Form deutlich von den nahe verwandten Zuckerrüben. Sie sind walzen- oder tonnenförmig, von weißer, gelber, rosa oder roter Farbe und ragen weit aus dem Boden. Futterrüben sind die ertragreichsten und ertragssichersten Futterpflanzen. Sie liefern etwa 80 bis 140 Tonnen Frischmasse pro Hektar. Neben den Rüben selbst werden auch die Blätter verfüttert. Die Rüben werden im Frühjahr gesät und im Herbst mit dem Rübenvollernter geerntet. Vor dem Verfüttern an Rinder und Schweine werden sie i.d.R. geschnitzelt (d. h. zerkleinert).

Futtersilo

Vorratslager oder -behälter für Futtermittel (siehe auch Silo).

Futtertisch

Ebene Fläche zur Futtervorlage im Rinderstall, durch Freßfanggitter von der Lauf oder Anbindefläche abgegrenzt, um zu verhindern, daß das Futter durch den Tritt der Tiere verdirbt.

Fütterung Rind

Rinder als Wiederkäuer benötigen rohfaserhaltige Futtermittel wie Gräser und Mais. Zusatzfutter wie Rüben, Maissilage und Kraftfutter dient einer ausgewogenen Ernährung. Eine Milchkuh frißt ca. 16 bis 20 kg Trockenmasse pro Tag.

Fütterung Schwein

Schweine benötigen leicht verdauliche Futtermittel. Wichtig ist die richtige Zusammensetzung der im Futter vorhandenen Inhaltsstoffe; in Abhängigkeit von der Verwendung z. B. für Sauen, Ferkel oder Mastschweine in der Endmast sind jeweils unterschiedliche Futtermischungen notwendig. Standardisierte Fertigfutter auf der Grundlage von Getreide und Eiweißträgern oder hofeigene Mischungen sind allgemein üblich.

Futterverteilwagen

Landwirtschaftliches Gerät (Anhänger), mit dem die einzelnen Futtermittel, z. B. Kraftfutter und Rauhfutter gemischt werden und auf dem Futtertisch verteilt werden.

Futterverwertung/Hühner

Ist ein Maß, daß den Futterverbrauch je Einheit Leistung (Körpergewicht oder Eier) beschreibt. Beispiel: Hähnchen brauchen je Gramm Zuwachs etwa 2 g Futter. Das entspricht einer Futterverwertung von 1:2.

Futterwert

Der Futterwert ist ein Maßstab sowohl für die chemische Zusammensetzung eines Futtermittels als auch für seine Verwertung durch das Tier. Jede Tierart besitzt unterschiedliche Möglichkeiten zur Verdauung des Futters, d. h. dasselbe Futter hat für verschiedene Tiere einen unterschiedlichen Wert.

Futterzusatzstoffe

Unter Futterzusatzstoffen versteht man dem Futter zugemischte Substanzen, die sich in fünf Klassen einteilen lassen: 1. Ergänzungsstoffe: lebensnotwendige Vitamine sowie Spurenelemente und Aminosäuren, die eine optimale Ernährung der Tiere sichern. 2. Hilfsstoffe: sichern und erhalten eine gute Futterqualität (z. B. Konservierungsstoffe). 3. Krankheitsvorbeugende Stoffe: dienen insbesondere beim Geflügel dem Schutz vor parasitären Krankheiten (z. B. Kokzidiose). 4. Probiotika: Stoffe, die die Magen-Darm-Flora stabilisieren und Enzyme, die dem Tier nicht oder nur schlecht verwertbare Futterinhaltsstoffe erschließen. 5. Leistungsförderer: gewährleisten eine optimale Ausnutzung der Nährstoffe, indem sie für das Tier schädliche Mikroorganismen hemmen und dadurch nützliche Mikroorganismen im Magen bzw. im Darm fördern. Durch eine ebenfalls damit bewirkte verringerte Bildung von mikrobiellen Giften, wie z. B. biogenen Aminen und Ammoniak, wird der Stoffwechsel der Tiere entlastet.

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Gärfutterbereitung

siehe Silage, Silo

Geburt

Bei jeder Geburt werfen Sauen etwa 10 Ferkel. Im Durchschnitt erreichen sie pro Jahr 2,2 Würfe. Die mittlere Verlustrate innerhalb der ersten 21 Tage beträgt zehn Prozent der lebend geborenen Ferkel, so daß pro Sau jährlich rund 20 Nachkommen aufgezogen werden.

Geburtsgewicht

siehe Kalbung und Gewicht

Gefieder

Das Gefieder des Huhns dient in erster Linie dem Schutz gegen Kälte, Nässe, Sonne und mechanische Beschädigungen der Haut. Der Zustand des Gefieders ist ein Anhaltspunkt für den Allgemeinzustand des Tieres. Es besteht aus zwei Hauptfedertypen: Konturfedern und Daunenfedern. Durch Abnutzung verliert das Gefieder mit der Zeit seine Funktionalität. Die Tiere wechseln daher die Federn: Sie mausern sich. Man unterscheidet Teilmauser und Vollmauser.

Gelbrost

Zählt zu den Getreidekrankheiten, die durch Pilze verursacht werden. Die sogenannten Rostpilze begrenzen wegen ihrer hohen Vermehrungsrate die Ertragsleistungen sehr stark. Gelbrost kommt bei Gerste und Weizen vor. Er bildet gelbe, streifenförmige Sommersporenanlagen auf den Blattoberseiten sowie auf den Ähren und Spelzeninnenseiten. Die befallenen Blattgewebe verlieren ihre Fähigkeit zur Assimilation, und Ertragsverluste sind die Folge.

Gelbschale

Aus gelbem Material gefertigte Schalen, die, mit einer Lösung gefüllt, geeignet sind, Insekten zu fangen. Die Wirkung beruht darauf, daß Insekten durch die Farbe angelockt werden und in der Lösung ertrinken. Anhand der Anzahl gefangener Tiere kann die Befallsstärke pro Flächeneinheit abgeschätzt werden. Gelbschalen sind daher ein wichtiges Hilfsmittel im Integrierten Pflanzenbau, um die Notwendigkeit einer Pflanzenschutzmaßnahme zu prüfen und ggf. den richtigen Zeitpunkt dafür zu bestimmen.

Gelbvieh

Großrahmige (= große), einfarbig gelbe Rinderrasse, die vorwiegend in Nordbayern gezüchtet wird. Es ist eine typische Zweinutzungsrasse, die sowohl für die Milch als auch für die Fleischerzeugung geeignet ist.

Gelenkwelle

Dient der Kraftübertragung von der Zapfwelle am Traktor auf Anhänge- und Anbaugeräte. Damit werden beispielsweise sogenannte "zapfwellengetriebene Geräte" wie Fräsen o.ä. angetrieben. Da die Gelenkwelle sich sehr schnell dreht, sind besondere Vorkehrungen zur Unfallverhütung erforderlich.

Gemischtbetrieb

Bei diesen landwirtschaftlichen Betrieben erbringen weder der Marktfruchtbau noch andere Betriebszweige (z. B. Schweinemast oder Milchviehhaltung) mehr als 50 % des Standard-Deckungsbeitrages.

Gemüseproduktion

Der Anbau von Gemüse wird in Deutschland in Gewächshäusern und im Freiland betrieben. Die Ernte wird vielfach direkt an Weiterverarbeiter vermarktet. Zu den wichtigsten Produkten zählen Blumen-, Weiß-, Rot- und Rosenkohl, Wirsing, Buschbohnen, Chicoree, Gurken, Frischerbsen, Feld und Kopfsalat, Möhren, Spargel, Spinat und Zwiebeln.

Gen

Bestandteil der Erbanlagen (Genom), wie sie in jeder Zelle eines lebenden Organismus enthalten sind. Ein Gen umfaßt einen bestimmten Abschnitt auf der DNA und enthält die Information für die Reihenfolge der Aminosäuren in einem Eiweißmolekül. Die Eiweißmoleküle sind für die funktionellen Leistungen des Körpers (Stoffwechsel, Herz-Kreislaufsystem, Verdauung usw. und für die Ausprägung äußerer Merkmale (z. B. Fellfarbe) erforderlich verantwortlich.

Genossenschaften

Ursprünglich Selbsthilfeorganisationen der Bauern, heute Wirtschaftsunternehmen in der Form eingetragener Genossenschaften. Sie übernehmen u. a. den Einkauf von Saatgut, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, wobei sie als Großabnehmer günstigere Preise erzielen als der einzelne Bauer; gleichzeitig vermarkten sie auch die Erzeugnisse der angeschlossenen Bauern. Die Idee geht auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) zurück, der 1864 die erste Genossenschaft gründete. Die ebenfalls angeschlossenen Banken waren ursprünglich eingerichtet worden, um zinsgünstige Darlehen gewähren zu können und sind heute im allgemeinen Bankengeschäft tätig. Genossenschaften haben sich überörtlich zu Zentralgenossenschaften zusammengeschlossen.

Gentechnik

Teil der modernen Biotechnologie, umfaßt molekularbiologische Verfahren, die zum Zweck der Neukombination von Erbanlagen angewendet werden. Mit neuen Laborverfahren können Artgrenzen überwunden werden, die in der konventionellen Züchtung unüberbrückbar sind. Pflanzen, Bakterien und Tiere erhalten damit neue Eigenschaften, wie z. B. Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge. Weitere Anwendungsgebiete der Gentechnik liegen in der Erforschung von Erbkrankheiten sowie der Produktion von Impfstoffen und Medikamenten.

Gerätekombination

Verschiedene Geräte werden (in einer Gerätekombination) am Traktor angebaut, um in einer Überfahrt gleichzeitig mehrere Arbeitsgänge zu erledigen. Bei der Kombination von Kreiselegge und Drillmaschine sind dies beispielsweise: Bodenlockerung, Einebnung, Rückverfestigung des Bodens, Säen und Zustreichen der Saat (d. h. Bedecken der Samen mit lockerer Erde).

Gerste

In Deutschland sind Gerste und Weizen die anbaustärksten Getreidearten. Je nach Anbauzeit von Gerste wird (wie bei Weizen) in Sommergerste (Aussaat im Frühjahr, Ernte im Sommer) und Wintergerste (Aussaat im Herbst, Ernte im Sommer des folgenden Jahres) unterschieden. Gerste ist die vermutlich älteste Getreideart, die der Mensch in Kultur genommen hat, und nach Weizen, Reis und Mais die weltweit viertwichtigste Getreideart. Alle Gerstenformen sind leicht an den auffallend langen Grannen erkennbar. Gerste wird vornehmlich als Futtergetreide verwendet, und zum Teil auch zu Brot verbacken oder als Graupen (polierte Körner) verwertet. Etwa ein Zehntel der Weltproduktion geht in die Herstellung von Malz zum Bierbrauen (Braugerste). Auch Whisky wird u. a. aus Gerste hergestellt.

Gesäuge

Die Milchdrüsen und die Zitzen bilden das Gesäuge ("die Milchbar") der Sau, an dem die Ferkel saugen.

Geschlechtsreife Huhn

Zwischen dem 5. bis 7. Lebensmonat wird ein Huhn geschlechtsreif.

Geschlechtsreife Rind

Rinder sind etwa ab dem 10. bis 12. Lebensmonat geschlechtsreif.

Geschlechtsreife Schwein

Eine Sau ist mit 5-6 Monaten geschlechtsreif und wird nach 7-8 Monaten das erste Mal gedeckt. Ein Eber ist mit ca. 5 Monaten geschlechtsreif; zum ersten "Einsatz" kommt er nach 6-7 Monaten.

Gesetz vom Minimum

Wachstum und Ertrag einer Pflanze werden von demjenigen Pflanzennährstoff oder Wachstumsfaktor (wie z. B. Wasser oder Licht) begrenzt, der im Verhältnis zum Bedarf in der geringsten Menge vorliegt bzw. als erster Wachstumsfaktor ausgeschöpft ist. Justus von Liebig (1803-1873) war einer der ersten, der diese Zusammenhänge erkannte; er faßte seine Erkenntnisse 1855 im "Gesetz des Minimums" zusammen.

Gesetzliche Regelungen

Die Landwirtschaft greift steuernd in den Naturhaushalt ein. Der Gesetzgeber trifft Vorsorge, um die mögliche Gefährdung der natürlichen Ressourcen (Boden, Wasser, Luft, Vielfalt von Pflanzen und Tieren) zu verhindern. Im Pflanzenschutz als besonders sensiblem Bereich besteht ein dichtes Geflecht an Regelungen und Prüfvorschriften. Für die Landwirtschaft sind dies (u. a.): * Pflanzenschutzgesetz und Anwendungsverordnung, * Höchstmengenverordnung, * Naturschutzgesetz, * Tierschutzgesetz, * Trinkwasserverordnung, * Chemikaliengesetz, * Gefahrstoffverordnung, * Immissionsschutzgesetz, * Umwelthaftungsgesetz, * Gentechnikgesetz, * Düngemittelanwendungsverordnung * Tierseuchengesetz * Tierschutztransportverordnung * Viehverkehrsverordnung * Futtermittelgesetz * Schweinehaltungsverordnung * Schweinehaltungshygieneverordnung und viele andere sowie alle Regelungen zur Steuerung der Produktion in der EU.

Gesundungsfrucht

Kulturen bzw. Pflanzenbestände, die z. B. durch eine eigene Resistenz die Ausbreitung von Schadorganismen innerhalb einer Fruchtfolge eindämmen oder verhindern. Hafer ist ebenso wie verschiedene Klee- und Rapsarten eine Gesundungsfrucht in getreidereichen Fruchtfolgen.

Getaway-Käfig

Oder modifizierter Legehennenkäfig, unterscheidet sich von dem konventionellen Käfig in erster Linie durch das Vorhandensein von Ausgestaltungselementen (Nest, Sandbad und Sitzstangen). Diese Haltungsform umfaßt auch die in der Elterntierhaltung eingesetzten Großgruppenkäfige und die "furnished cages" oder "modified enriched cages" (siehe modifizierte Käfighaltung). Das Platzangebot je Tier beträgt mindestens 675 cm GitterbodenFläche. Insgesamt stehen dem Tier mindestens 1.240 cm zur Verfügung. Man unterscheidet Kleingruppenkäfige (36 Hennen) oder Großgruppenkäfige (z. B. Elterntierkäfige mit bis etwa 100 Hennen).

Getreide

Oberbegriff für mehrere Arten, die zur botanischen Familie der Süßgräser gehören und seit ca. 10.000 Jahren als Nahrungspflanzen dienen. Der Ursprung liegt in Vorderasien; heute stehen durch züchterische Maßnahmen Sorten sowohl für tropische als auch subpolare Klimaräume zur Verfügung. Die wirtschaftlich wichtigsten Arten in unseren Breiten sind Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Mais.

Getreideart

Siehe Getreide

Getreideeinheit

Eine Getreideeinheit (GE) entspricht 100 kg (1 Doppelzentner = 1 dz) Getreide. Andere landwirtschaftliche Erzeugnisse werden auf Basis ihres in Energie umgerechneten Nährstoffgehaltes in Getreideeinheiten bewertet (1 dt Kartoffeln = 0,2 GE, 1 dt Schweinefleisch = 4,2 GE). Dieses Maß wurde eingeführt, um die ernährungswirtschaftliche Leistung verschiedener Verfahren oder Betriebe vergleichen zu können.

Getreidekorn

Frucht des Getreides, besteht im wesentlichen aus dem Nährgewebe (Mehlkörper), dem Keimling und verschiedenen Schalen. Die Körner von Gerste und Hafer sind i. d. R. bespelzt (die Spelze ist ein Teil der Getreideblüte und fungiert als Hülle).

Gewässerschutz

Gewässerschutz in der Landwirtschaft umfaßt alle Maßnahmen, um die Verunreinigung von Gewässern zu vermeiden und die natürliche Selbstreinigung zu erhalten. Zu diesem Zweck werden in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen Regelungen getroffen. Eine Maßnahme ist die Einrichtung von Wasserschutzgebieten, in denen u. a. für die Landwirtschaft bestimmte Bewirtschaftungsauflagen bestehen. Dazu gehört es insbesondere, den Eintrag von Pflanzennährstoffen und Pflanzenschutzmitteln in das Wasser (Grundwasser und Oberflächenwasser) zu vermeiden.

Gewicht Rind

Eine Milchkuh wiegt ca. 600 bis 700 kg. Es gibt aber auch leichtere Rassen wie Jersey mit ca. 350 kg. Ein Kalb (Schwarzbunte Rasse) wiegt bei der Geburt etwa 35-45 Kilogramm.

Gewicht Schwein

Ein Ferkel wiegt bei der Geburt ca. 1,4 kg. Mastschweine werden mit 115 kg geschlachtet. Eine ausgewachsene Sau wiegt ca. 180 bis 220 kg, ein ausgewachsener Eber ca. 220 bis 250 kg.

Gewichtsklassen (Eier)

geben Auskunft über das Gewicht und sind in den EU-Vermarktungsnormen geregelt: XL sehr groß 73 g und darüber, L groß 63-73 g, M mittel 53-63 g, S klein unter 53 g.

Gewinn

Erfolgsbegriff im landwirtschaftlichen Unternehmen; bezeichnet den Betrag, der dem Unternehmer nach Abzug des Aufwands vom finanziellen Ertrag als Entgelt für die Arbeitsleistung, den Einsatz des Eigenkapitals und die unternehmerische Tätigkeit zufließt.

Gift

Substanz, die in einer bestimmten Dosis die Funktionen eines Organismus stört, schädigt oder abtötet. Je nach Zielorgan bzw. Wirkungsbereich unterteilt man sie u. a. n Nerven-, Blut-, Herz- und Atmungs-Gifte. Bereits der Arzt und Naturforscher Paracelsus (1493 bis 1541) erkannte: "Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, daß ein Ding ein Gift ist". Die Toxizität von Giften wird mit bestimmten Verfahren gemessen. Wichtige Kriterien sind: DL50 (Dosis bei der die Hälfte der Versuchstiere sterben), DL (letale Dosis, bei der alle Versuchstiere sterben). Für alle Stoffe läßt sich auch eine untere Schwelle angeben, bei der keinerlei Wirkung mehr auf einen bestimmten Organismus beobachtet werden kann. Vielfach sind Stoffe, die in einer geringen Dosierung heilende Wirkungen aufweisen, bei höheren Dosierungen giftig bzw. gesundheitsschädlich.

Glatzflechte

Glatzflechte ist eine Pilzinfektion, die bei Rind, Pferd, Schwein und Mensch vorkommen kann. Diese Infektionskrankheit macht sich durch Haarausfall bemerkbar.

Glucke

Bezeichnung für eine brütende Henne bzw. Henne mit Küken. In der Hähnchenmast (siehe Masthähnchen) und Junghennenaufzucht ersetzen künstliche Wärmequellen die Henne.

GPS

Abkürzung für Ganzpflanzensilage (z. B. Ganzpflanzensilage von Getreide, die als Tierfutter verwendet wird). GPS ist aber auch die Abkürzung für das "Global Positioning System", bei dem mit Satellitenunterstützung z. B. Navigationssysteme betrieben werden können. Dieses Positionierungssystem wird inzwischen nicht mehr nur von Militär und Luftfahrt genutzt, sondern auch in der Landwirtschaft. So lassen sich auf einem Acker teilflächengenau die Nährstoffgehalte des Bodens bestimmen und anhand dieser Daten die Düngung teilflächenspezifisch bemessen.

Grannen

Haarähnliche Fortsätze an den Deckspelzen von Getreideähren. Weizen ist unbegrannt, während Roggen und Gerste z. B. Grannen aufweisen.

Gräser

Sind die für die Landwirtschaft bei weitem wichtigste Pflanzenfamilie: sämtliche Getreidearten gehören dazu, aber auch viele Futterpflanzen der Grünlandflächen. Man unterscheidet Süß- und Sauergräser. Zu den Süßgräsern gehören die Getreidearten, dazu Gräser des Dauergrünlands (Wiesen und Weiden) wie Wiesenlieschgras, Goldhafer, Rohrglanzgras, Wiesenschwingel, Knaulgras, Trespe, Glatthafer, Quecke, Welsches Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel. Sauergräser wachsen meist auf feuchten Standorten; dazu zählen etwa Seggen, Simsen und Wollgras.

Grassilage

Viehfutter, dessen Konservierung durch natürliche Säurebildung (Gärung) erfolgt. Unter Luftabschluß entsteht durch die Wirkung von Milchsäurebakterien Milchsäure. Diese konserviert das Futter (vgl. auch Silage, Silo).

Grenzwerte

Höchstwerte im Bereich des Umwelt und Verbraucherschutzes, die für Emissionen bzw. Immissionen, Schadstoffe, Lärm usw. festgelegt werden.

Grit

Sind unverdauliche (in Salzsäure unlösliche) Steinchen aus Granit, Flint (Feuerstein), Quarz oder Basalt, die das Futter im Muskelmagen von Hühnern zerkleinern helfen. Der Durchmesser von Grit für Küken ist 12 mm , für Junghennen 34 mm und für Legehennen 56 mm. Der Gritbedarf beträgt je Henne 79 g pro Monat.

Großvieheinheit

Maßeinheit für Nutztierarten, um diese vergleichen zu können. Sie wird nach dem Gewicht umgerechnet. 1 Großvieheinheit (GV) entspricht etwa 500 kg Tiergewicht bei permanenter Haltung auf dem Betrieb. Eine Kuh entspricht 1 GV, eine Zuchtsau 0,3 GV, ein Schaf 0,1 GV und ein Ferkel bis 20 kg 0,02 GV.

Grubber

Geräte zur Bodenbearbeitung. Sie werden in der Regel gezogen und besitzen mehrere Reihen von Zinken, die in den Boden eindringen, ihn lockern und krümeln. Sie dienen zu dem Einarbeiten von Pflanzenresten oder organischem Düngemittel, zu der Unkrautbekämpfung und zum Teil als Pflugersatz, um den Boden tief aufzulockern (Aufbrechen von Bodenverdichtungen), ohne ihn dabei zu wenden.

Grünbrache

siehe Brache

Grundbodenbearbeitung

Technische Maßnahme zur groben Bearbeitung des Bodens. Ziel ist es den Boden zu wenden, zu lockern und zu durchmischen, Unkräuter zu bekämpfen und das Saatbett für die nächste Kultur vorzubereiten.

Grunddüngung

Phosphat-, Kali- und Magnesium-Düngung, die vor der Saat bzw. Pflanzung als Vorratsdüngung ausgebracht wird und z. T. mehreren Kulturen im Rahmen der Fruchtfolge zugute kommt.

Grundfuttermittel

Wirtschaftseigenes Futter, das sowohl wasserreiche Futterstoffe wie Grünfutter und anderes Saftfutter als auch trockenes Rauhfutter wie z. B. Heu und Stroh umfaßt. Die Grundfuttermittel zeichnen sich durch einen im Vergleich zu Kraftfutter bspw. geringeren Markt- und Futterwert aus und sind deshalb nicht über größere Entfernungen transportwürdig. Grundfutter wird daher meistens auf dem eigenen Betrieb erzeugt. Das Futter wird mit Kraftfutter gemischt, um eine optimale Versorgung der Tiere zu gewährleisten.

Gründüngung

Im Gegensatz zu mineralischen Düngern (siehe Mineraldünger) oder Wirtschaftsdüngern (z. B. Gülle) soll bei der Gründüngung die Bodenfruchtbarkeit durch die Einarbeitung von nicht geernteten Pflanzen bzw. Ernteresten verbessert werden. Mischungen aus Klee und Gras erhöhen beispielsweise den Stickstoffvorrat im Boden und fördern ebenso wie Senf und Ölrettich die Bodenstruktur, die Bodengare und das Bodenleben. Erntereste wie Stroh bringen zwar weniger Nährstoffe in den Boden, erhöhen aber den Anteil der organischen Masse.

Grundwasser

Bodenwasser, das die Poren und Zwischenräume zwischen den Bodenteilchen bzw. dem Gestein ausfüllt. Grundwasser entsteht durch Versickerung aus Niederschlägen, Seen sowie Flüssen und sammelt sich über undurchlässigen Schichten (Stauschichten) im Boden. Der Grundwasserspiegel ist die obere Grenzfläche des Grundwassers zwischen lufthaltiger und wassergesättigter Zone. An manchen Stellen tritt Grundwasser in Form von Quellen zutage. Liegen mehrere Stauschichten übereinander, entstehen verschiedene Grundwasserstockwerke. Der Grundwasserstrom fließt mit einer Geschwindigkeit von einigen cm bis zu mehreren km pro Tag. Aus dem von Natur aus keimfreien Grundwasser werden ca. 70% des Trinkwassers in Deutschland gewonnen.

Grünfutter

I. d. R. selbst erwirtschaftetes Futter, wie Wiesengras, Luzerne, Rotklee oder Rübenblätter.

Grünland

Oberbegriff für alle Nutzungsarten von Wiesen und Weiden. Absolutes Grünland findet sich dort, wo aufgrund des Klimas und des Bodens keine Ackernutzung möglich ist. Auf besseren Standorten findet man häufiger Wechselgrünland, das je nach wirtschaftlicher Situation und aus Fruchtfolgegründen umgebrochen und als Ackerfläche genutzt werden kann.

Gruppenhaltung

Im Gegensatz zur Einzelhaltung werden in der Gruppenhaltung Tiere, die z. B. gleich groß oder gleichgeschlechtlich sind, gleiche Leistung bringen oder die gleiche Herkunft aufweisen, in Ställen zusammengefaßt. Dadurch wird eine bedarfsgerechte Haltung und Fütterung möglich, die Hygiene verbessert und das Leistungsniveau gesteigert.

Gülle

Gemisch aus Kot, Harn, sowie Wasser, Futter und Einstreuresten. Sie enthält je nach Tierart unterschiedlich hohe Anteile von Pflanzennährstoffen und wird gezielt als Dünger eingesetzt. Die Düngeverordnung gibt einen Rahmen für die Ausbringungszeiten und -mengen.

Güteklassen Eier

Geben Auskunft über den Frischezustand und sind in den EU-Vermarktungsnormen geregelt. Klasse A oder "frisch", Klasse A "Extra" oder "Extra frisch" können bis zum siebten Tag nach dem Verpacken bzw. neunten Tag nach dem Legen vermarktet werden. Nach Ablaufen der Frist müssen die Etiketten entfernt werden. Klasse B oder "2. Qualität oder haltbar gemacht", Klasse C oder "aussortiert, für ... zugelassene Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie bestimmt". Die Luftkammer darf jeweils eine vorgeschriebene Höhe nicht überschreiten. (A Extra max. 4 mm, A max. 6 mm, B max. 9 mm). Jede Güteklasse hat noch weitere Kriterien zu erfüllen, die in der Verordnung nachzulesen sind.

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Haarlinge

Parasiten, die bevorzugt die Haut kranker und ungepflegter Tiere befallen. Die Haarlinge leben von den Schuppen und hinterlassen unregelmäßige, kahle Stellen an Hals und Hinterpartie. Man kann sie als kleine weiße Pünktchen an den Haaren erkennen. Haarlinge sind besonders widerstandsfähig gegen eine Behandlung.

Hackfrüchte

Wurzelfrüchte und Knollenfrüchte, deren Anbau eine sorgfältige Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung erforderlich macht und von denen einige zu den Wirtschaftsfuttermitteln gehören. Dazu zählen z. B. Kartoffeln, Zuckerrüben, Möhren, Kohl und Stoppelrüben. Gemeinsamkeiten der Hackfrüchte sind hohe Wassergehalte von 75-90%, relativ hohe Kohlenhydrat- sowie geringe Fett- und Proteingehalte.

Hackmaschine

Gerät zur Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung, das vorwiegend im Rüben- und Kartoffelbau eingesetzt wird.

Hackstriegel

Ein eggenartiges Gerät zur Unkrautbekämpfung im Getreide. Die Wirkung beruht darauf, daß die Zinken die jungen Unkrautpflanzen aus dem Boden reißen, teilweise aber auch mit Erde zudecken und damit zum Absterben bringen.

Hafer

Hafer ist eine Getreideart, die aus Westasien stammt und sich zunächst unerwünscht in Weizen- und Gerstenfeldern verbreitet hat. Bei den Römern galt Hafer noch als Unkraut wie heute der Flughafer. Hafer dient als Vieh- und Pferdefutter, ist aber auch ein Lebensmittel zur Ernährung des Menschen. Im Vergleich zu anderen Getreidearten enthalten die Haferkörner viel Eiweiß (12%), Fett (5%), Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Aus den Körnern werden Haferflocken und Hafergrütze hergestellt; sie liefern besonders viel Vitamin B1 (Thiamin).

Hähnchenfutter

Die Hauptfuttermittel für Hähnchen sind Mais und Weizen. Verfüttert werden auch Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Sojaextraktionsschrot u. a. Wichtig ist eine ausgewogene Mischung der Komponenten.

Hähnchenstall

Stall zum Mästen von Masthühnerküken. Die Tiere werden am 1. Lebenstag aufgestallt und bleiben dort 6-7 Wochen bis zur Schlachtreife.

Halmbruch

Gefürchtete Fußkrankheit des Getreides. Erreger ist ein Pilz, der besonders bei kühlfeuchter Witterung im Winterhalbjahr die Pflanzen befällt, so daß die Halme später in der Vegetationsphase brechen. Der Pilz hält sich mehrere Jahre auf Stoppelresten, so daß eine sorgfältige Stoppelbearbeitung und eine weitgestellte Fruchtfolge dem Befall entgegenwirken. Weizen und Gerste sind weit anfälliger als Roggen. Hafer ist kaum gefährdet und gilt daher innerhalb von getreidereichen Fruchtfolgen deshalb als Gesundungsfrucht.

Halmfrucht

Sammelbegriff für Getreide in der Fruchtfolge.

Halmverkürzer

Wachstumsregulatoren, gehören im weiteren Sinne zu den chemischen Pflanzenschutzmitteln und werden im Getreide eingesetzt, um das Wachstum des Halms zwischen den Halmknoten (Internodien) zu verringern und damit die Stabilität gegenüber Niederschlägen und Wind zu erhöhen. Die Zunahme der Stabilität beruht nicht nur auf einer verminderten Halmlänge, sondern auch darauf, daß durch die Anwendung dieser Wachstumsregulatoren die Halmwände und die Gefäßbündel an der Halmbasis verstärkt werden. Dadurch wird der Bestand widerstandsfähiger gegen die Halmbruchkrankheit und gegen Lager.

Haltungsabschnitt

Eine zeitliche begrenzte Phase bei der Haltung von Tieren, z. B. Aufzucht, Trächtigkeit, vor oder Endmast.

Handelsdünger

Darunter versteht man im Gegensatz zu den im landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden Wirtschaftsdüngern den vom Landwirt zugekauften Dünger. Der Begriff wird oft fälschlicherweise auch als Synonym für Mineraldünger verwendet.

Handelsklassen

Einstufungen von bestimmten Agrarerzeugnissen (z. B. Eier, Kartoffeln, Fleisch) nach definierten Qualitätsmerkmalen (z. B. Eigenschaften oder Größe). Sie dienen dazu, den Warenhandel zu erleichtern und Preise vergleichbar zu machen.

Hanf

Faserpflanze, siehe auch nachwachsende Rohstoffe.

Harn, Geflügel

Geflügelharn ist weiß und enthält relativ wenig Wasser. Die Harnröhre endet nicht in einer Körperöffnung, sondern mündet in die Kloake. Hier wird der Harn gemeinsam mit dem Kot ausgeschieden. Der Stickstoff, der v.a. aus dem aufgenommenen Protein stammt, wird in Form von Harnsäure ausgeschieden, bei Säugern als Harnstoff. Die Stickstoffkonzentration im Geflügelharn ist mit 0,75 % relativ hoch.

Harnstoff

Beim Abbau von Aminosäuren im Eiweißstoffwechsel entsteht Ammoniak, der in der Leber zu Harnstoff verarbeitet wird. Auf dem Blutwege gelangt der Harnstoff zu den Nieren und wird mit dem Harn ausgeschieden.

Häufeln

Ackerbauliches Erstellen von Erddämmen z. B. im Kartoffelanbau. Diese Dämme dienen dazu, einen günstigen Wasser-, Luft- und Wärmehaushalt im Boden zu schaffen.

Haupterwerbsbetrieb

Landwirtschaftlicher Betrieb, dessen Inhaber sein Einkommen überwiegend aus dem landwirtschaftlichen Unternehmen erzielt.

Hauptnährstoffe

Die Elemente Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel, Kalium, Calcium und Magnesium sind mengenmäßig am wichtigsten für das Pflanzenwachstum.

Hauptwirt

Das Tier oder die Pflanze, bei der ein Parasit die besten Lebensbedingungen vorfindet, heißt Hauptwirt. Nebenwirte mit weniger guten Entwicklungsmöglichkeiten werden daher deutlich weniger bzw. seltener befallen, und zwar vorzugsweise dann, wenn keine oder nicht ausreichend Hauptwirte zur Verfügung stehen.

Hautparasiten

Die wichtigsten Hautparasiten sind Läuse, Milben und Haarlinge. Diese Parasiten befallen hauptsächlich kranke und ungepflegte Tiere. Läuse und Haarlinge sind als kleine, weiße Pünktchen an den Haaren erkennbar, beeinträchtigen das Wohlbefinden und damit auch die Leistung der Tiere.

Hektar

Ein Hektar ist eine Flächeneinheit, die 10.000 m umfaßt, dies ist eine Fläche von 100 mal 100 Metern.

Hektolitergewicht

Das in kg angegebene Raumgewicht (für 100 Liter) eines Stoffes. Dabei sind hohe Werte erwünscht; sie gelten als wertvoller Qualitätsmaßstab beim Getreide. Allerdings ist das Hektolitergewicht mehr ein Maß für die Dichte als für die Qualität des Mehlkörpers und hat keine Bedeutung für die Saatwert-Beurteilung. Hafer beispielsweise hat üblicherweise ein Hektolitergewicht von 50 bis 60 kg.

Herbizid

Pflanzenschutzmittel zur Unkraut- und Ungrasbekämpfung. Sie werden je nach Wirkungsmechanismus in Kontakt-, Boden- und Wuchsstoffherbizide unterteilt. Je nach chemischer Formulierung wirken die Mittel selektiv, das heißt nur auf einzelne Unkraut- bzw. Ungrasarten, oder sie haben ein breites Wirkungsspektrum. In Abhängigkeit von der angebauten Kulturpflanze und dem Grad der Verunkrautung muß der Landwirt dann das am besten geeignete Herbizid auswählen.

Herdbuchzuchtbetrieb

Landwirtschaftlicher Betrieb, der einem Zuchtverband angeschlossen ist. Zielsetzung dieser Zusammenschlüsse ist es, die Leistungen der Rasse über züchterische Maßnahmen zu steigern. Zuchtverbände legen die für alle Mitglieder verbindlichen Zuchtziele der jeweiligen Rassen fest und überprüfen diese.

Herdenmanagement

Führung des betriebseigenen Tierbestandes durch den Betriebsleiter. Dazu gehört neben Fütterung, Pflege, Haltung und Hygiene insbesondere auch der Aufbau einer hochwertigen Herde durch entsprechende Züchtung und Selektion. Das Herdemanagement wird heute üblicherweise mit sog. Sauen- oder Kuhplanern über den PC abgewickelt.

Herkunftssicherung

Wichtige Maßnahme der Vieh- und Fleischwirtschaft, um jederzeit und lückenlos den Weg des Fleisches und der Eier im Laden zurück zur Herkunft des Tieres verfolgen zu können. Auf deutschen Produkten wird dem Verbraucher die Herkunft durch die Kennzeichnung D/D/D deutlich gemacht. Diese Kürzel stehen für D = Geburt in Deutschland / D = Aufzucht in Deutschland / D = Schlachtung in Deutschland.

Heu

Unter Heu versteht man das durch Trocknen haltbar gemachte Grünfutter (z. B. Gras gemischt mit Wiesenkräutern, aber auch Raps, Grünroggen, kleeartige Futterpflanzen oder Luzerne). Es ist besonders wichtig für die Ernährung von Pferden und Wiederkäuern über die Wintermonate. In der Regel werden Wiesen drei bis viermal pro Jahr mit einem am Traktor befestigten Mähaggregat (Mähbalken) geschnitten. Je 100 Kilogramm Grünfutter müssen etwa 60 Kilogramm Wasser verdunsten. Bei der Bodentrocknung wird das Gras gemäht, mehrfach gewendet (Wender) und schließlich mit dem Schwader in Reihen zusammengerecht, um dann mit einer Presse (Hochdruck- oder Rundballenpresse) für die Einlagerung verdichtet und transportfähig gemacht zu werden. Wichtig ist, daß das Heu richtig trocken ist; andernfalls droht es zu schimmeln und zu verderben (Bildung von Giftstoffen, muffiger Geschmack, Nährstoffverluste). Wenn Heu verdorben ist, darf es nicht mehr verfüttert werden. Im Extremfall entzündet sich das Heu sogar von selbst, da durch die Tätigkeit von Mikroorganismen im Heu viel Wärme entsteht; auf diese Weise sind schon viele Höfe abgebrannt.

Höchstmengen

Höchstmengen für Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Schwermetallen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln werden in ppm (parts per million) angegeben und geben die gesetzlich maximal zulässigen Gehalte von unerwünschten Stoffen in tierischer und pflanzlicher Nahrung wieder. Sie werden auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Einbeziehung eines Sicherheitsfaktors (meist der wissenschaftlich als unbedenklich erkannte Wert geteilt durch 100) festgelegt.

Holstein-Frisian

Holstein Frisian ist eine nordamerikanische Rinderrasse. Sie wurde aus der Rasse Schwarzbunte gezüchtet. Das Zuchtziel ist eine möglichst hohe Milchleistung.

Hühnerrassen

Das Haushuhn stammt vom Bankiva Huhn ab, das heute noch in einigen asiatischen Ländern in freier Wildbahn lebt. Man unterscheidet drei Rasse-Typen: leichte Legerassen (Weiße Leghorn, Italiener u. a.), die sich durch eine sehr hohe Legeleistung auszeichnen, aber für die Mast nicht geeignet sind, weil sie nur sehr wenig Fleisch ansetzen. Mittelschwere Zweinutzungsrassen (Rhodeländer, New Hampshire Plymouth Rocks, White Rocks, Sussex, Wyandotten u. a.), die durch Kreuzung leichter und schwerer Rassen entstanden sind, haben sowohl eine gute Legeleistung als auch ein relativ hohes Körpergewicht. In Europa sind von den schweren Rassen vor allem Brahma, Cochin, Orpington und Langschan vertreten. Schwere Rassen wachsen sehr rasch, sind aber spät geschlechtsreif und legen nur wenige und kleine Eier.

Hülsenfrüchte

Siehe Körnerleguminosen

Humus

Als Humus bezeichnet man die organischen Stoffe im und auf dem Boden, die von abgestorbenen Pflanzen und Tieren herrühren. Seine braunschwarze Farbe verleiht humusreichen Böden das typische dunkle Aussehen. Humus wird durch die Arbeit der vielfältigen Bodenlebewesen ständig auf-, um- und abgebaut. Der Humusgehalt von Böden ist sehr unterschiedlich, die Spanne reicht von 2 bis 3 % bei Ackerböden bis über 20 % bei manchen Grünland- und Gartenböden. Für die Bodenfruchtbarkeit ist Humus sehr wichtig, denn er stellt die Zwischenphase dar beim Abbau organischer Stoffe zu Pflanzennährstoffen. Außerdem verbessert er die Bodenstruktur, den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens, er erhöht die Bodentemperatur, weil die dunkle Farbe Sonnenstrahlen gut aufnimmt, und er speichert Nährstoffe. Es gibt Nährhumus, der schnell abbaubar ist, sowie in weit größeren Mengen den sogenannten Dauerhumus (etwa 90 % des Humus), der aus schwer zersetzbaren Humusstoffen besteht, dafür aber Wasser und Nährstoffe bindet und das Bodengefüge stabilisiert. Durch geeignete Maßnahmen, etwa Gründüngung, kann man den Humusgehalt eines Bodens erhöhen.

Hybride

Aus zwei oder mehreren Linien gekreuzte Tiere oder Pflanzen.

Hygiene

Umfaßt z. B. im Stall alle Maßnahmen, die der Vorbeugung und dem Schutz vor Krankheitserregern dienen. Hygienemaßnahmen sind z. B. sehr wichtig, um einen Ausbruch der Schweinepest zu verhindern, die z. B. über Kontakte mit freilebenden Wildschweinen übertragen werden kann. Dazu gehört auch, daß Stallgebäude und -einrichtungen regelmäßig gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Hygieneschleuse

Hygieneschleusen befinden sich auf dem Bauernhof an den Punkten, wo Krankheitserreger häufig von außen eindringen können. Dies sind beispielsweise die Eingangsbereiche von Ställen. Dort kann ein Wechsel der Kleidung oder die Säuberung bzw. Desinfektion der Schuhe die Gefahr der Einschleppung von Erregern deutlich reduzieren. Gerade in schweinehaltenden Betrieben sind solche Hygieneschleusen besonders wichtig, weil hier die Gefahr besteht, daß die Schweinepest aus anderen Beständen mit dem Tierarzt, dem Viehhändler, zugekauftem Vieh oder auch über Wildschweine eingeschleppt wird.

Hygienevorschriften

Hygienevorschriften dienen in erster Linie dem Schutz des Verbrauchers vor hygienisch nicht einwandfreien, d. h. mit Schaderregern, Schädlingen, deren Stoffwechselprodukten, Schmutz oder Krankheitskeimen belasteten Nahrungsmitteln. Entsprechende Gesetze und Verordnungen, die amtliche Lebensmittelüberwachung und moderne Produktionsverfahren sorgen dafür, daß die Qualität der Lebensmittel heute besser ist als jemals zuvor.

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Immissionen

Unter Immissionen versteht man schädliche Umwelteinwirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen z. B. in Form von Gasen, Flüssigkeiten, Geräuschen, Staub und Gerüchen, die von einer Quelle (Emissionsquelle) zum Ort der Einwirkung "transportiert" werden. Gerade in der Tierhaltung können solche Emissionen auftreten. Entsprechend wurde vom Gesetzgeber mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz ein Instrument geschaffen, um solchen Belastungen der Allgemeinheit vorzubeugen. So sind beispielsweise Tierhaltungen ab gewissen Bestandsgrößen genehmigungspflichtig, wobei u. U. bestimmte betriebliche oder bauliche Voraussetzungen zum Betrieb der Stallanlagen festgelegt werden können.

Immunität

Immunität ist im Gegensatz zur Resistenz eine erworbene, spezifische Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegenüber speziellen Krankheitserregern. Dies setzt einen vorausgegangenen Kontakt des Organismus mit dem Erreger bzw. mit seinen Stoffwechselprodukten voraus und beruht darauf, daß der befallene Organismus als Folge dieses Kontaktes sogenannte Antikörper gebildet hat.

Impfung

Durch eine vorbeugende Impfung (indem ein Organismus mit kleinen oder kleinsten Mengen eines lebenden, veränderten oder abgetöteten Erregers infiziert wird) werden Menschen und Tiere widerstandsfähig (immun) gegenüber Infektionskrankheiten und Seuchen. Dieser Mechanismus beruht darauf, daß der Körper den Erreger in dieser geringen Dosierung über die Bildung eigener Antikörper selbst bekämpfen kann. Danach verfügt der Organismus über diese Antikörper, die bei einem erneuten Kontakt mit dem Schaderreger sicher stellen, daß der Erreger direkt bekämpft wird und die Krankheit nicht ausbrechen kann.

Infektionskrankheiten

Werden durch verschiedene Erreger (Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten) hervorgerufen. Zum Ausbruch kommt es bei geschwächter Widerstandskraft des befallenen Organismus oder bei explosionsartiger Ausbreitung der Erreger. Übertragen werden die Erreger in der Tierhaltung meist von Tier zu Tier, aber auch durch andere Tierarten (Wirtstiere), Ungeziefer, Personal und Stallgeräte oder auf dem Luftwege.

Insekten

Insekten bilden die größte Tierklasse auf der Erde: über 1 Million beschriebene Arten; nach Schätzungen existieren jedoch 30 bis 50 Millionen Arten. Sie kommen auf allen Kontinenten vor, insbesondere in den Tropen. Käfer, Schmetterlinge, Fliegen, Bienen, Wespen, Heuschrecken, Ameisen, Termiten, Wanzen, Blattläuse, Zikaden alle gehören zu den Insekten. Ausgewachsene Insekten haben sechs Beine. Der Körper ist durch zwei Einkerbungen in drei Abschnitte gegliedert: Kopf, Brust und Hinterleib. Sie haben kein Innenskelett, sondern eine tragende Außenhülle aus Chitin. Insekten entwickeln sich aus Eiern meist über Larven, Raupen oder Maden, die oft ganz anders aussehen als die erwachsenen Tiere (Metamorphose) und nicht selten auch andere Lebensräume besiedeln. Viele Schädlinge gehören zu dieser Tiergruppe, aber ebenso auch viele Nützlinge und dazu einige Nutztiere wie Bienen und Seidenraupen.

Insektizid

Chemische Mittel zur Bekämpfung und zum Abtöten von Insekten im Pflanzen-, Vorrats-, Holz-, Materialschutz und im Hygienebereich (siehe auch Insekten, Pflanzenschutzmittel)

Integrierter Landbau

Umfaßt die pflanzliche und tierische Erzeugung unter ausgewogener Beachtung ökologischer und ökonomischer Erfordernisse. Beim integrierten Landbau soll insbesondere angestrebt werden, daß die ökologischen und ökonomischen Erfordernisse ausgewogen sind. In diesem Konzept für eine moderne, zukunftsorientierte Landbewirtschaftung werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit den althergebrachten Erfahrungen der landwirtschaftlichen Praxis in Einklang gebracht. Der integrierte Landbau verfolgt das Ziel, den ökonomischen Erfolg zu optimieren, allerdings immer unter Berücksichtigung der ökologischen Belange. Die Landwirte kombinieren biologische, technische und chemische Maßnahmen, um die Kulturpflanzen, die natürlichen Ressourcen zu schonen und so gesund zu erhalten und ertragreiche Ernten hoher Qualität zu erzeugen. Die Produktion wird dem Standort angepaßt, indem Fruchtfolge, Sortenwahl, Pflanzenernährung und Pflanzenschutz aufeinander abgestimmt werden. Die Tierbestände werden leistungsgerecht mit hochwertigem Futter versorgt und die Wirtschaftdünger bedarfsgerecht zur gezielten Pflanzenernährung genutzt (siehe Integrierter Pflanzenbau und Integrierter Pflanzenschutz).

Integrierter Pflanzenbau

Der Integrierte Pflanzenbau umfaßt die pflanzliche Erzeugung unter ausgewogener Beachtung ökologischer und ökonomischer Erfordernisse. Dabei sind alle geeigneten Verfahren des Acker- und Pflanzenbaus standortgerecht aufeinander abzustimmen. Die folgenden Maßnahmen sind möglichst optimal zu verknüpfen: * Betriebsplanung und Betriebsorganisation (Informationssysteme einschließlich Schlagkartei, Schadenschwellen, Bodenuntersuchungen, Klimadaten usw.); * Gestaltung der Feldflur und ihres Umfeldes (Schlaggröße, Ackerraine, Wegebau usw.); * Arten, Sorten und Saatgutwahl (Ansprüche, Resistenz, Qualität, Saatstärke usw.); * Bodenbearbeitung ( bodenschonend, konservierend, Mulchsaat und Direktsaat); * Anbau und Bodennutzung (vielgestaltige Fruchtfolge, Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit); * Pflanzenernährung (organische Düngemittel und Mineraldünger); * Pflanzenschutz (acker- und pflanzenbauliche Verfahren, biologisch, biotechnisch, physikalisch, chemisch).

Integrierter Pflanzenschutz

Teilgebiet des Integrierten Pflanzenbaus. Dabei werden alle wirtschaftlich, technisch und ökologisch sinnvollen Verfahren aufeinander abgestimmt eingesetzt, um Schadorganismen an Kulturpflanzen unter der wirtschaftlichen Schadenschwelle zu halten und dabei unerwünschte Nebenwirkungen der Maßnahmen zu minimieren. Zunächst werden dabei vorbeugend natürliche Begrenzungsfaktoren ausgenutzt, etwa ausgeklügelte Fruchtfolgen, die Wahl von geeigneten Pflanzenarten und -sorten (zum Beispiel solche, die gegen bestimmte Schädlinge widerstandsfähig sind), Standort (Klima, Boden), optimaler Saatzeitpunkt und mechanische Maßnahmen (z. B. Einsatz eines Striegels zur Unkrautbekämpfung), bedarfsgerechte Pflanzenernährung sowie ggf. der Einsatz von Nützlingen (biologische Schädlingsbekämpfung). Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kommen gezielt chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Die Anwendung des Integrierten Pflanzenschutzes setzt gute Kenntnisse aller beteiligten Faktoren und intensive Beobachtung der Pflanzen voraus; allgemeine Rezepte sind nicht möglich, weil jede Situation anders ist und eine andere Maßnahmenkombination verlangt.

Intensität

Lat. intensio = Spannung; beschreibt den Aufwand von Produktionsfaktoren im Verhältnis zum Ertrag, bezogen auf eine Leistungseinheit oder die Fläche. Beispiele: Arbeitsstunden, Produktionsmittel oder Kapitalaufwand je Hektar, je t Erntemenge, je Tier, je l Milch u. a.

Interventionspreis

Preis, zu dem die Marktorganisationen der Europäischen Union (EU) Stützungskäufe von Agrarprodukten zur Marktentlastung vornehmen. Damit soll verhindert werden, daß die Erzeugerpreise auf ein wirtschaftlich nicht mehr vertretbares Maß absinken und die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe gefährdet wird.

Inzucht

Inzucht tritt entweder zwangsläufig auf, wenn eine Population sehr klein ist und daher die Tiere untereinander alle mehr oder weniger verwandt sind. Sie wird aber auch absichtlich eingesetzt, um die Ähnlichkeit der Tiere untereinander dafür auszunutzen, daß bestimmte Eigenschaften mit großer Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weitergegeben werden. Gefahr bei der Inzucht ist jedoch, daß auch krankhafte Eigenschaften weitergegeben werden und diese innerhalb der Tiergruppe dann vermehrt auftreten.

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Jauche

Gemisch aus Harn und Wasser. Es fällt überwiegend in der Rindviehhaltung an und wird wie anderer Flüssigmist als wertvoller Dünger (organische Düngemittel, Wirtschaftsdünger) genutzt.

Joghurt

Eingedickte und von bestimmten Bakterien gesäuerte Milch, eiweißreich und fettarm.

Jungbullen

sind männliche Jungrinder nach der Aufzucht ab einem Alter von 6-7 Monaten bis zu einem Alter von 12-15 Monaten.

Jungeber

Als Jungeber bezeichnet man Eber im Alter von 5 Monaten (Geschlechtsreife) bis ca. 1 1/2 Jahren.

Junghennenaufzucht

Eine Betriebsform in der arbeitsteiligen Geflügelwirtschaft. Die Junghennenaufzucht umfaßt die Zeitspanne vom Schlupf (Eintagsküken) bis zum Einsetzen der Legereife und dauert ca. 20 Wochen. Die Küken schlüpfen mit ca. 40 g und kommen mit ca. 1.500 g (leichte Herkünfte) bzw. fast 1.700 g (mittelschwere Herkünfte) Körpergewicht in den Legehennenstall.

Jungsau

Als Jungsau bezeichnet man Sauen im Alter von 6 Monaten (Geschlechtsreife) bis zum ersten Wurf von Ferkeln.

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Käfighaltung konventionell

In der herkömmlichen Batteriehaltung leben die Legehennen in kleinen Gruppen von drei bis sechs Tieren in Käfigen. Die Käfige sind neben- und übereinander angeordnet und mit Futtertrog, Tränke und einem leicht noch vorn geneigten Gitterboden ausgestattet. Die herkömmliche Batteriehaltung bietet bestmögliche Tiergesundheit, gleichbleibend gute Produktqualität und effizienten Umweltschutz. Einige typische Verhaltensweisen können jedoch nicht ausgeübt werden, wobei diese Einschränkung nicht zu Schmerzen oder Schäden der Tiere führen. Käfigtypen sind Flatdeck (1 Etage), Stufenkäfige (2-3 Etagen), Batterie (2-8 Etagen). Bei 4 Etagen kann man je m Stallboden 20-25 Hennen halten. Der Kot, der durch die Gitterroste fällt, wird über Förderbänder abtransportiert und gesammelt. Die Eier rollen ebenfalls auf dafür vorgesehene Bänder, auf denen sie nicht zerbrechen und automatisch abtransportiert werden. Die Ställe sind meist fensterlos, da die Tiere über spezielle Lichtprogramme mit Licht versorgt werden.

Käfighaltung ausgestaltet

Die ausgestalteten Käfige unterscheiden sich von der herkömmlichen Batteriehaltung neben einem großen Platzangebot und der Haltung in größeren Gruppen (20 bis 40 Legehennen pro Käfig) in erster Linie durch das Vorhandensein von Strukturelementen wie Sandbad, Nest und Sitzstangen. Diese modifizierte Käfighaltung in Kleingruppen ist noch stark in der Entwicklung begriffen. Umfassende wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Erprobungen sind notwendig.

Kalb

Als Kälber werden in der Landwirtschaft die Nachkommen von Kühen bezeichnet (männlich = Bullenkalb, weiblich = Kuhkalb). Es gibt in der Tierwelt auch noch andere Kälber: Bei Bisons, Kamelen, Walen etc. Für das Kuh- oder Bullenkalb in der Landwirtschaft gilt, daß es nach einer mittleren Trächtigkeitsdauer von rund neun Monaten und neun Tagen mit einem Geburtsgewicht von etwa 35-45 Kilogramm zur Welt kommt. Die erste Nahrung ist die Biestmilch oder auch Kolostralmilch. Einige Wochen braucht es noch Milch entweder Kuhmilch oder Milchersatz, beginnt aber bereits einige Tage nach der Geburt mit ersten Versuchen, rohfaserreiches Futter aufzunehmen. Nach ca. 3 Monaten nehmen die Kälber als sogenannte "Fresser" genügend feste Nahrung auf, so daß die Milchtränke abgesetzt werden kann. Ab einem Alter von etwa 6-8 Monaten werden die Jungtiere nicht mehr als Kalb, sondern als Rind bzw. Jungrind bezeichnet.

Kälber / Geburt

Die Bezeichnung "Kalb" gilt von der Geburt bis zu vollen Ausbildung der Vormagenfunktion (siehe auch Wiederkäuer) bei etwa 130-150 kg Lebendgewicht in einem Alter bis 5-8 Monaten (Eintritt der Geschlechtsreife).

Kälberaufzucht

Lebensphase des Kalbes in den ersten 5 Monaten nach der Geburt und dem Absetzen von der Kuh. Sein Gewicht beträgt dann ca. 130-150 kg. Kälber sollen zügig wachsen, aber nicht fett werden. Je nach Rasse nehmen die Kälber dabei zwischen 700 und 850 g pro Tag zu! Die Haltung erfolgt teilweise in einem Iglu (= Einzelhütte), wobei in der ersten Woche Biestmilch gefüttert wird. In der dann folgenden Tränkeperiode erhalten die Kälber Milch oder sogenannte Milchaustauscher. Die Tränkeperiode dauert 2-7 Wochen bei Frühentwöhnung (= Absetzen) und 2-13 Wochen bei späterem Absetzen. Gruppenhaltung der Kälber ist ab dem 10. Lebenstag möglich und ab einem Lebensalter von 14 Tagen i. d. R. üblich. Unter der Jungrinderaufzucht versteht man bei Kuhkälbern dann die Phase etwa ab 5. bis 8. Monat bis zur ersten Belegung (s. belegen).

Kälberbox

Die Kälberbox ist in vielen Haltungssystemen die erste Station der Kälber, nachdem sie von der Mutter getrennt werden. Sie sind dort vor Zugluft geschützt und werden von Krankheitskeimen abgeschirmt. Eine andere Haltungsform ist z. B. das Iglu.

Kälberiglu

In den ersten Lebenswochen werden die Kälber häufig außerhalb des eigentlichen Stalles in eingestreuten, wind- und wettergeschützten Einzelhütten (= Iglus) aufgezogen. Der hohe Sauerstoffgehalt und die geringe Keimbelastung der Außenluft tragen dazu bei, die jungen Kälber gesund zu erhalten. Mehrmals täglich werden sie über Nuckeleimer getränkt.

Kalbung

Unter Kalbung versteht man die Geburt eines Kalbes nach ca. 9 Monaten Trächtigkeit der Kuh. * Die erste Kalbung findet bei Rindern mit ca. 27 Monaten statt. Es folgt dann durchschnittlich ein Kalb pro Jahr, bei ca. 2% der Geburten auch Zwillinge, die aber nicht erwünscht sind. * Ein Kalb (Schwarzbunte Rasse) wiegt etwa 35-45 kg bei der Geburt.

Kalidünger

Hauptbestandteile sind wasserlösliche Salze (Kaliumchlorid und Kaliumsulfat), die vornehmlich den Pflanzennährstoff Kalium enthalten, aber auch Magnesium und Sulfat. Der Kalidünger dient zur Grunddüngung. Die sulfathaltigen Typen werden v. a. für Pflanzen verwendet, die kein Chlorid vertragen (etwa Kartoffeln, Wein).

Kalisalze

Kalisalze stammen aus Ablagerungen von Meeresteilen, die vor Jahrmillionen durch Bodenhebungen vom Meer abgeschnitten wurden und ausgetrocknet sind.

Kalium

Kalium in reiner Form ist ein silbernes, weiches Metall, dessen Verbindungen zu etwa 2 % in Böden und Gestein der Erdkruste vertreten sind. Es ist ein lebenswichtiges Element für alle Lebewesen und an vielen physiologischen Vorgängen (u. a. Wasseraufnahme, Photosynthese, Nerven- und Muskelerregung, Herztätigkeit) beteiligt. Für Pflanzen ist es einer der Hauptnährstoffe, die regelmäßig über die Düngung zugeführt werden müssen. Ein ausreichender Kaliumgehalt im Boden ist für die Pflanzen notwendig, um die Widerstandskraft gegen Lager, Trockenheit und Krankheiten aufzubauen (siehe Kalidünger, Düngung).

Kalk

Siehe Kalkdünger

Kalkdünger

Eigentlich Calciumdünger, enthalten in der Hauptsache Calcium; der Gehalt wird als CaO- Gehalt ausgedrückt. Kalkdünger gibt es in vielen Formen, so etwa als Kohlensaurer Kalk, Branntkalk, Löschkalk, Magnesiumkalk oder Hüttenkalk. Eine geregelte Kalkversorgung der Böden ist Grundlage jeder Düngung, um den pH-Wert (Säuregrad) des Bodens zu regulieren, die Verfügbarkeit der übrigen Nährstoffe zu beeinflussen und um die Bodenstruktur und damit die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Vor allem auch wegen der Säureniederschläge aus der Luft (vorwiegend schwefel- und salpetersaure Immissionen) ist die Kalkung wichtig.

Kalkung

Siehe Kalkdünger

Kaltstall

Aufstallungsform hauptsächlich in der Rinderhaltung, bei der das Innenklima des Stalls weitestgehend dem Außenklima entspricht. Dies wird durch Belüftung bzw. einen entsprechenden Luftaustausch (offene Bauweise) erreicht.

Kalttränke für Kälber

Die Kalttränke für Kälber wird auch als Vorratsfütterung bezeichnet. Die Kälber erhalten dabei ab der zweiten Woche ihr "Kaltgetränk", d. h. mit Ameisensäure angesäuerte Milch oder Milchaustauscher, zur freien Verfügung (= ad libitum). Sie bedienen sich dabei über Nuckel, die über einen Schlauch mit dem Vorratsbehälter verbunden sind. Die Temperatur der Tränke sollte bei 12-18C liegen.

Kamille

Lat. chamomilla matrimonia (echte Kamille): gehört zu den Korbblütlern. Die Kamille ist einerseits eine Arzneipflanze mit breitem Wirkungsspektrum, die gezielt angebaut wird, andererseits vor allem in Form der Hundskamille ein hartnäckiges Ackerunkraut. Durch das typische breit auslaufende Wachstum behindert die Pflanze z. B. die Entwicklung von Getreide. Oft sind ganze Ackerteile völlig überwuchert, wenn nicht rechtzeitig dagegen vorgegangen wird.

Kammstall

Ein Kammstall bezeichnet ein Haltungssystem in der Schweinehaltung mit dem sogenannten Rein-Raus-Verfahren. Die Abteile, in denen sich die Schweine befinden, gehen wie die Zähne eines Kammes vom Gang des Stalles ab. Diese Abteile werden jeweils komplett neu belegt und komplett geräumt. Das hat den Vorteil, daß Krankheiten sich nicht so schnell im gesamten Bestand ausbreiten und die einzelnen Abteile gesondert gereinigt werden können. Außerdem hat der Landwirt so die Möglichkeit, kontinuierlich Schweine aufzustallen und zu verkaufen.

Kannibalismus bei Geflügel

Federpicken und Kannibalismus sind seit langer Zeit als "Verhaltensunart" beim Wirtschaftsgeflügel und Ziervögeln bekannt und tritt in allen Haltungsarten auf. Schon 1879 wurde darüber berichtet. Federpicken und Kannibalismus führen zu Federverlusten, Verletzungen, erhöhter Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Todesfällen. Als Ursache ist ein Komplex von zahlreichen Faktoren anzusehen, wie genetische Veranlagung, Nährstoffmangel, Futterstrukturen, Licht und Klima.

Kapital

Ursprünglich entstanden durch das Vorhandensein von Boden und den Einsatz von Arbeit. Man versteht darunter den Gesamtwert aller Güter, also sowohl das Sachkapital (z. B. Gebäude, Maschinen, Energie) als auch das Geldkapital. Die Kapitalbildung erfolgt durch Anlage von Geld in Sachkapital (Investitionen).

Karenzzeit

siehe Wartezeit

Kartoffelkäfer

Dieser Käfer, lateinischer Name Leptinotarsa decemlineata, und seine Larven sind Schädlinge in Kartoffelkulturen. Der etwa 15 Millimeter große Käfer (er wird nach seiner Heimat im westlichen Nordamerika auch Coloradokäfer genannt) ist an den gelbschwarzen Längsstreifen auf seinem Rücken gut zu erkennen. Die Larven sind dunkelrot gefärbt mit schwarzen seitlichen Punkten. Bei Massenauftreten (die Schadensschwelle liegt bei 1 bis 2 Käfern oder etwa 20 Larven pro Pflanze) fressen sie in kurzer Zeit ganze Felder kahl. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts insbesondere nach dem II. Weltkrieg wurden die Kinder in die Felder geschickt, um die Käfer abzusammeln, damit die wertvolle Ernte nicht zu stark gemindert wurde. Dafür gab es sogar schulfrei! Die Käfer kommen im Mai aus dem Boden, legen im Juni ihre Eier an die Blattunterseiten, aus denen nach 3 bis 12 Tagen die gefräßigen Larven schlüpfen. Innerhalb von 10 bis 30 Tagen sind die Larven ausgewachsen.

Kartoffeln

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist eine der wichtigsten Hackfrüchte. Sie wird als Speisekartoffel, Pflanzkartoffel, Veredlungskartoffel und Stärkekartoffel verwendet. Immer mehr Bedeutung findet die Kartoffel als nachwachsender Rohstoff. Die Heimat der Kartoffel sind die Hochebenen Perus und Ecuadors; sie kam erst einige Jahre nach der Entdeckung der Neuen Welt nach Europa, und zwar zunächst als Zierpflanze. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie von Friedrich dem Großen in Preußen als Kulturpflanze eingeführt. Als Hackfrucht ist die Kartoffel zwar unkrautanfällig und bedarf daher einen sorgfältigen Pflege der Feldbestände, aber sie lohnt dies durch einen hohen Ertrag. Trotz aller Erfolge der Züchter, die Resistenzen gegen viele Krankheiten eingezüchtet haben, sind Kartoffeln empfindlich gegen Bakterien, Viren, bestimmte Insekten (Kartoffelkäfer) und Pilzkrankheiten (vor allem Kraut- und Knollenfäule); die Pilzkrankheiten können heute allerdings mit Fungiziden bekämpft werden. Als Nachtschattengewächs enthält die Kartoffel wie viele andere Mitglieder dieser Familie giftige Stoffe (vor allem Solanin). Daher sind die Blätter, die weißen, rosa oder violetten Blüten und die grünen, etwa kirschgroßen Früchte nicht eßbar. Nur die Knollen sind weitgehend frei von Solanin. Die Kartoffelknolle ist botanisch gesehen ein verdickter unterirdischer Stengelausläufer. Die kleinen dunklen Punkte darin sind die "Augen". Pflanzt man eine Kartoffelknolle ein, treiben sie Sprosse, die sich zu neuen Kartoffelpflanzen entwickeln. Frisch geerntete Kartoffeln enthalten etwa 78 Prozent Wasser, 18 Prozent Stärke, 2,2 Prozent Eiweiß, 1 Prozent Mineralstoffe, 0,1 Prozent Fett und mehrere Vitamine. Ihr Gehalt an Vitamin C ist im Vergleich zu den Gemüsearten gering, aber auf Grund der verzehrten Menge sind Kartoffeln eine günstige Quelle dieses Vitamins. Während der Lagerung im Winter nimmt der Vitamingehalt ab. Sie dienen als Nahrung, als Tierfutter, und die daraus gewonnene Stärke als Industrie-Rohstoff für die Gewinnung von Alkohol (u. a. Wodka) und Stärke (etwa für Nahrungsmittel, Papier, Textilien: siehe nachwachsende Rohstoffe). In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei ca. 73 kg jährlich, allerdings nimmt die Verwendung als Speisekartoffel zugunsten von verarbeiteter Nahrung (Pommes frites, Puffer, Kartoffelchips usw.) ab.

Käse

Ein seit mindestens 3.000 Jahren bekanntes Nahrungsmittel aus Eiweiß, Fett, Wasser und Salzen, das aus Milch gewonnen wird. Zur Käseherstellung bringt man die Milch zunächst zum Gerinnen, so daß sich eine feste Masse bildet, der sog. Käsebruch. Dazu setzt man Milchsäurebakterien sowie Lab, ein u. a. aus Kälbermägen gewonnenes Enzym, ein. Je nach Käsesorte werden bestimmte Kleinpilze eingesetzt, die auf den Käsebruch einwirken. Im Laufe einiger Wochen erzeugen sie die typischen Geschmacksstoffe. Bei manchen Käsesorten bilden sich dabei Gase, die als Blasen in der Masse eingeschlossen bleiben. So entstehen die sprichwörtlichen "Löcher im Käse". Nach Festigkeit und Fettgehalt unterscheidet man: Hart-, Weich-, Rahm-, Fett-, halbfetten und Magerkäse. Es gibt etwa 4.000 Sorten davon, allein in Deutschland über 600; der jährliche Pro-Kopf-Verzehr liegt bei etwa 17 Kilogramm.

Keimung

Beginn des Wachstums einer Samenpflanze. Der Keimling ist die im Samen vorgebildete zukünftige Pflanze mit den Keimblättern und den Anlagen für Wurzeln und Sprosse. Nach Durchbrechen der Samenschale tritt der Keimling bei günstigen Bedingungen aus und entwickelt Wurzeln und Sproß.

Kennzeichnung

Im Zusammenhang mit der Landwirtschaft ist damit meistens die Kennzeichnung von Tieren gemeint. Sie dient der Herkunftssicherung und Tierseuchenbekämpfung. Der Herkunftsnachweis ist die Voraussetzung für die Etikettierung im Handel.

Kistenstall

Der Kistenstall ist eine Haltungsform in der Schweinemast. Die Schweine haben in ihren Buchten kistenförmige Hütten, die ihnen Rückzugsmöglichkeiten bieten. Diese "Kisten" finden sich häufig in Verbindung mit einem unbeheizten Stall (Kaltstall) und dienen dort als "Warmzone". Eine Form der Kistenställe ist das Nürtinger System.

Klärschlamm

Schlammiges Konzentrat aus Feststoffen die beim Klärprozeß im Klärwerk aus dem Abwasser ausgeschieden werden. Je nach Herkunft des Abwassers (Industriebetriebe, Haushalte) ist auch die Zusammensetzung des Klärschlamms unterschiedlich. Die Klärschlamm-Verordnung von 1992 regelt die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung; unbedenkliche Schlämme, die auf ihre Inhaltstoffe untersucht worden sind, können danach im Sinne einer Kreislaufwirtschaft als organischer Dünger auf den Feldern ausgebracht werden. Dabei sind sowohl die maximal auszubringende Höchstmenge als auch Grenzwerte für die zum Teil toxischen Schwermetalle geregelt. Eine Klärschlammdüngung von Gemüse und Obstanbauflächen, Dauergrünland, forstlich genutzten Flächen, in Naturschutzgebieten, Nationalparks, geschützten Landschaftsbestandteilen, Wasserschutzgebieten und auf Uferrandstreifen ist generell nicht zulässig.

Klaue

Die Klauen sind die "Zehennägel" der Paarhufer. Die Klauen von Rind, Schafe, Ziege und Schwein entsprechen dem Huf des Pferdes, unterscheiden sich davon aber durch die paarige Anordnung (Pferde sind Einhufer, Rind, Schwein etc. sind Paarhufer). Klauen wie Hufe sind der unterste, von einer Hornkapsel bedeckte Teil der Extremitäten (Gliedmaßen) der Huftiere. Wie Krallen und Fingernägel werden sie im Gebrauch abgenutzt und deshalb ständig nachgebildet. Da Erkrankungen der Hufe bzw. Klauen zu großen Leistungseinbußen bei den Tieren führen, ist die Klauenpflege außerordentlich wichtig.

Klauenpflege

Klauenpflege ist die "Pediküre für die Kühe". Die Klauenpflege umfaßt alle Maßnahmen, die der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen der Klauen dienen. Die Klauenpflegearbeiten werden am besten im Klauenpflegestand durchgeführt, wo die Kuh "fixiert" wird, damit ihr und dem Pfleger nichts passiert. Kühe können nämlich auch zur Seite ausschlagen!

Klee

Siehe Leguminosen und kleeartige Futterpflanzen.

Kleeartige Futterpflanzen

Werden im Feldfutterbau angebaut. Die wichtigsten Kleearten sind Rotklee, Weißklee, Bastardklee, Esparsette und neuerdings auch Alexandrinerklee sowie Perserklee. Die älteste kleeartige Futterpflanze ist die Luzerne. Sie alle gehören zu den Leguminosen, die mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff binden und den Boden mit diesem wichtigen Pflanzennährstoff anreichern können. Sie werden als Grünfutter, zur Beweidung, zur Silierung (Silage) oder zur Heugewinnung genutzt. Außerdem sind sie wichtige Glieder einer Fruchtfolge (meist nach Getreide), werden aber auch als Gesundungsfrüchte und zur Gründüngung angebaut.

Klima

Unter Klima versteht man die Witterungsverhältnisse in einer Region. Das kann ein Kontinent oder Land sein (Makroklima), ein Ackerbaustandort (Mikroklima) oder auch ein einzelner Stall (Stallklima). Das Klima wird durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung geprägt.

Klimadaten

Kennzeichnen einen Standort in Hinblick auf die Witterung (Temperatur, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit, Hauptwindrichtung etc.)

Kloake

Der letzte Abschnitt des Verdauungstraktes am Ende des Dickdarms des Huhnes wird nach außen durch den Schließmuskel verschlossen. Eine Besonderheit bei Vögeln ist, daß Harnleiter und Ei bzw. Samenleiter in die Kloake münden. Es gibt keinen eigenen Ausgang für Vagina/Penis und Harnleiter.

Klon

Klone sind genotypisch (Genetische Information eines Individuums, die dem Phänotyp zugrunde liegt) und phänotypisch (Erscheinungsbild eines Individuums, das durch den Genotyp und Umweltfaktoren zustande kommt) identische (also erbgleiche) Lebewesen. In der Pflanzenzucht wird Klonierung (Klon-Herstellung) bereits vielfach angewendet, um besonders gut geratene Züchtungen zu vermehren. In der Pflanzenzüchtung können Pflanzen vegetativ vermehrt werden: aus Zellen wachsen in bestimmten Nährlösungen ganze Pflanzen. Bei Tieren unterscheidet man zwischen Klonierung durch Embryoteilung (eineiige Zwillinge sind auch Klone!) und der Klonierung aus Körperzellen. Dabei wird einer Körperzelle eines erwachsenen Tieres der Zellkern entnommen und in eine zuvor entkernte Zellhülle (meist Eizellen) gebracht. Der so entstandene Klon, der dann via Embryotransfer im Mutterleib eines Spendertieres heranwächst und "normal" geboren wird, besitzt die gleiche Erbinformation (DNA) wie das Spendertier. Allerdings benötigt man viele Versuche, um einen lebensfähigen Klon zu erhalten. In der Molekulargenetik versteht man unter Klonieren die Isolierung und Herstellung von vielen Kopien einer DNA oder eines DNA-Abschnitts.

Knochenmehl

Knochenmehl, oder richtiger Fleischknochenmehl, ist ein Einzelfuttermittel, das in der Schweine- und Geflügelfütterung eingesetzt wird. Es wird überwiegend aus fleischreichen Knochen, die als Schlachtreststoffe auf dem Schlachthof anfallen, hergestellt. Die Knochen werden in Spezialbetrieben zerkleinert, erhitzt und anschließend getrocknet, gepreßt und entfettet und gemahlen. Fleischknochenmehl enthält 40-45 % Protein und ist mineralstoffreich (Calcium, Phosphat).

Knöllchenbakterien

Gehören zu den stickstoffbindenden Bakterien und können den Luftstickstoff (ca. 79% Anteil an unserer Atmosphäre) in organische Bindungen überführen und so für die Pflanzenernährung nutzbar machen. Die Leistung der in einer Lebensgemeinschaft (=Symbiose) mit Leguminosen vorkommenden Knöllchenbakterien ist beachtlich; sie wird auf 200 bis 400 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr veranschlagt, wovon die Nachfrucht ca. 20 bis 40 kg pro Hektar nutzen kann.

Knollen-/ Wurzelfrüchte

Zu den Knollen- und Wurzelfrüchten zählen die Hackfrüchte wie Kartoffeln, Zuckerrüben und Futterrüben.

Kohlendioxid (CO2)

Ein farbloses, geruchloses Gas. Es entsteht bei Verbrennungen, wenn ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Für die Photosynthese (Assimilation) ist CO2 unentbehrlich.

Kohlhernie

Pilzkrankheit, die häufig bei Brassica-Rüben vorkommt. Es bilden sich Geschwülste an den Rübenkörpern und an den Wurzeln. Die Lagerfähigkeit der Rüben kann durch die Erreger der Kohlhernie und die nachfolgende Fäulnis stark vermindert werden.

Kokzidiose

Darminfektion, die besonders bei Küken, aber auch Schaf und Ziegenlämmern und auch bei Kälbern auftritt. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch blutige, wässrige Durchfälle, die bei Jungtieren auch zum Tod führen können. Sie ist eine der bedeutendsten Krankheiten in der Geflügelhaltung. Sie wird durch bestimmte Darmparasiten, die Kokzidien, verursacht. Gefährdet sind besonders Tiere in Bodenhaltungssystemen, d. h. Mast-, Junghennenaufzucht und Legehennenhaltung in Boden- und Auslaufsystemen. Kokzidien sind Einzeller (Eimeria-Arten), die in die Darmzellen eindringen und diese zerstören. Aufgenommen werden die Erreger vor allem mit dem Kot. Zur Bekämpfung der Kokzidiose sind trockene Einstreu, gutes Stallklima und eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen sehr wichtig.

Kokzidiostatika

Wirkstoffe, die die Entwicklung von Kokzidien so weit unterdrücken, daß keine ernsthafte Gefährdung durch eine Kokzidiose mehr besteht. Im Futtermittelgesetz ist der Einsatz dieser Kokzidiostatika geregelt.

Kolostralmilch

Siehe Biestmilch

Komfortverhalten

= Wohlfühlverhalten. Dazu gehören beispielsweise beim Geflügel: alle Verhaltensweisen, die der Reinigung und Pflege des Gefieders und anderer Körperteile dienen. Dazu gehören: Federputzen, Federschütteln, Kopfschütteln, Kopf- und Schnabelkratzen, Flügelschlagen, Flügel-Bein-Strecken und Sandbaden. Rinder und Schweine brauchen Platz zum Strecken, bequeme Liegeflächen und möglichst Gelegenheit zur Haut und Fellpflege. Für Rinder wurden eigens Kratzbürsten entwickelt.

Kompost

Verrottetes, organisches Material: Zur Kompostbereitung eignen sich alle Abfälle pflanzlicher Art, also beispielsweise gemähtes Gras, Laub, Grünschnitt von Hecken und Bäumen sowie verschiedene Küchenabfälle (Eier- und Kartoffelschalen, Gemüse- und Brotreste etc.). Ungeeignet sind demgegenüber von Krankheiten und Schädlingen befallene Pflanzenteile, samenbildende Unkräuter, unverrottbare Materialien oder Fleisch und Knochenreste. Das Kompostieren ist eine kontrolliert ablaufende, aerobe (d. h. unter Einfluß von Sauerstoff ablaufende) mikrobielle Zersetzung.

Konkurrenz

Lebewesen haben bestimmte Ansprüche an ihre Umwelt in Bezug auf Licht, Luft, Wasser, Raum, Nahrung, Temperatur usw. Sowohl die eigenen Artgenossen als auch andere Arten machen einem Lebewesen diese Grundbedürfnisse streitig, sie konkurrieren miteinander und der "Stärkere" überlebt. Kulturpflanzen sind normalerweise den Wildpflanzen unterlegen. Daher muß der Landwirt Konkurrenzpflanzen (Unkräuter und Ungräser) vom Acker fernhalten, etwa durch mechanischen oder chemischen Pflanzenschutz, und die optimale Bestandesdichte bei der Saat oder Pflanzung berücksichtigen.

Kontingent

Kontingente sind begrenzte Mengen eines Erntegutes, für das eine Preis- und Absatz- (= Abnahme-) -Garantie besteht. Für den einzelnen Landwirt ergibt sich daraus, daß er nur eine begrenzte Fläche mit der jeweiligen Feldfrucht anbauen darf, weil er darüber hinaus entstehende Erträge nur zu sehr niedrigen Preisen oder gar nicht mehr verkaufen kann (siehe auch Agrarfonds, Agrarreform). Besonders bekannt ist z. B. das Milchkontingent: Es besagt, welche Menge (Quote) ein Landwirt pro Jahr an Milch abliefern bzw. insgesamt vermarkten darf. Übersteigt er mit seiner Liefermenge diese Quote, so muß er damit rechnen, eine Strafabgabe entrichten zu müssen, die die Produktion dieser Überlieferung völlig unrentabel macht. Auch der Anbau von Zuckerrüben ist über Quoten geregelt. Wenn ein Landwirt Rüben anbauen und diese an eine Zuckerfabrik liefern will, muß er über ein Rübenlieferrecht verfügen. Die Fabrik nimmt eine festgelegte Menge zu einem festen Preis ab. Was der Landwirt darüber hinaus auf seiner Fläche produziert, muß er zu einem deutlich niedrigeren und damit nicht mehr kostendeckenden Preis verkaufen. So ist es sinnvoll, das einzelbetriebliche Rübenkontingent nicht zu überschreiten.

Kopfdüngung

Ergänzende Düngung zu der bereits erfolgten Düngung, mit gekörnten Düngemitteln in den stehenden Pflanzenbestand.

Körnerleguminosen

Siehe Leguminosen

Körnermais

Unter Körnermais versteht man Mais, der nicht zur Gewinnung von Maissilage angebaut wurde. Bestimmte Maissorten werden zur Gewinnung von stärkehaltigen, ausgereiften Maiskörnern angebaut. Körnermais hat in der Tierfütterung durch den Einsatz als Corn-Cob-Mix eine gewisse Bedeutung, wird aber auch in der Geflügel- und Schweinefütterung, meist geschrotet, eingesetzt. Darüber hinaus dient Körnermais auch der menschlichen Ernährung.

Körpertemperatur / Geflügel

Die normale Körpertemperatur von Hühnern beträgt 40,5-43 C

Körpertemperatur / Rind

Die normale Körpertemperatur bei Rindern beträgt 37,5-39C (mit Fieberthermometer im Mastdarm gemessen).

Körpertemperatur / Schwein

Die normale Körpertemperatur bei Schweinen beträgt 38-40C (mit Fieberthermometer im Mastdarm gemessen).

Kraftfutter

Trockenfuttermischung aus verschiedenen Futterkomponenten mit ausgewogenem Energie-, Eiweiß- und Mineralstoffgehalt. Für jede Tierart werden eigene Kraftfuttermischungen bereitgestellt.

Kraftfutterautomat

Ein Kraftfutterautomat ist ein meist in der Milchkuh- oder Kälberfütterung eingesetzter Apparat, an dem die Tiere "ihre" individuelle Futterration, die per Computer bereitgestellt wird, selbständig abrufen können.

Krankheiten / Schwein

Typische, nicht auf den Menschen übertragbare Schweinekrankheiten sind * Aujeszkysche Krankheit (AK), * Rotlauf (R), * (Europäische) Schweinepest (ESP)

Krankheitsbekämpfungsmittel

siehe Fungizide

Kratzbürsten

Nicht zu verwechseln mit unangenehmen Personen, die so bezeichnet werden! Die Bürsten (in der Größe von Besen) sind zur Haut- und Körperpflege der Tiere in den Ställen angebracht. Sie werden stabil befestigt, damit die Tiere sich nach Belieben an ihnen scheuern können.

Kraut- und Knollenfäule

Die Kraut- und Knollenfäule (Phytophtora infestans) ist die gefährlichste Pilzkrankheit der Kartoffel. Sie schmälert den Ertrag u. U. bis hin zum Totalausfall und beeinträchtigt darüber hinaus auch die Qualität, da der Erreger auch die Knollen befällt. Die Krankheit geht von den vorjährig erkrankten Knollen aus. Daraus ergibt sich auch die Vorsorge: kein direkter Kartoffelnachbau (Kartoffeln nach Kartoffeln) auf einem Feld (siehe Fruchtfolge). Durch mehrfache Fungizidbehandlungen bei wechselnd feuchtwarmer und kühler Witterung können die Ertragseinbußen begrenzt werden. Der nahe verwandte Erreger (Phytophtora cactorum) befällt auch Tomaten, wie Hobby- und Schrebergärtner in Jahren mit feuchtem Sommer leidvoll erfahren müssen.

Kreiselegge

Gerät zur Bodenbearbeitung. Kreiseleggen werden zur Einebnung der Ackerfläche nach dem Pflügen (nach der Grundbodenbearbeitung) eingesetzt, um den Boden für die nächste Aussaat vorzubereiten. Häufig erfolgen diese Saatbettbereitungen und die Saat mit einer Gerätekombination aus Kreiselegge und Drillmaschine (Sämaschine) in einem Arbeitsgang.

Kreislaufwirtschaft

Die von Lebewesen benötigten Nährstoffe befinden sich in der Natur in einem ständigen Kreislauf, werden fortwährend auf, um und abgebaut und wechseln zwischen Boden, Pflanze, Tier, Wasser und z. T. auch der Luft hin und her. So geben grüne Pflanzen bei der Photosynthese Sauerstoff an die Luft ab. Dieser wird z. T. von Kleinlebewesen, Pflanzen, Tieren und Menschen wieder aufgenommen und zur Energiegewinnung veratmet. Dabei wird wiederum gasförmiges Kohlendioxid frei, das die Pflanzen aufnehmen und zur Assimilation nutzen. Genauso gibt es u. U. zum Beispiel Stickstoff- oder Wasserkreisläufe.

Kreuzungszucht

Es werden Pflanzen oder Tiere verschiedener Rassen oder Linien miteinander gepaart. Dabei nutzt man die Verschiedenheit in bestimmten Eigenschaften. Kreuzungsprodukte weisen spezielle Eigenschaften wie bessere Lebensfähigkeit (Vitalität), Wachstum und Leistung auf. Die Nachkommen aus solchen Linienkreuzungen nennt man auch Hybride.

Kropf

Der "echte" Kropf ist ein Teil des Verdauungssystems der Vögel. Bei Hühnern ist er eine sehr dehnbare Ausstülpung der Speiseröhre am Brusteingang. Der Kropf dient als Futterspeicher, der je nach Füllung des Magens Futter abgibt, das im Kropfsack bereits eingeweicht wurde. Der Kropf beim Menschen bildet sich u. a. bei Mangel des Spurenelements Jod und resultiert aus der Vergrößerung der Schilddrüse.

Krümel

Bodenaggregat, das aus mineralischen Bodenbestandteilen (Sand, Ton, Schluff) und organischem Material zusammengesetzt ist. Ein fruchtbarer, ausreichend gekalkter Boden mit einer guten Humusversorgung ist durch eine ausgeprägte Krümelstruktur gekennzeichnet; Böden mit einer solchen Krümelstruktur verschlämmen bei starken Niederschlägen nicht so schnell und sind deshalb nicht so stark erosionsgefährdet.

Kuh

Weibliches Rind nach dem ersten Kalben, wird vor allem zur Milchproduktion gehalten. In der Mutterkuhhaltung, in der zum größten Teil Fleischrinderrassen eingesetzt werden, werden die Kälber lange Zeit von der Kuh gesäugt und zur Fleischgewinnung aufgezogen.

Kuhplaner

Computerprogramm, das dem Landwirt hilft, die Daten der Kühe zu verarbeiten und zu ordnen. Er erfaßt, wie viel Milch eine Kuh über einen bestimmten Zeitraum gibt, wann sie besamt wurde, wann sie voraussichtlich kalben wird und tatsächlich kalbt, wann sie wieder gedeckt werden muß, wie viel Futter sie bekommt, welche tierhygienischen und medizinischen Maßnahmen vorgenommen wurden usw.

Kükenboxen

Transportkisten für Hühnerküken, in denen diese von der Brüterei bis zum Stall transportiert werden. Ausführung und Abmessungen sind in der Tierschutztransportverordnung geregelt.

Kulturlandschaft

Landschaft, die vom Menschen gestaltet wird. Wichtige Aufgaben der Land und Forstwirtschaft sind die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft, wodurch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird.

Kulturpflanzen

Pflanzen, die vom Menschen gezielt als Nutzpflanzen angebaut und züchterisch zum Teil seit vielen Jahrhunderten bearbeitet worden sind.

Künstliche Besamung (KB)

Die künstliche Besamung ist eine züchtungstechnische Maßnahme, bei der die Spermien (Sperma) des Vatertiers (Bulle, Hengst, Hahn oder Eber) zur Zeit des Eisprungs durch den Besamungstechniker oder den Tierarzt mittels einer Pipette in die Scheide oder Gebärmutter des weiblichen Tieres eingeführt werden. Auch in der Geflügelzucht wird die künstliche Besamung eingesetzt. Zum einen kann man so mehr Nachkommen von einem wertvollen Vatertier erhalten, ohne daß die Muttertiere transportiert werden müssen und Verletzungsgefahr beim Deckakt besteht, zum anderen konnten durch dieses Verfahren viele Deckseuchen (Geschlechtskrankheiten der Tiere) nahezu ausgerottet werden.

Kurativ

Kurativ ist gleichbedeutend mit heilend (lat.: curare = sorgen, heilen). Eine kurative Pflanzenschutzmaßnahme ist gegen eine bereits aufgetretene Krankheit oder einen Schädling gerichtet und versucht, den Schaden zu begrenzen. Häufig kann man sich bei kurativen Pflanzenschutzmaßnahmen nach den Schadensschwellen richten, die angeben, wann die Kosten für die Bekämpfung geringer sind als der erwartete Schaden, so daß sich eine Behandlung lohnt. Im Gegensatz dazu stehen die prophylaktischen Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung eines erwarteten Befalls.

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Labmagen

Siehe Verdauungstrakt bzw. Wiederkäuer.

Lager

Wenn Getreidepflanzen an der Halmbasis abknicken (durch Krankheiten wie Halmbruch, Wind oder starke Niederschläge), spricht man von Lagergetreide oder kurz Lager. In anderem Zusammenhang wird damit auch ein Vorratsraum für Düngemittel oder Erntegut bezeichnet.

Laktation

Die Milchbildungsperiode der Kuh wird als Laktation bezeichnet: Das ist die Zeit in der die Kuh Milch gibt (zwischen der Kalbung bzw. Geburt und dem Trockenstellen; bei Kühen durchschnittlich 305 Tage).

Laktationsperiode

Bezeichnet den Zeitraum nach einer Kalbung in dem eine Kuh bis zum Trockenstellen vor dem nächsten Belegen gemolken wird und damit durchschnittlich 305 Tage

Landschaftsbild

Darunter versteht man die je nach Region unterschiedlichen Anteile von Ackerland, Grünland, Wäldern und Gewässern. Der Wechsel von Produktionsflächen und Begleitstrukturen wie Biotopen prägt unterschiedliche Landschaftsbilder wie Bördelandschaften (Ackerflächen mit einzelnen Gehölzen und Hecken dominieren) oder Mittelgebirgsregionen, in denen Grünland und Wald vorherrschen. Der großflächige Wechsel dieser Nutzungsformen unserer Kulturlandschaft prägt das jeweils regionaltypische Landschaftsbild.

Landschaftspflege

Maßnahmen, um die Erhaltung einer nachhaltig (s. Nachhaltigkeit) leistungsfähigen, ökologisch gesunden, vielgestaltigen und schönen Landschaft zu sichern. Schäden im Landschaftshaushalt soll vorgebeugt, und wo bereits entstanden, sollen sie beseitigt werden. Wir empfinden eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft als schön, anmutig, ruhig, ausgewogen und erholsam: Ohne die ständig pflegende Tätigkeit der Bauern ist diese nicht zu erhalten. Teilweise erzielen Landwirte ein Nebeneinkommen, indem sie Aufgaben der Landschaftspflege wahrnehmen. Ohne Landschaftspflege würden auch die Wirtschafts- und Waldwege verfallen und sich zu einer zuwuchernden "Wildnis" entwickeln.

Landwirtschaftliche Nutzfläche (LF oder LN)

Die von Land- oder Forstwirten bearbeitete Fläche. Maßeinheiten sind ar (100m), Morgen 0,25 bis 0,33 Hektar (entsprechend 2.500 bis 3.333 m, je nach Bundesland) und Hektar (100 ar, entsprechend 10.000 m).

Landwirtschaftskammern

Staatliche Einrichtung für die Landwirtschaftsverwaltung in mehreren Bundesländern. Landwirtschaftskammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und werden mit der Durchführung staatlicher Aufgaben beauftragt. Ihre Aufgaben liegen besonders im Bereich der Förderung und Betreuung der gesamten Landwirtschaft mit den Bereichen Produktionstechnik, Marktwirtschaft, Ausbildung und Beratung sowie Forschung.

Langtagbedingungen

Langtagpflanzen sind Pflanzen, die nur blühen, wenn eine bestimmte Belichtungsdauer überschritten wird. Diese kritische Tageslänge liegt bei höchstens 12 Stunden Dunkelheit pro Tag. Zu den Langtagpflanzen gehören Getreide, wie Roggen, Weizen, Gerste, Rotklee, Erbsen, Senf u. a.

Larven

Jungstadium von Insekten z. B. Käfer.

Laufbereich

Als Laufbereich werden die Flächen im Stall oder im Auslauf bezeichnet, in denen sich die Tiere frei bewegen können.

Läufer

Mastschweine von ca. 25 bis 50 kg werden als Läufer bezeichnet.

Laufkäfer

Schnellfüßige Raub-Insekten, die am Boden leben und dort Würmer und andere Insekten erbeuten. Sie zählen zu den Nützlingen. Ihr Vorkommen gilt als ein Indikator für ein intaktes Agrarbiotop.

Läuse

Diese Schädlinge verursachen bei massivem Auftreten deutliche Saugschäden an den befallenen Pflanzen und übertragen darüber hinaus auch Viruserkrankungen. Zum Schutz der Pflanzen werden ab bestimmten Befallsschwellen (Schadensschwellen) Insektizide ausgebracht. Mit geeigneten biologischen Pflanzenschutzmaßnahmen ist teilweise die Begrenzung des Befalls unterhalb der Schadensschwelle möglich. Wichtige Schädlinge sind die Schwarze Bohnenlaus, die Grüne Pfirsichblattlaus u. a. Läuse als tierische, blutsaugende Parasiten verursachen große wirtschaftliche Schäden in der Tierhaltung (siehe auch Läuse / Blutsauger).

Läuse / Blutsauger

Gemeinsam mit Haarlingen und Räudemilben sind sie die am stärksten verbreiteten Parasiten. Häufig treten sie zusammen auf. Sie können Menschen und Tiere befallen und verursachen einen starken Juckreiz und Entzündungen der Haut, die sowohl durch Scheuern als auch durch allergische Hautreaktionen entstehen. Vorbeugende Maßnahmen (Hygiene) sind in jedem Fall kurativ je nach Befallsstärke angezeigt, um unnötiges Leiden zu verhindern und Leistungseinbußen oder Verluste zu vermeiden.

Lebendgewicht

Gewicht des lebenden Tieres, für die Lebendvermarktung von Bedeutung. Dabei wird das Schlachtvieh nur nach dem Lebendgewicht gehandelt.

Lebensraum

Auch Habitat: räumlich begrenztes Areal, innerhalb dessen sich ein Lebewesen aufhält und fortpflanzt.

Legehennenhaltung

Die traditionelle Legehennenhaltung in Europa war früher geprägt durch die Bodenhaltung im Stall oder die Auslaufhaltung. Es gab sehr viele Probleme mit Krankheiten bei den Tieren und auch durch stark belastete, nicht ganz legefrisch eingesammelte Eier, jahreszeitlich schwankendes Aufkommen von Eiern, so daß auch die Preise erheblich schwankten. Die Geflügelhaltung galt als risikoreiches, wenig einträgliches Gewerbe. Die "Erfindung" der Käfighaltung ermöglichte die Haltung vieler Hennen im Stall, was sehr kostengünstig, hygienisch und arbeitswirtschaftlich von Vorteil war. Inzwischen wird in Europa die überwiegende Zahl der Legehennen in Käfigen gehalten. In Tierschutzkreisen wurde schon früh gegen diese Haltungsform protestiert. In Deutschland hat im Juli 1999 das Bundesverfassungsgericht entschieden, daß die Käfighaltung laut Legehennenhaltungsverordnung nicht verfassungsgemäß ist. Nun sucht man nach alternativen Haltungsformen zur Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen, hygienisch einwandfreien und kostengünstig produzierten Eiern, die zu jeder Jahreszeit in gewünschter Menge bereitstehen.

Legehennenhaltungsverordnung

Schreibt Mindestbedingungen für die Haltung in Käfigen vor. Im Juli 1999 urteilte das Bundesverfassungsgericht, daß die Hennenhaltungsverordnung aus 1988 aufgrund der Nichtbeachtung des Zitiergebotes nichtig ist. Auf Basis einer EU-Richtlinie zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen in allen Haltungssystemen wird nun in Kürze eine neue Hennenhaltungsverordnung in Kraft treten.

Legeleistung

Die Legeleistung von Hennen, also die Anzahl der gelegten Eier, wird immer als Durchschnittsleistung einer Gruppe oder Herde berechnet. Die Legeleistung, das Eigewicht und der Futterverbrauch sind von entscheidender Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit der Hennenhaltung.

Legeperiode

Ist der Zeitraum von Legebeginn bis zur Mauser.

Legereife

Zeitpunkt, an dem Hennen mit dem Eierlegen beginnen. Einzelne Tiere beginnen bereits in der 18. Lebenswoche, aber im allgemeinen setzt die Legereife mit der 20. Lebenswoche ein.

Leguminosen

Man unterscheidet Körnerleguminosen (z. B. Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, Wicken, Erdnüsse) und kleeartige Futterpflanzen (u. a. Rotklee, Weißklee, Luzerne). Leguminosen sind für die Tierfutterbereitung und für die Gründüngung nützlich, weil sie viel Eiweiß enthalten und zudem den Boden mit Stickstoff anreichern. Diesen gewinnen sie mit Hilfe von Bakterien an ihren Wurzeln ("Knöllchenbakterien") aus der Luft (siehe auch Fruchtfolge).

Lein

Pflanzenart, die je nach Sorte der Öl- (Leinöl) oder Fasergewinnung dient. Faserlein, auch Flachs genannt, ist ein nachwachsender Rohstoff, aus dem Gewebe für zahlreiche Verwendungszwecke (Leinen, Industriegewebe usw.) gewonnen wird. Aus Leinsamen wird u. a. Leinöl, begehrt wegen seines besonderen Fettsäuremusters und seiner zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten, gewonnen. Außerdem dienen sie als Lebens- und Futtermittel. Lein ist eine uralte Kulturpflanze, die schon zur Zeit der Pfahlbaukulturen in der Jungsteinzeit sowie bei Sumerern und Ägyptern vor etwa 8.000 bis 6.000 Jahren angebaut wurde. Wahrscheinlich ist er die bereits am längsten zur Gewinnung von Fasern für Kleidungszwecke kultivierte Pflanze: Bereits vor über 10.000 Jahren wurden Stoffe aus Leinfasern hergestellt. Die weißblau blühende Pflanze, die aus Südwestasien stammt, wird etwa 80 cm hoch. Die Samen des Ölleins haben einen Ölgehalt von 38 bis 44 Prozent. Das goldgelbe Leinöl dient zur Herstellung von Farben und Lacken, Linoleum, Ölzeug, Fensterkitt sowie als Rohstoff in der pharmazeutischen Industrie. Leinsamen und der Preßrückstand stellen darüber hinaus ein hochwertiges Kraftfutter dar. Der Anbau von Öllein (Sorten für Ölgewinnung, siehe Ölfrüchte) wird nach der Agrarreform von der EU gefördert; Faserlein (Faserflachs, also Sorten mit längerem Stengel als bei Öllein) kommt mit steigendem Umweltbewußtsein eine wachsende Bedeutung als nachwachsender Rohstoff und auch als wieder beliebter Faserstoff zu. Ein Hektar Lein liefert genügend Gewebefasern, um daraus etwa 500 Oberhemden, 200 Hosen, 60 Anzüge, 1600 Taschentücher, 35 Bettlaken oder 80 Tischtücher herzustellen sowie 150 Liter Leinöl. Die früher sehr arbeitsaufwendige Ernte wird heute maschinell mit neuen Technologien erledigt. In der Fruchtfolge steht Lein am besten nach Getreide. Allerdings sind wegen der "Leinmüdigkeit" (Bodenerschöpfung, Schädlinge) Anbaupausen von 5 bis 7 Jahren notwendig.

Leistungsbedarf

Durch die Leistung, die ein Tier erbringt, wird dessen Bedarf an Energie, Eiweiß und Mineralstoffen erhöht. Dieser Leistungsbedarf (z. B. früher für Zugtiere, heute für die Milch oder Eierproduktion etc.) geht über den reinen Erhaltungsbedarf (Mindestbedarf zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen) hinaus.

Leistungsförderer

Futterzusatzstoffe, die die Verwertung der Nährstoffe im Futter, insbesondere der Proteine, verbessern. Sie hemmen z. B. bestimmte Mikroorganismen, die im Darm Protein-Stickstoff verbrauchen oder durch ihre Stoffwechselprodukte die Resorption (Aufnahme) von Proteinbausteinen (Aminosäuren, Peptide) durch den Darm hemmen. Der Proteingehalt des Futters kann somit gesenkt werden. Weiterer Vorteil: Durch verringerte Bildung von mikrobiellen Toxinen, wie z. B. biogene Amine und Ammoniak, wird der Stoffwechsel der Tiere entlastet und über Kot und Harn weniger Stickstoff ausgeschieden. Einige Leistungsförderer begünstigen zudem erwünschte Arten von Mikroorganismen im Vormagen bzw. im Darm.

Lichtprogramm

Siehe Beleuchtungsprogramm.

Lichtsprünge

Risse in der Eischale, die nach dem Legen durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden und bei der Durchleuchtung im Rahmen der Qualitätsprüfung erkennbar sind. Eier mit Lichtsprüngen dürfen nicht in die Güteklasse A eingestuft werden und dürfen nur an die Lebensmittelindustrie abgegeben werden.

Liegebox

"Bett der Kuh". Es gibt sogar Wasserbetten! Der Boden der Liegebox ist mit einer Auflage aus rutschfestem, weichem, abwaschbarem Material befestigt oder mit Einstreu versehen und - was entscheidend ist durch Abtrennbügel von den Nachbarboxen getrennt. Dadurch kann die Kuh ungestört wiederkäuen und sich ausruhen. Die Gefahr, daß ihr andere Tiere der Herde auf das Euter oder andere Körperteile treten und so Verletzungen und Entzündungen verursachen, ist geringer als in Ställen ohne Abtrennungen. Liegeboxen müssen das den Rindern eigene Verhalten beim Niederlegen und Aufstehen ermöglichen.

Liegeboxenlaufstall

Ein Teil des Stalls ist als Liegebereich ausgestattet und in der Regel eingestreut (mit Stroh oder Sägespänen) bzw. mit Liegematten ausgestattet. Der restliche Bereich, in dem die Tiere sich frei bewegen können, hat üblicherweise einen Spaltenboden.

Lockstoffe bei Insekten

Lockstoffe, die sog. Sexual-Pheromone, nutzen manche Arten von Insekten zum Anlocken der Geschlechtspartner. Jede Art besitzt ihr eigenes Pheromon, das sich selbst von dem naher Verwandter unterscheidet. Diese Stoffe sind noch in sehr großer Verdünnung über weite Entfernung wirksam und können von den Geschlechtspartnern wahrgenommen werden. Viele dieser Pheromone lassen sich heute künstlich herstellen; mit ihnen lassen sich zum Beispiel sehr gezielt und umweltschonend Schädlinge in Fallen locken (Biologische Schädlingsbekämpfung). Der Vorteil des Verfahrens liegt zum einen darin, daß mit einigen aufgehängten Pheromonfallen die Aktivität und Populationsdichte der Schädlinge ermittelt und damit auch der optimale Bekämpfungszeitpunkt festgelegt werden kann; zum zweiten bewirkt die starke Verfügbarkeit des Lockstoffes in der Luft aber auch, daß viele Tiere ihre Geschlechtspartner nicht mehr finden und sich nicht mehr paaren können, weil sie von dem starken Duft der Pheromone verwirrt und orientierungslos werden. Auch gegen den Borkenkäfer im Forst ist dies ein häufig genutztes Verfahren.

Lockstoffe, tierische

Ein Beispiel für tierische Lockstoffe ist der/das sogenannte "Eber-Spray". Es enthält Duftstoffe des weiblichen Tieres, wie sie zur Zeit der Paarungsbereitschaft abgegeben werden. Man nutzt diese künstlich hergestellten Lockstoffe z. B. zur "Täuschung" des Ebers bei der Spermagewinnung am "Phantom", der künstlichen Sau. Das dabei gewonnene Sperma wird dann zur künstlichen Besamung verwendet. Umgekehrt setzt man sogenannte Such-Eber in der Sauenhaltung ein, die am Geruch erkennen, wann bei einer Sau der Zeitpunkt für die künstliche Besamung gekommen ist.

Lohnunternehmer

Erledigen gegen Kostenrechnung die verschiedensten Arbeitsgänge vor allem in der Außenwirtschaft landwirtschaftlicher Betriebe, zum Beispiel Erntearbeiten, Düngung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung usw.

Lose-Dünger-Kette

Mineraldünger werden vom Produzenten bis zum Verbraucher (Landwirt) "lose", d. h. unverpackt transportiert und gelagert.

Lousianastall

Siehe Naturstall. Stallbauvariante in der Geflügelhaltung, in der durch Windschutznetze an beiden Stalllängsseiten die natürliche Luftbewegung ausgenutzt wird.

LUFA

ist die Abkürzung für Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt. Solche Einrichtungen sind in allen Bundesländern tätig. Sie haben praxisbezogene Forschungsaufgaben und führen in umfangreichem Maße Boden- und Futtermittelanalysen durch.

Lüftung

Es gibt verschiedene Lüftungssysteme in Ställen, und zwar: Schwerkraftlüftung oder natürliche Lüftung, Zwangsbelüftung mit Ventilatoren, Unterdrucklüftung. Alle dienen dazu, im Stall für frische Luft zu sorgen. Schadgase müssen aus dem Stall und Sauerstoff in den Stall befördert werden. Durch die Lüftung wird das Stallklima optimiert.

Lupine

Die Lupine gehört zu den Körnerleguminosen. Es gibt Sorten mit gelben, blauen, roten oder weißen Blüten; die Blütenstände sind gestielte Trauben, die Blätter sternförmig. Die Lupine wird vor allem als Zwischenfrucht innerhalb einer Fruchtfolge bzw. zur Gründüngung angebaut.

Luzerne

Die Luzerne ist eine der wichtigsten und ertragsstärksten kleeartigen Futterpflanzen (Grundfutter). Die blauviolett blühende Pflanze gehört wie Klee zu den Leguminosen. Ihre Wurzel reicht bis zu 2 Meter tief in den Boden. Sie wird als Fruchtfolge-Glied zur Bodenverbesserung (Gründüngung) und als Futterpflanze angebaut und gilt als Gesundungsfrucht für Hackfrüchte.

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Magen / Geflügel

Der Magen beim Geflügel gliedert sich in den Drüsenmagen und den Muskelmagen. Im Drüsenmagen wird mit Salzsäure und Pepsin die Eiweißverdauung vorbereitet. Der Muskelmagen dient dazu, harte Futterbestandteile zu zermalmen.

Magen / Kuh

Siehe Verdauungstrakt.

Magen / Schwein

Schweine haben einen einhöhligen Magen und ein Verdauungssystem, das dem des Menschen sehr ähnlich ist.

Magerfleischanteil

Kennzeichnet den Anteil von Muskelgewebe (Fleisch) im Schlachtkörper in % (siehe auch Handelsklassen).

Magnesium

Leichtmetall, das in der Natur nur in Verbindungen vorkommt und mit 2,1% am Aufbau der Erdkruste beteiligt ist. Viele Kalkdünger erhalten beträchtliche Mengen an Magnesium. Pflanzen benötigen Magnesium zum Aufbau des Blattgrüns (Chlorophyll), ein Mangel führt zu Blatterkrankungen. Beim Tier erfüllt Magnesium spezielle Stoffwechselfunktionen (Kofaktor vieler Enzyme) und spielt eine Rolle als Baustein des Knochengewebes.

Magnesiumdünger

Obwohl Magnesium in der Erdkruste weit verbreitet ist, haben leichte Böden oft Magnesiummangel. Die Ursache dafür ist zum Teil der Entzug durch die Ernte, zum Teil wird das Element aber auch durch Wasser (insbesondere "Sauren Regen" mit niedrigem pH-Wert) ausgewaschen. In der Regel wird das Element zusammen mit Kalk als Magnesiumkalk (Magnesium und calciumhaltige Mehrnährstoffdünger, Handelsdünger) wieder zugeführt. Ein kurzfristig festgestellter Mangel läßt sich mit Bittersalz (ein leicht wasserlösliches Magnesiumsalz) auch als Blattdünger beheben (siehe auch Düngung).

Mähdrescher

Der Mähdrescher ist eine Maschine für die Ernte von Körnerfrüchten, die in einem Arbeitsgang die Frucht mäht, drischt und so das Stroh von den Körnern trennt. Gleichzeitig kann das Stroh gehäckselt und wieder auf dem Feld verteilt werden. Früher kostete es 360 Stunden harter Arbeit, um einen Hektar Getreide zu mähen, zu Garben zu binden, die Ernte einzufahren und zu dreschen (also die Körner vom Stroh zu trennen). Ein Mähdrescher erledigt das in weniger als zwei Stunden. Mit Sonderzubehör läßt sich die Maschine neben der Getreideernte u. a. auch zur Ernte von Körnermais, Corn-Cob-Mix, Raps, Erbsen und Sonnenblumen einsetzen. Mähdrescher der heutigen Generation sind mit sehr viel Technik ausgerüstet, sehr kostenaufwendig (ca. 150.000 DM) und nur dann wirtschaftlich, wenn sie jährlich große Flächen beernten können. Daher nutzen viele Bauern Mähdrescher über einen Maschinenring oder lassen die Ernte durch Lohnunternehmen ausführen. Am häufigsten sind selbstfahrende Mähdrescher mit eigenem Antrieb. Die Maschine zur Getreideernte besteht aus mehreren Baugruppen: dem Schneidwerk mit Halmteiler und Haspel zum Einzug der Halme, Messerbalken zum Schneiden und Einzugsschnecke zum Weitertransport ins Dreschwerk. Hier trennen Schlagleisten auf einer rotierenden Trommel die Körner aus den Ähren. Ein Schüttler rüttelt dann die noch verbliebenen Körner aus dem Stroh, das dann nach hinten ausgeworfen und dabei ggf. gehäckselt wird. Die schwereren Körner fallen durch ein Sieb und werden über eine Förderschnecke in den Korntank befördert, die leichten Verunreinigungen (Unkrautsamen, Spreu und Kurzstroh) bläst ein Luftstrom hinten hinaus.

Mais

Mais (Zea mays) gehört zu den Getreidepflanzen und ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Mais wurde vor über 5.000 Jahren in Mittel- und Südamerika aus Wildformen gezüchtet und ist auch unter der Bezeichnung Kukuruz (vor allem in Österreich), Türkischer Weizen oder Welschkorn bekannt; in den USA wird er "corn" genannt. Der Name kommt von der Bezeichnung mahiz der karibischen Indianerstämme für diese Pflanze. Nach Europa gelangte der Kulturmais Anfang des 15. Jahrhunderts durch die Spanier. Hier galt er zunächst als exotische Zierpflanze ähnlich wie die ebenfalls aus Amerika eingeführte Tomate und die Kartoffel. Als Getreide wurde er erst im 17. Jahrhundert angebaut. Er gehört botanisch gesehen zu den Gräsern. Eine Besonderheit an der Gattung Mais ist, daß es nur eine Art, dafür aber viele Formen gibt. Mais wird überwiegend als Futtergetreide genutzt. Die Körner sitzen an einem Kolben, der von schützenden Blättern (Lieschblättern) umhüllt wird. Für die menschliche Ernährung wird aus den Körnern je nach Sorte Maismehl, Popcorn oder Zuckermais gewonnen. Die wichtigsten Nutzungsformen von Mais in der Fütterung sind Körnermais, Kolbenmais und Silomais. Es gibt eine Reihe von Sorten für unterschiedliche Verwendungszwecke, etwa Puffmais: Das ist eine Variante des Hartmaises mit kleinen, besonders harten Körnern. Beim Erhitzen dehnt sich die Feuchtigkeit im Inneren der Körner aus und führt dazu, daß diese aufplatzen; aus diesem Mais läßt sich Popcorn herstellen; Zuckermais (als Gemüse), Stärkemais, Wachsmais (zur Stärkegewinnung) und Ziermais (mit bunten Körnern) sind ebenfalls bekannt. Bei uns wird praktisch nur Hybridmais (das allerdings mit steigender Tendenz) angebaut, teils zur Körnergewinnung, teils als Silomais oder Corn-Cob-Mix. Die bei uns angebauten Pflanzen werden etwa 2 bis 3 Meter hoch und tragen 8 bis 16 Blätter. Jede Pflanze hat einen männlichen und mehrere weibliche Blütenstände, die jeweils bis zu tausend kleine weibliche Blüten enthalten. Die männliche Blüte sitzt als Rispe (Fahne) an der Spitze, die weiblichen erscheinen in den Blattachseln und sind durch Büschel von dünnen roten Fäden erkennbar. Nach der Bestäubung entwickeln sich hier die Maiskolben mit jeweils 500 bis 1000 gelben Körnern, die zunächst weich sind, bei der Reife aber so hart werden, daß man sie nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen kann. Am weitesten verbreitet ist der Maisanbau auch heute noch in den USA, wo im "corn belt" (Mais-Gürtel) etwa die Hälfte der Welt-Maisernte erzeugt wird. Eine vorwiegend auf Mais basierende Ernährung unter den Armen im Mais-Gürtel der USA, aber auch in Süditalien und einigen Regionen Asiens und Afrikas ist die Ursache einer Erkrankung der Haut, des Nervensystems und des Magen-Darm-Trakts (ital.: Pellagra = rauhe Haut). Sie beruht auf einem Mangel der Aminosäure Tryptophan. Bei der Tierfütterung mit Mais ist auf eine ausreichende Tryptophanversorgung durch andere Eiweißquellen zu achten).

Maissilage

Für die Herstellung von Maissilage oder Silomais wird die ganze noch grüne Pflanze gepflückt, gehäckselt, im Silo aufgeschichtet und durch Milchsäurebakterien vergoren. Die Maissilage ist monatelang im Futterlager (Silo) haltbar. Maissilage wird hauptsächlich in der Rinderfütterung eingesetzt (siehe Silage).

Maiszünsler

Tierischer Schädling: Kleiner, gelber Nachtfalter, der seine Eier an die Unterseite der oberen Maisblätter ablegt. Die sich daraus entwickelnden Raupen dringen in den Stengel unterhalb der Rispe ein, die abknickt, und können schließlich bis in den Kolben einwandern. Dies kann zu primären Ertragsverlusten von über 30 % führen. Besonders hoch können die sekundären Schäden durch das Eindringen von Pilzsporen in die Bohrlöcher der Raupen sein. Mittlerweile gibt es gentechnisch veränderten Mais, den sogenannten Bt-Mais. Durch gentechnische Maßnahmen wurde ein für den Maiszünsler tödliches Gift des Bacillus thuringiensis eines Bakteriums auf den Mais übertragen: Ein Beispiel für den biologischen Pflanzenschutz.

Malz

Die Körner der Braugerste werden unter Wärme und Feuchtigkeitseinwirkung gedarrt bis der Keimprozeß einsetzt und werden dann als Malz bezeichnet.

Marienkäfer

Coccinella bipunctata oder Coccinella septempunctata, ein beliebter Nützling. Er sieht nett aus und frißt Blattläuse. Bereits im Larvenstadium vertilgt er sehr viele davon.

Marktfruchtbau

Anbau von Kulturen, die nicht im Betrieb verwertet, sondern verkauft (vermarktet) werden, z. B. Getreide oder Zuckerrüben.

Marktfruchtbetrieb

Siehe Betriebsform.

Maschinen (landwirtschaftliche)

In der Landwirtschaft wird je nach Betriebsform und Produktionsrichtung eine Vielzahl z. T. sehr spezieller Geräte und Maschinen eingesetzt, allein für den Bereich Acker- und Pflanzenbau u. a. Maschinen für die Saatbettbereitung, Aussaat (Sämaschinen), Pflege, Düngung, Pflanzenschutzmittel-Ausbringung und Ernte. Neben Traktoren mit Anhängern bzw. Transportfahrzeugen werden auch folgende Geräte oder selbstfahrende Maschinen benötigt: * für Getreide und Rapsanbau: Pflug, Egge, Grubber, Saatbettkombination zum Fräsen bzw. Lockern, Drillmaschine und Walze, Düngerstreuer, Pflanzenschutzspritze, Mähdrescher; * für Knollen und Wurzelfrüchte: Pflug, Egge, Grubber, Saatbettkombination, Lege- bzw. Sämaschine, Hackmaschine, Häufelgerät (Dammfräse) und Striegel, Kartoffel-Bunkerroder, Zuckerrüben-Vollernter. Bei dem Anbau von anderen Kulturpflanzen oder Sonderkulturen sind weitere Maschinen notwendig (z. B. Maishäcksler für Maissilage, Gurkenflieger (Erntegerät beim Anbau von Gurken) etc. Auch für die Grünlandbewirtschaftung sind Spezialmaschinen notwendig, etwa Mähgeräte, Wender, Schwader, Pressen oder Ladewagen, Wiesenschleppen. Die Vielzahl der insgesamt erforderlichen Maschinen veranlaßt immer mehr Landwirte, Teilarbeiten an Lohnunternehmer zu vergeben oder sich einem Maschinenring anzuschließen, bei dem mehrere Landwirte ein Gerät gemeinsam nutzen. Hier ist allerdings eine sehr gute Koordination und Kooperation notwendig, da bei Arbeitsspitzen (z. B. Erntezeit, Saatzeit) und drohender Wetterverschlechterung alle Landwirte gleichzeitig die Maschinen nutzen wollen.

Maschinenhalle

Halle, in der die Maschinen und Geräte des Landwirts untergebracht werden, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Maschinenpark

Alle Maschinen, die zu einem landwirtschaftlichen Unternehmen gehören.

Maschinenring

Ein Maschinenring ist eine Form des überbetrieblichen Maschineneinsatzes, die in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen hat (Maschinen und Betriebshilferinge, früher auch Maschinenbanken genannt). Es handelt sich dabei um freiwillige Zusammenschlüsse von Landwirten, die ihre Maschinen zum Teil im Gemeinschaftseigentum auch in den Betrieben anderer angeschlossener Landwirte einsetzen, und zwar weitgehend auf Gegenseitigkeit. Der Austausch der Maschinen, die im Eigentum der angeschlossenen Landwirte bleiben, wird von einem haupt- oder nebenberuflichen Geschäftsführer vermittelt, der über viel organisatorisches Geschick verfügen muß. Der Maschinenpark der Maschinenringmitglieder kann relativ klein gehalten werden. Die Maschinen werden, da überbetrieblich eingesetzt, besser ausgelastet und damit rationeller genutzt.

Massentierhaltung

Schlagwort und ungenauer Begriff, der häufig mit der Vorstellung assoziiert wird, daß viele Tiere auf wenig Raum unter schlechten Bedingungen gehalten werden. Der Begriff stammt jedoch aus dem Jahr 1975 und wurde durch die "Massentierhaltungs-Verordnung Schweine" geprägt. Diese Verordnung regelte besondere hygienische Anforderungen für Betriebe, die eine bestimmte Anzahl Schweine hielt. Seit 1990 wird der Begriff formell nicht mehr angewendet. Allerdings hat er sich im Sprachgebrauch eingeprägt. Interessant erscheint, daß dieser Begriff in Verbindung mit der Tierseuchenvorsorge geprägt worden ist, jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch mit Aspekten des Tierschutzes in Verbindung gebracht wird. Die Anzahl von Tieren in einem Stallkomplex sagt nichts über das Wohlbefinden der Tiere aus. 100 oder auch mehr Kühe, in einem modernen, hellen und gut gelüfteten Liegeboxenlaufstall gehalten, fühlen sich wohler als 10 Kühe in einem alten, dunklen Anbindestall. Ebenso ergeht es den Schweinen: ein heller, gut klimatisierter Kammstall mit mehr als 1.000 Mastplätzen, in denen Gruppen von 10-15 Schweine sich eine geräumige Box teilen, bietet den Tieren bessere Bedingungen als ein alter Stall mit wenig Licht, schlechtem Stallklima und nur wenigen Tieren.

Mast / Schwein

Haltung und Fütterung von Schweinen, die zur Schlachtung vorgesehen sind, von etwa 25 kg bis 110 kg Lebendgewicht (siehe auch Aufzucht).

Mastabteil

Abgetrennter Bereich eines Stalles (Rind oder Schwein), in dem eine Gruppe von Tieren gehalten wird, bis sie die Schlachtreife, ein bestimmtes Gewicht, erreicht haben.

Mastbetriebe

Betriebe, die Tiere mästen und an Schlachtbetriebe verkaufen oder selber vermarkten.

Mastbulle

Wird ausschließlich zur Erzeugung von Fleisch aufgezogen. Er soll in kurzer Zeit möglich viel Fleisch ansetzen. Gegensatz Zuchtbulle, der mehrere Jahre alt wird.

Masthähnchen

Masthähnchen werden für die Geflügelfleischerzeugung aufgezogen. Zwei Mastverfahren sind zu unterscheiden. Zum einen die Kurzmast mit ca. 33 Tagen und zum anderen die Schwermast mit ca. 40 Tagen. Die Tiere der Kurzmast, die sogenannten "Griller", erreichen ein Gewicht von ca. 1500g, die Tiere der Schwermast ein Gewicht von ca. 2000g.

Masthähnchenerzeugung

Für die Erzeugung von Geflügelfleisch haben sich sehr spezialisierte Betriebe entwickelt: Zuchtbetriebe, Vermehrungsbetriebe, Brütereien, Mastbetriebe, Schlacht-, Verarbeitungsbetriebe.

Mastitis

Entzündung der Milchdrüse, meist hervorgerufen durch Bakterien, die durch den Strichkanal (s. Euter) der Zitzen in das Euter eindringen und sich dort vermehren. Unhygienische Haltung und Verletzungen durch Tritte oder falsch eingestelltes Melkzeug (bei Milchkühen) können das Eindringen von Keimen begünstigen.

Mastküken

Siehe Broiler

Mauser

"Fellwechsel" der Vögel, also auch des Huhns. Durch Abnutzung verliert das Gefieder seine funktionellen Eigenschaften. Die Tiere besitzen deshalb Reparaturmechanismen zur Erneuerung des Federkleides, die vom Auswechseln einzelner Federn über Teilmauser bis zum vollständigen Federwechsel (Vollmauser) reichen.

Mehl

Wird durch Vermahlen von Getreide in der Mühle gewonnen. Es gibt Mehle, bei denen aus dem Korn Keimling, Haut und zum Teil der eiweißreiche Kleber entfernt und als "Mühlennachprodukte" abgeschieden werden; zurück bleibt das Nährgewebe (Mehlkörper) des Korns, das hauptsächlich aus dem Kohlenhydrat Stärke besteht. Bei anderen bleiben sie ganz oder teilweise Bestandteile des Mehles. Je nach Ausmahlungsgrad unterscheidet man Vollkornmehl (aus den ganzen Körnern; dunkel, eiweißreich) und die helleren Mehle bis zum feinsten, rein weißen Mehl. Mehl dient vor allem zum Backen von Brot und Kuchen; hauptsächlich Weizen und Roggenmehl, selten Gerstenmehl. Das eiweißreiche Mehl der Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen) dient gelegentlich als Suppengrundlage.

Mehlkörper

Im Mehlkörper ist Energie für das Wachstum des Keimlings gespeichert. Sie muß so lange reichen, bis der Keimling sich durch Wurzeln und Blätter selber versorgen kann. Mehlkörper und Keimling sind von den Samenschalen eingeschlossen, wobei der Mehlkörper den größten Raum einnimmt. Der Mehlkörper wird zu Mehl vermahlen.

Mehltau

Ein Pilz, der auf zahlreichen grünen Pflanzen, vor allem auf Blättern und Stängeln einen weißlichen Belag verursacht. Befallen werden u. a. Getreide, Leguminosen, Gemüse, Zierpflanzen und Laubbäume. Dieser Befall kann durch eine günstige Fruchtfolge (keine reinen Getreidefruchtfolgen) und vorsorgliche Fungizidbehandlungen eingedämmt werden.

Mehrnährstoffdünger

Verschiedene Nährstoffe sind miteinander kombiniert.

Melasse

Nebenerzeugnis der Zuckerproduktion. Melasse ist die zähe, dunkelbraune, sirupartige Flüssigkeit, die nach dem Auskristallisieren des Zuckers aus dem Zuckersaft übrigbleibt. Melasse ist für alle Tierarten sehr gut verdaulich, wirkt aber in größeren Mengen abführend. Sie wird häufig als Geschmacksverbesserer für weniger gern gefressene Futtermittel eingesetzt.

Melkanlage

Einrichtung, die der Milchgewinnung dient. Dazu gehören Melkzeuge, Vakuumpumpen, Steuerungseinrichtungen und Milchleitungen. Von den automatisch (Melkroboter siehe Melkautomat) oder manuell bedienten Melkanlagen wird die Milch aus dem Euter gemolken und dann über Rohrleitungen zur Kühlung in den Milchtank geleitet.

Melkautomat

Auch Melkroboter oder automatisches Melksystem (AMS) genannt. Der Melkautomat melkt die Kühe, ohne daß der Melker das Melkzeug von Hand am Euter anbringen muß. Die Tiere wählen den Zeitpunkt des Melkens selbst aus. Der Arm des Automaten fährt unter das Euter, Sensoren "ertasten" die Position der Zitzen und die Zitzenbecher saugen sich durch das Vakuum an der Zitze fest. Melkautomaten sind noch sehr teuer und daher nicht für jeden Stall und jede Herde geeignet. In vielen Herden wird die Erfahrung gemacht, daß die Kühe häufiger als zweimal zum Melken gehen, wenn sie die Wahl haben. Die Zeit, die der Landwirt durch diesen Automaten einspart, kann zur Tierbeobachtung oder für andere Arbeiten genutzt werden.

Melkbereich

Der Bereich des Stalles, in dem die Kühe gemolken werden. In modernen Betrieben sind Aufenthaltsbereich und Melkbereich der Kühe getrennt. In Anbindeställen werden die Kühe meist an ihrem Standplatz gemolken. Dies wird nach einer Übergangsfrist von einigen Jahren aus hygienischen Gründen per EU-Gesetz nicht mehr erlaubt sein. Kühe müssen dann in einen separaten Melkstand gebracht werden.

Melken

Milchgewinnung aus den Eutern von Kühen und anderen Milchlieferanten (Schafe, Ziegen). Heute melkt man i. d. R. nicht mehr mit der Hand, sondern mit der Unterstützung durch Melkmaschinen bzw. Melkanlagen. Beim Melken ist wie beim Umgang mit allen leicht verderblichen Lebensmitteln vor allem Hygiene wichtig. Durch die Milchhygiene-Verordnung wird dies gesetzlich geregelt. Kühe werden täglich meist morgens und abends gemolken. Das heißt für den Bauern 365 Tage im Jahr arbeiten, auch Sonntags oder Weihnachten. Früher wurde von Hand in Eimer gemolken (pro Kuh etwa eine Viertelstunde). Heute übernehmen Melkmaschinen diese Arbeit. Auf jede der vier Zitzen am Euter wird ein "Gummisauger" gesteckt. Diese Melkbecher sind über eine Leitung mit einer Vakuumpumpe verbunden. Ungefähr jede Sekunde "saugt" die Maschine einmal, dann läßt sie wieder eine Sekunde locker, ähnlich wie ein trinkendes Kalb. Die Milch fließt in einen Melkeimer oder über Rohrleitungen und einen Filter direkt in einen Tank in der Milchkammer, wo sie auf eine Temperatur von vier Grad abgekühlt wird. So hält sie sich besser, bis der Tankwagen der Molkerei kommt und sie abholt. Die Maschine melkt mehrere Kühe gleichzeitig und braucht für eine Kuh nur 5 bis 10 Minuten, so daß ein einzelner Melker innerhalb einer Stunde Dutzende von Kühen versorgen kann.

Melk-Hygiene

Bei der Gewinnung von Milch muß besonders auf Hygiene geachtet werden. Die Euter müssen vor dem Ansetzen des Melkzeuges gereinigt werden. In den Schläuchen, Rohren und Melkzeugen dürfen keine Milchreste zurückbleiben, die einen Nährboden für Keime bieten können. Sauberkeit ist oberstes Gebot der Milchgewinnung.

Melkkarussell

Das Melkkarussell ist eine Plattform, die sich um den Innenraum des Melkstandes dreht. Die Kühe betreten das Karussell einzeln und werden nach einer "Runde" wieder herausgelassen. Für den Melker ist die Arbeit im Karussell meist leichter, weil die arbeitsaufwendigen Handgriffe für das Anrüsten zu Beginn des Melkprozesses anfallen, d. h. in dem Teil des Melkstandes, in dem die Kühe das Karussell betreten. Er muß hier nicht so viel hin und herlaufen. Allerdings ist das Melkkarussell sehr teuer in der Anschaffung und lohnt sich erst ab einer bestimmten Anzahl von Kühen.

Melkstände

Fischgrätenmelkstand (Standard; im Stall), Tandemmelkstand, Melkkarussell, Melkautomat

Melkzeug

Besteht aus Zitzenbecherhülse, Zitzengummi, Milch und Pulsschläuchen sowie dem Sammelstück. Ist der Teil der Melkanlage, der direkt am Euter angesetzt wird. Für Kühe hat das Melkzeug vier Zitzenbecher, für Schafe und Ziegen nur zwei.

Methan (CH4)

Gas, das zum Beispiel bei Gärungsvorgängen in den Vormägen der Wiederkäuer entsteht. Methan wird noch vor der Aufnahme der Nährstoffe wieder ausgeschieden. Methan wird darüber hinaus beim Anbau von Reis freigesetzt. Es zählt zu den am Treibhauseffekt beteiligten Gasen.

Mikroorganismen

Unter dieser Bezeichnung faßt man Kleinlebewesen wie Bakterien, Viren und Pilze zusammen. Einige davon sind Krankheitserreger, viele andere ausgesprochen nützlich: Sie sorgen etwa als Teil des Bodenlebens für die Bodenfruchtbarkeit, im Wiederkäuermagen und auch im menschlichen Darm helfen sie bei der Verdauung und bei der Abwehr pathogener Erreger; für die Herstellung von Brot, Alkohol, Essig, Joghurt, Käse und von Silage sind sie unverzichtbar.

Milben

(Acari) gehören zu den Spinnenarten. Häufig treten sie als Parasiten von Tieren und Kulturpflanzen auf. Man kennt über 120.000 Arten. Bekannt sind bei landwirtschaftlichen Nutztieren vor allem die Räudemilben, die die Nutztiere befallen.

Milch

Weiße, undurchsichtige Flüssigkeit, die in den Milchdrüsen der weiblichen Säugetiere als Nahrung für den Nachwuchs gebildet wird. Kuhmilch besteht aus ca. 87% Wasser, 4,9% Laktose (=Milchzucker), 3,7% Neutralfette, 2,9% Kasein (=Eiweiß), 0,52% Lactalbumin und 0,05% Globulin, des weiteren aus vielen Mineralstoffen und Vitaminen. Die Fettklümpchen haben eine geringere Dichte als die Lösung und steigen daher an die Oberfläche, wo sie sich nach einiger Zeit als Sahne absetzen. Bei uns wird vor allem Kuhmilch verwendet: als Vollmilch, Buttermilch, Saure Sahne, Schlagsahne, Joghurt, Butter, Quark und Käse. Wildtiere bilden nur solange Milch, wie das Junge saugt. Bei den Kühen wird die Milchproduktion durch täglich zweimaliges Melken auch lange nach dem Kalben aufrechterhalten. Durch Zucht konnte die Milchleistung der Kühe von etwa 700 auf über 6.500 Liter pro Laktation (Einzeltiere bis 10.000 Liter) gesteigert werden.

Milchaustauscher

Futter, das für die Aufzucht von Kälbern, Ferkeln und Lämmern eingesetzt wird, besteht meistens aus bis zu 60% Magermilchpulver. Milchaustauscher sind ein vollwertiges Ersatzfuttermittel für Milch und werden entweder vor dem Füttern in Wasser gelöst oder in trockener Form zusammen mit Wasser zur freien Aufnahme zur Verfügung gestellt.

Milchdrüse (Euter)

In der Milchdrüse wird die Milch gebildet.

Milchhygiene

Nach dem Milch- und Margarinegesetz darf nur Milch von gesunden Kühen angeboten und zur Herstellung von Milcherzeugnissen oder anderen Lebensmitteln verwendet werden. Beispielsweise muß die Milch unmittelbar nach dem Melken aus dem Stall gebracht, gefiltert und gekühlt werden. Das Kühlen ist wichtig, um eine Vermehrung von Mikroorganismen zu hemmen und damit den Verderb der Milch zu verhindern.

Milchkammer

Teil des Melkbereiches, in dem die Milchtanks stehen. In der Milchkammer befinden sich meistens auch die Geräte und Utensilien zur Reinigung der Melkanlagen.

Milchkontingent

Um die produzierte Milchmenge an den tatsächlichen Bedarf anzupassen, wurde von der EU 1984 eine Milch-Garantiemengen-Regelung eingeführt. Diese Regelung bestimmt, daß jeder Milcherzeugerbetrieb nur die zugeteilte Menge (Quote) abliefern darf. Für die darüber hinaus vermarktete Milchmenge muß der Landwirt eine Strafabgabe zahlen. Die Quote, d. h. die Menge, die abgeliefert werden darf, kann verpachtet, verleast oder verkauft werden.

Milchkontrolle

Die Milchviehhalter unterziehen sich einer regelmäßigen Milchkontrolle, bei der die Milchleistung jedes Einzeltieres sowie die wichtigsten Inhaltsstoffe (Fett, Eiweiß) ermittelt und in einem Kontrollbuch dokumentiert werden. Die Arbeit wird von Milchkontrollverbänden und fachlich geschulten Milchkontrolleuren geleistet. Darüber hinaus wird von jeder Milchlieferung an die Molkerei eine Probe gezogen und auf ihre Qualität (u. a. Keimgehalt) überprüft.

Milchleistung

Bei einer "Deutschen Schwarzbunten" liegt die durchschnittliche Milchleistung heute bei ca. 6.500 kg Milch je Laktation. Am höchsten ist die Leistung bis ca. 6 Wochen nach dem Kalben. In den ersten 100 Tagen nach dem Kalben erreicht eine Kuh etwa die Hälfte ihrer Laktationsleistung.

Milchquote

Jeder Milcherzeuger darf nur eine bestimmte Menge (Kontingent) Milch produzieren; nur diese Menge wird zu dem mit der Molkerei vereinbarten Festpreis abgenommen; für darüber hinaus vermarktete Milch (= Überlieferung) muß der Landwirt sogar eine Abgabe zahlen. Das ist eine Maßnahme im Rahmen der EU-Agrarreform, die die Milch-Überproduktion begrenzen soll.

Milchsäurebakterien

Produzieren die Milchsäure, der eine besondere Bedeutung bei der Silage zukommt. Milchsäurebakterien gedeihen unter Luftausschluss; durch die Milchsäure werden andere Bakterien am Wachsen gehindert und das Futter konserviert. Der gleiche Vorgang liegt der Herstellung von Sauerktraut, sauren Gurken usw. zugrunde.

Milchtank

Der Milchtank besteht i. d. R. aus Edelstahl und nimmt die Milch für die Zeit auf, während der sie auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gelagert wird. Der Milchtank ist direkt mit einer Kühlanlage verbunden, so daß die Milch direkt nach dem Melken auf etwa 4 Grad C heruntergekühlt und so vor dem Verderb geschützt werden kann.

Milchviehfutter

Die wichtigsten Futtermittel für Milchkühe sind Gras und Maissilage als Grundfutter. Zusätzlich zum Grundfutter wird Kraftfutter gegeben, damit die Kuh genügend Nährstoffe für die Milchbildung und die Entwicklung des Kalbes aufnimmt.

Milchwagen

Die auf den landwirtschaftlichen Betrieben gemolkene und gekühlte Milch wird z. T. täglich, z. T. aber auch im Abstand von jeweils zwei Tagen, mit dem Milchwagen abgeholt und zur Weiterverarbeitung in die Molkerei transportiert.

Milch-Warenkunde

Milch ist ein sehr hochwertiges Lebensmittel. Sie enthält fast alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht: Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine. Dem Verbraucher steht heute eine reiche Auswahl an frischen und haltbaren Konsummilchsorten mit unterschiedlichem Fettgehalt zur Verfügung. Rohmilch ist weder erhitzt noch molkereimäßig bearbeitet. Sie darf wegen der gesundheitlichen Gefahren, die durch eventuell vorhandene krankheitserregende Mikroorganismen ausgelöst werden können, nur unter besonderen Bedingungen direkt vom Erzeuger als "Milch-ab-Hof" an Verbraucher abgegeben werden. Vorzugsmilch ist eine amtlich besonders überwachte Milchsorte, die in ihrer natürlichen Beschaffenheit mit unverändertem Fettgehalt roh (nicht erhitzt) in den Verkehr gebracht wird. Deshalb sind die Anforderungen an den Gesundheitszustand der Kühe, an die laufende Überprüfung und an die Beschaffenheit der Milch, an Behandlung, Verpackung und Beförderung besonders streng. Der Gesundheitszustand des Personals wird ebenfalls überwacht. Wärmebehandelte Konsummilch ist molkereimäßig bearbeitet und nach einem der amtlich anerkannten Wärmebehandlungsverfahren pasteurisiert, ultrahocherhitzt oder sterilisiert. Nach Fettgehalt unterschieden gibt es folgende Sorten: Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt, der mindestens 3,5% betragen muß, Vollmilch mit einem auf mindestens 3,5% eingestellten Fettgehalt, teilentrahmte (fettarme) Milch mit einem Fettgehalt von mindestens 1,5% und höchstens 1,8%; entrahmte Milch (Magermilch) mit maximal 0,3% Fett. Das Angebot an Milcherzeugnissen umfaßt im wesentlichen: Gesäuerte Milchprodukte, wie Sauermilch, Sauermilcherzeugnisse, Joghurt, Kefir, Buttermilch sowie Sahne, Kondensmilch, Molken, Milchmisch und Trockenmilcherzeugnisse.

Milzbrand

Ist eine anzeigepflichtige Tierseuche (siehe Seuchen) und eine Zoonose. Sie kommt u. a. bei Rind, Schwein, Schaf, Pferd vor. Milzbrand kommt zwar nur noch ganz selten vor, ist aber auch für den Menschen höchst gefährlich. Meistens ist der Verlauf rasch und führt innerhalb von Stunden zum Tode. Erscheinungen beim Rind sind: hohes Fieber, Beschleunigung von Puls und Atem, Mattigkeit, Fressunlust, Versiegen der Milch; blutiger Durchfall, Blutungen der Schleimhäute. Der Erreger ist äußerst widerstandsfähig und kann sich im Boden jahrelang halten.

Mineraldünger

siehe Handelsdünger

Mineralisation

Weitgehender Abbau der organischen Substanz (Humus) im Boden zu den mineralischen Bestandteilen durch mikrobielle und chemische Vorgänge (Bodenleben). Dadurch werden Nährstoffe für die Pflanzen wieder verfügbar gemacht.

Mischbetriebe

Landwirtschaftliche Betriebe mit Ackerbau und Viehhaltung (siehe Betriebsform).

Mischfutter

Besteht aus mehreren Futterkomponenten (Kohlenhydratträger, Eiweißträger, Mineralstoffe usw.), sogenanntem Kraftfutter, das als Alleinfutter oder Ergänzungsfutter zu Grundfutterrationen verwendet wird. Es gibt zum Beispiel Milchleistungsfutter, Schweinemastfutter, Legehennenalleinfutter, Mineralfutter usw.

Mist

Wichtiger Wirtschaftsdünger, der bei der Viehhaltung anfällt. Man unterscheidet Fest- oder Stallmist (Dung vermischt mit der Einstreu, Harn (= Jauche) wird möglichst getrennt abgeleitet) und Flüssigmist (Gülle, also Dung und Harn, mit wenig Einstreu vermischt) (siehe Entmistungsverfahren, Miststreuer).

Mistgänge

Bei einzelnen Stallbauvarianten befindet sich jeweils hinter der Liegefläche der Tiere (Bucht oder Box) ein etwas tiefer liegender Gang, in dem der anfallende Mist gesammelt und ein- oder zweimal täglich mechanisch aus dem Stall geschoben wird.

Mistmatratze

In sogenannten Tieflaufställen dient die gesamte Box gleichzeitig als Lauf und Liegefläche. Die täglich frisch zugeführte Einstreu (Stroh) wird auf der bereits vorhandenen Mistmatratze verteilt und nur zum Ende eines Mast- oder Haltungsabschnittes wird der anfallende Mist i. d. R. mit dem Traktor (Frontlader) aus dem Stall entfernt.

Miststreuer

Maschinen zum Ausbringen und Verteilen von Festmist (Stallmist) auf dem Feld. Sie bestehen aus ein oder zweiachsigen mit einem Kratzboden und hinten aufgesetztem Streuaggregat, welches den Mist zerreißt und nach hinten auswirft. In der Regel werden sie am Misthaufen mit dem Frontlader beladen und vom Traktor aus über die Zapfwelle angetrieben.

Molke

Der flüssige Rückstand, der bei der Herstellung von Käse aus Milch nach Entzug von Eiweiß und Fett anfällt. Wegen Ihres Restgehaltes an Eiweiß, Mineralstoffen und Milchzucker dient sie z. B. als Futtermittel für Schweine.

Molkerei

Die Milch wird nach dem Melken in zentralen Molkereien verarbeitet, z. B. zu Vollmilch, Buttermilch, saurer Sahne, Schlagsahne, Joghurt, Butter, Quark oder Käse. Zunächst wird die Milch bei der Aufnahme durch spezielle Milchtransporter (Milchwagen) auf den Höfen genau gewogen und der Fett und Eiweißgehalt (Maße für die Milchqualität) bestimmt. Große Schleudern (Zentrifugen) trennen dieses Fett, auch Rahm genannt, in der Molkerei dann ab; zurück bleibt Magermilch. Ein Teil des Rahms wird nun wieder mit Magermilch gründlich vermischt (homogenisiert). Dabei entsteht Vollmilch mit genau 35 Gramm Fett pro Liter. 15 bis 30 Sekunden langes Erhitzen auf 73 Grad Celsius tötet einen großen Teil der darin enthaltenen Milchsäure-Bakterien ab, ohne den Milchgeschmack zu verändern. Die Bakterien würden sonst die Milch nach kurzer Zeit sauer werden lassen. Pasteurisieren nennt man dieses Verfahren nach dem Erfinder, dem Franzosen Louis Pasteur (1822 bis 1895). Solche pasteurisierte Milch hält sich im Kühlschrank einige Tage frisch. Erhitzt man die Milch eine Sekunde lang auf 140 Grad, bleibt sie sogar einige Wochen haltbar und wird als H-Milch verkauft.

Monokulturen

Unter Monokulturen versteht man den Anbau der gleichen Pflanzenart auf demselben Feld in aufeinanderfolgenden Jahren (Beispiel Mais-Monokultur). Sie führt bei nicht selbstverträglichen Pflanzen leicht zur Erschöpfung des Bodens und begünstigt Schädlinge (siehe Fruchtfolge).

Mulch

Nennt man organisches Material wie Stroh, Blätter, abgestorbene Reste von Zwischenfrüchten usw., das auf der oder in die oberste Bodenschicht dünn und gleichmäßig aufgebracht bzw. eingemischt (= eingemulcht) wird. Dieses "Mulchen" beschattet den Boden, unterdrückt Unkräuter und vermindert die Bodenerosion und Feuchtigkeitsverluste.

Mulchsaat

Saat direkt in die mit Mulch bedeckte Ackerfläche ohne vorheriges Pflügen und Eggen. Dadurch wird der Boden vor Erosion geschützt.

Muschelschalen

werden zerkleinert in der Legehennenfütterung als Calcium-Quelle eingesetzt.

Muskelmagen

Der Muskelmagen von Geflügel dient dazu, harte Futterteilchen zu zermahlen. Das Zermahlen wird durch Ringmuskeln ermöglicht. Die Mahlwirkung des Muskelmagens wird durch Magensteine (Grit) unterstützt.

Mutterkuhhaltung

Extensive Form der Rinderhaltung, bei der die Mutter ihr Kalb bis zum Ende der Laktationsperiode säugt. Die Mutterkuhhaltung wird mit Fleischrinderrassen (Angus, Blonde d'Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Limousin u. a.) ausschließlich zur Erzeugung von Rindfleisch bzw. Zuchtvieh durchgeführt.

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Nachbau

Aussaat von Saatgut, das selbst gezogen wurde und von gekauftem Saatgut abstammt. Der Züchter (Hersteller) des gekauften Saatgutes erhält für seine Vorarbeit (Züchtung) eine Gebühr.

Nachfrucht

Innerhalb einer Fruchtfolge die Feldfrucht bzw. Kulturart, die der zuletzt angebauten folgt.

Nachhaltiges Wirtschaften

Berücksichtigt die Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit

Eine nachhaltige Entwicklung erfordert einen schonenden Umgang und die Bewahrung der natürlichen Ressourcen sowie eine solche technische und institutionelle Weiterentwicklung, daß die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen dauerhaft erfüllt werden können. Eine solche nachhaltige Entwicklung (in der Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft) schützt den Boden, das Wasser, die genetischen Ressourcen von Tieren und Pflanzen, zerstört die Umwelt nicht, ist technisch angemessen, wirtschaftlich tragfähig und sozial verträglich. (FAO, 1988).

Nachauflaufbehandlung

Behandlung eines Kulturpflanzenbestandes, der schon aufgelaufen ist (d. h. die Samen sind schon gekeimt und haben die Bodenoberfläche durchstoßen), z. B. mit chemischen Pflanzenschutzmitteln. Ebenso die Bekämpfung von Unkraut, das schon aufgelaufen ist.

Nachwachsende Rohstoffe

Mit nachwachsenden Rohstoffen bezeichnet man organische Stoffe aus land- und forstwirtschaftlichen Nutzpflanzen, die nicht für Nahrungszwecke erzeugt werden, sondern zu Textilfasern, Kunststoffen, Medikamenten oder Treibstoff weiterverarbeitet werden. Nach ihren Gerüst- und Inhaltsstoffen können sie grob in die Stoffgruppen Kohlenhydrate (Cellulose, Stärke, Zucker), Fasern, Öle und Fette, Eiweiße und sekundäre Stoffe gegliedert werden. Nachwachsende Rohstoffe stellen für den Landwirt häufig eine Alternative dar, wenn der Anbau von Nahrungspflanzen aus agrarpolitischen und marktwirtschaftlichen Gründen nicht mehr rentabel ist. Sie sind inzwischen auch fester Bestandteil von Fruchtfolgen. Beispiele sind Chinaschilf oder Raps (Bio-Diesel, Schmierstoffe) zur Energiegewinnung, Lein und Hanf als Faserlieferanten, Pflanzen zur Gewinnung von Stärke für Verpackungsmaterialien und biologisch abbaubare Kunststoffe usw.

Nährstoffbedarf

Bezeichnet die von Pflanzen benötigten Mengen an Nährstoffen, wie z. B. N, P, K oder S. Der Nährstoffbedarf ist von Pflanzenart zu Pflanzenart unterschiedlich und hängt außerdem vom angestrebten Ertragsniveau ab. Da der Landwirt weiß, wie viel Nährstoffe für eine Ertragseinheit nötig sind (z. B. Kilogramm Stickstoff pro Doppelzentner Weizen), kann er genau ausrechnen, welche Düngermenge ausgebracht werden muß, um den angestrebten Ertrag zu erreichen und eine Überdüngung zu vermeiden. Zusammen mit einem gezielten Pflanzenschutz können so die erwünschten Mengen und Qualitäten erzielt werden. Dabei muß aber auch berücksichtigt werden, in welchen Entwicklungsstadien die Pflanzen jeweils die Nährstoffe benötigen. Gerade bei Stickstoff, der im Boden leicht verlagert und ausgewaschen werden kann, wird die Düngung deshalb zum Teil gesplittet, das heißt in mehrere kleinere Teilgaben aufgeteilt.

Nährstoffe

Nährstoffe sind Elemente, die ein Organismus benötigt, um zu leben und zu wachsen (vgl. Pflanzennährstoffe).

Nährstoffmangel

Ein Mangel an Pflanzennährstoffen im Boden führt zu Ertragseinbußen, Erkrankungen, Kümmerwuchs und ungenügenden Gehalten an wertgebenden Inhaltsstoffen (Eiweiß, Zucker, Stärke, Vitamine). Bei schweren Mangelerscheinungen über einen längeren Zeitraum kann der Organismus geschädigt werden. Bei Tieren sinken zuerst die Leistungen (geringere Gewichtszunahme, weniger Milch, weniger Eier etc.), bei dauerhaftem Mangel können schwere Erkrankungen entstehen. Stickstoffmangel bei Pflanzen zeigt sich an mangelhafter Blattbildung bei geringem Chlorophyllgehalt. Phosphormangel ist an geringem Blüten und Fruchtansatz, ungenügendem Wurzelwachstum und einer frühzeitigen Herbstverfärbung (rötliche Blattfarbe) erkennbar. Kaliummangel führt zu unbefriedigender Bildung von Kohlenhydraten und Reservestoffen, Anfälligkeiten gegenüber bestimmten Krankheiten und geringer Frost- und Trockenresistenz. Durch die Zufuhr von Nährstoffen mit organischen Düngemitteln oder mineralischen Düngern (Handelsdünger) können die Nährstoffgehalte des Bodens wieder den Bedürfnissen der Pflanzen angepaßt d. h. aufgedüngt werden.

Nährstoffzufuhr

Bedarfsgerechtes Bereitstellen der erforderlichen Nährstoffe für die tierische und pflanzliche Ernährung über Futter und Düngemittel (siehe Nährstoffbedarf, Düngemittel, Düngung, Fütterung Rind, Fütterung Schwein).

Nahrungskette

Kennzeichnet in der Ökologie, das Lebewesen auf andere Lebewesen als Nahrungsgrundlage angewiesen sind und sie fressen. Ein Beispiel: Gras wird von Antilopen gefressen, die Antilopen dann von Raubtieren. Damit dienen die ursprünglich im Gras enthaltenen Nährstoffe nun in ungewandelter Form (als Fleisch) den Raubtieren als Nahrung.

Nahrungsmittel

Landwirtschaftliche Erzeugnisse, die der Ernährung des Menschen dienen.

Nahrungspflanzen

Sie liefern Kohlenhydrate, Protein und Fett. Aber auch Gewürz- oder Genußmittelpflanzen (wie Dill, Tabakpflanzen oder Kaffeebäume) und auch Futterpflanzen zur tierischen Ernährung gehören zu den Nahrungspflanzen.

Naturhaushalt

Als Naturhaushalt bezeichnet man Luft, Wasser, Boden, Tier- und Pflanzenarten, sowie die Beziehungen bzw. Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Teilbereichen.

Naturschutz

Gesamtheit der Maßnahmen zur Erhaltung, Pflege und Förderung von natürlichen oder naturnahen Kulturlandschaften, von Pflanzen und Tierarten sowie deren Lebensräumen, vor allem, wenn sie gefährdet sind, und zur Anmut und Schönheit der Natur. Naturschutz ist Teil des Umweltschutzes und soll nicht nur der Gefahr großräumiger Landschaftszerstörungen entgegenwirken, sondern auch natürliche Quellen für die Erholung erhalten.

Natursprung

Natürlicher Begattungsakt durch das männliche Tier (Gegenteil: künstliche Besamung).

Naturstall

Im Gegensatz zum Dunkelstall mit Fenstern und Tageslicht. Außerdem wird auch die Luftzufuhr durch die Luftbewegung der Umgebung beeinflußt. Solche Ställe müssen quer zur Hauptwindrichtung gebaut werden, damit keine Zugluft entsteht. Für Gegenden, in denen extrem heiße Temperaturen vorkommen, müssen zusätzliche Ventilatoren eingebaut werden.

NEL

Mit der NEL (Netto-Energie-Laktation) wird die Energie von Futter in MJ (Mega-Joule) gemessen bzw. ausgedrückt.

Nematizide

Pflanzenschutzmittel gegen Nematoden. Zu den Nematoden zählen Faden- und Rundwürmer.

Netzmagen

Auch Reticulum oder Haube genannt, ist einer der drei Vormägen des Rindes. Er heißt so, weil seine Innenhaut ein netzförmiges Relief aufweist. In den Vertiefungen der Schleimhaut wird die Nahrung beim Zusammenziehen der Magenwände zerrieben. Zwischen Netzmagen und Pansen wird die Nahrung hin- und hergeschoben, bis sie genügend zerkleinert ist, um im Labmagen durch die Drüsensekrete weiter aufgeschlossen werden zu können (siehe auch Wiederkäuer).

Nippeltränke

Das Wasser wird freigegeben, wenn ein Tier den Nippel mit Maul oder Schnabel betätigt. Diese Tränken können nicht so leicht verschmutzen.

Nitrat

Chemische Formel NO3: die in der Natur allgegenwärtige Verbindung des Stickstoffs (N). Pflanzen nehmen den Stickstoff hauptsächlich als Nitrat auf, daher ist dies auch die wichtigste Stickstoffform der Stickstoffdünger. Auch organisch gebundener Stickstoff in Wirtschaftsdüngern, Humus oder Pflanzen und Pflanzenresten wird über die mikrobiellle Mineralisation und Nitrifikation zu NO3 für die Pflanzen verfügbar. Nitrathaltige Düngesalze sind leicht wasserlöslich. Das Nitration ist im Boden über das Bodenwasser leicht beweglich und kann daher schnell ins Grundwasser ausgewaschen werden. Seit 1986 gibt es in der EU für Nitrat einen Grenzwert (Höchstmenge) von 50 Milligramm NO3 je Liter Trinkwasser; diese Menge gilt auch bei längerer Einnahme als harmlos. Auch aus Wirtschaftsdüngern wie Gülle entsteht im Boden Nitrat, daher ist deren Ausbringung mengenmäßig und zeitlich per Gesetz beschränkt (Dünge-Verordnung).

Nuckeleimer

"Trinkflasche" für das Kalb, meist ein Eimer, der knapp über dem Boden eine Öffnung hat, durch die ein Gummischlauch nach außen führt, an dem das Kalb wie an einer Zitze saugen kann, um Milch zu trinken.

Nürtinger System

Ein an der Fachhochschule in Nürtingen entwickeltes System für die Schweinehaltung, das sich an den Prinzipien der artgerechten Tierhaltung orientiert. Es besteht aus einem Kaltstall und einem wärmeisolierten Ruhebereich.

Nutzflächen

Siehe landwirtschaftliche Nutzflächen.

Nützlinge

Tiere, auch Insekten und Vögel, die andere, für pflanzliche Kulturen schädliche Lebewesen als Nahrung erbeuten (Räuber-Beute Prinzip der Natur) und so die Gefahr von Schäden für die Kulturpflanzen mindern. Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln besteht oft das Risiko, auch die Nützlinge zu treffen, entweder direkt durch die Wirkung des Mittels, oder indirekt durch den Entzug der Nahrungsgrundlage. Daher ist es seit Jahren eine wichtige Anforderung bei der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln, diese für die Nützlinge verträglich zu machen. Auch die Wahl besonders geeigneter Anwendungszeitpunkte oder Anwendungstechniken sowie die Anlage von Rückzugsmöglichkeiten für die Nützlinge (z. B. Feldgehölze) lassen sich Nützlinge weitgehend schonen (siehe Biologische Schädlingsbekämpfung, Integrierter Pflanzenschutz). Beispiele für Nützlinge sind: * Marienkäferarten, die als Larven und Käfer Blattläuse fressen; * Laufkäferarten, die u. a. Schnecken und Larven der Kohlfliegen fressen; * Florfliegen und Schwebfliegenlarven, die Blattläuse fressen; * Spinnmilben, die alles fressen, was sie überwältigen können; * Raubmilben, die Spinnmilben aussaugen; * Raubwanzen, die Eier und Larven vieler Insekten aussaugen; * Schlupfwespen, die als Parasiten ihre Eier in die Eier, Larven und Puppen verschiedener Insektenarten ablegen, worauf die schlüpfenden Wespenlarven ihre Wirtsleute von innen her auffressen.

Nutzpflanzen

Sie werden für die tierische und/oder menschliche Ernährung bzw. zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe genutzt. Nutzpflanzen sind Pflanzen, die der Mensch zum Teil schon viele Jahrtausende lang im Acker, Obst, Garten oder Weinbau anbaut.

Nutztiere

Tiere, die vom Menschen für bestimmte Zwecke gehalten werden. Dazu gehören Zug- und Lasttiere, aber auch Schweine, Schafe, Rinder oder Hühner für die Fleisch-, Milch-, Eier- und Wolleerzeugung und sogar Katzen, die auf landwirtschaftlichen Betrieben die Mäuse in Schach halten. Auch Hütehunde sind Nutztiere.

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Obstbau

Anbau von Obstgehölzen, meist in größeren Einheiten (Plantagen) mit dem Ziel, Kern-, Stein- oder Beerenobst zu ernten und zu vermarkten. Obstbau ist nur in klimatisch begünstigten Gebieten auf geeigneten Standorten (Bördeverhältnisse) möglich und sehr arbeitsintensiv. Angebaut werden u. a. Kernobst (Äpfel, Birnen), Steinobst (Kirschen, Pflaumen, Pfirsich), Beerenobst (Stachel-, Johannis-, Erdbeeren) oder Schalenobst (Wal- und Haselnüsse). Große Obstbaugebiete liegen in Deutschland u. a. am Bodensee und im Alten Land an der Elbe bei Hamburg.

Ochse

Ochse nennt man das kastrierte männliche Rind. Ochsenmast ist in Deutschland bisher wenig verbreitet (im Gegensatz etwa zu den USA), wird aber im Zuge der Extensivierung der Landwirtschaft gefördert, denn Ochsen nutzen auch weniger wertvolles Grünland. Im Vergleich zu Bullen ist die tägliche Gewichtszunahme bei Ochsen um etwa 15 % geringer, aber dafür ist das Fleisch zarter und wohlschmeckender. Früher dienten Ochsen auch als Zugtiere, weil sie stark, aber weniger angriffslustig sind als Bullen. Leider können sie nur Onkel werden.

Ohrmarken

Dienen der Kennzeichnung der Tiere zur Identifikation und Herkunftssicherung.

Ökologie

Lehre vom Zusammenwirken der Lebewesen untereinander und mit ihrer Umwelt. Sie ist damit ein Teilgebiet der Biologie. Daneben hat "ökologisch" heute die Nebenbedeutung "umweltschützend" bekommen (etwa Ökologischer Landbau, Integrierter Landbau). Die Begriffe stehen also zum Beispiel für eine Landwirtschaft, die nicht gegen die Natur, sondern mit der Natur und unter Erhaltung der Kulturlandschaft (Landschaftspflege) wirtschaftet.

Ökologischer Landbau

Neben dem konventionellen Landbau gibt es noch verschiedene weitere Landbaumethoden, so etwa den Integrierten Landbau oder den Ökologischen Landbau. Unter Ökologischem Landbau versteht man eine nach straffen Richtlinien ausgerichtete Form des Landbaus und des Gartenbaus, deren Produkte durch entsprechende Rechtsgrundlagen und Verordnungen einen besonderen Schutz in der Vermarktung genießen. Industriell hergestellte, chemisch synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind untersagt (siehe Boden, Biologische Schädlingsbekämpfung). In der Tierhaltung des Ökolandbaus dürfen bestimmte Techniken und Mittel nicht eingesetzt und verwendet werden. Die häufig anzutreffende Auffassung, der Ökolandbau wirtschafte ohne Chemie, ist jedoch unzutreffend. Etwa 50 chemische Substanzen bzw. Mittel sind als "ökologisch chemische Verbindungen" zu gelassen. Von den verschiedenen alternativen Landbaumethoden sind in der Bundesrepublik Deutschland besonders die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, der organisch-biologische Landbau, der ökologische Landbau und der naturnahe Anbau bekannt geworden. Eine EU-Verordnung regelt die Grundsätze für die Tierhaltung im Ökologischen Landbau. Diese Art des Wirtschaftens erfreut sich steigender Beliebtheit, zumal die Nachfrage nach deren (teureren, weil ein höherer Arbeitseinsatz nötig ist) "Öko-Produkten" noch steigt. Allerdings liegt das Marktsegment der Ökoprodukte z. Z. bei etwa 2 %, und das Wachstum vollzieht sich nicht sehr schnell. Derzeit wird ein Gesamtpotential des Ökologischen Landbaus von bis zu 10 % der Gesamtproduktion für möglich gehalten.

Ökonomie

Lehre von den Abläufen und Beziehungen der Wirtschaft in menschlichen Gesellschaften.

Ökosystem

Wirkungsgefüge (also die wechselseitigen Abhängigkeiten) von Lebewesen und unbelebter Umwelt einer abgegrenzten natürlichen Lebensregion. Ökosysteme sind zum Beispiel der tropische Regenwald, eine Steppe, das Wattenmeer; sie enthalten wiederum eine Fülle von kleineren Lebensräumen wie etwa die Wipfel oder die Rinde eines Baumes, die Graswurzeln etc., oder auch Agrarökosysteme.

Ölfrüchte

Unter dem Begriff Ölfrüchte faßt man Pflanzen unterschiedlicher Familien zusammen, die gemeinsam haben, daß sie in ihrem Samen Öl als Reservestoff ansammeln: Dazu gehören zum Beispiel Raps, Rübsen, Senf, Sonnenblumen, Sojabohnen und Lein. Das Öl wird in der Nahrungsmittelindustrie (direkt oder z. B. zur Margarineherstellung) verwendet, außerdem für die Herstellung von Farben und Lacken, Arzneimitteln, Waschmitteln, Kosmetika usw. Die Rückstände aus der Ölgewinnung "Ölkuchen" sind nahrhaftes Viehfutter.

Ölfruchtprodukte

Aus ölhaltigen Früchten wird Öl für die menschliche Ernährung oder technische Verarbeitung gewonnen. Es gibt drei Herstellungsformen: Ölkuchen entstehen durch Herauspressen von Öl unter großem Druck nach Zerkleinern der ölhaltigen Samen. Der Rest der Ölsaat verbleibt als Ölkuchen bzw. als Ölkuchenschrot, wenn er gemahlen wird. Bei Extraktion des Öls durch Lösungsmittel verbleibt der/das Extraktionsschrot als Rückstand, dessen Futterwert durch anschließendes Erhitzen verbessert werden kann. Zu den Handelsfuttermittel aus Ölfrüchten gehören Extraktionsschrote aus z. B. Sojabohne (Siehe Sojaextraktionsschrot), Lein, Hanf, Raps, Sesam, Palmkern.

Ölein

Siehe auch Lein. Aus Ölein wird Leinöl gepreßt.

Organische Düngemittel

Organische Düngemittel stammen in der Regel vom eigenen Hof (Wirtschaftsdünger). Dazu zählen Mist, Jauche, Gülle, Knochenmehl, Gründüngung oder Stroh. Es gibt aber auch organische Handelsdünger, etwa Klärschlamm oder Kompost aus Kompostierbetrieben (vgl. Pflanzenernährung)

Organische Masse

Kohlenstoff (C)-reiche Substanz im Boden. Dazu gehören lebende und abgestorbene Bodentiere sowie Pflanzen und deren Ernterückstände, die in den Boden eingearbeitet werden. Die organische Masse ist die Nahrungsgrundlage für die Mikroorganismen im Boden und eine entscheidende Vorraussetzung für eine hohe Fruchtbarkeit des Bodens.

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Pansen

Der größte der 4 Mägen von Wiederkäuern mit bis zu 180 l Fassungsvermögen. Im Pansen wird die geschluckte Nahrung mit Hilfe von Mikroorganismen zum Teil abgebaut. dabei entstehen Fettsäuren, die von der Kuh resorbiert werden. (siehe Verdauungstrakt)

Parasiten

Schmarotzer, die sich in inneren Organen wie Lunge, Leber, Muskeln oder auf bzw. in der Haut oder in den Haaren eines Tieres festsetzen und dieses durch den Entzug von Blut und Nährstoffen schädigen und Entzündungen hervorrufen können. Bei Befall mit Parasiten wird das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigt, die Abwehrkräfte und der Organismus geschwächt, so daß das Tier leichter von anderen Infektionskrankheiten befallen werden kann. Mit wenigen Ausnahmen können Parasiten wirksam bekämpft werden (s. Hautparasiten).

Pasteurisierung

Die Milch wird bei der Verarbeitung in der Molkerei 15 bis 30 Sekunden lang auf 73 Grad Celsius erhitzt; dadurch wird ein großer Teil der darin enthaltenen Bakterien, vor allem Milchsäure-Bakterien, abgetötet, ohne den Milchgeschmack zu verändern. Die Bakterien würden sonst die Milch nach kurzer Zeit sauer werden lassen. Man nennt dieses Verfahren nach dem Erfinder, dem Franzosen Louis Pasteur (1822 bis 1895), pasteurisieren. Pasteurisierte Milch hält sich im Kühlschrank einige Tage frisch.

Pestizide

siehe Pflanzenschutzmittel

Pflanzenbau

(vgl. auch Ackerbau) Zweig der Landwirtschaft, der sich mit der Erzeugung von Pflanzen (Acker, Grünland und Gehölze) beschäftigt (im Gegensatz zur Tierhaltung).

Pflanzenernährung

Pflanzen brauchen zum Wachstum nicht nur Wasser, Licht und Luft (genauer: das darin enthaltene Gas Kohlendioxid), sondern auch mineralische Nährstoffe. Diese Pflanzennährstoffe werden im Wasser gelöst aus dem Boden von den Wurzeln aufgenommen. In den Blättern werden sie zusammen mit Kohlendioxid und Wasser zu den Substanzen, die eine Pflanze enthält bzw. aus denen sie besteht, chemisch umgewandelt. Also u. a. zu Fetten und Proteinen (Eiweiße), Zucker und Stärke, Farb- und Aromastoffen sowie den Baustoffen für Blätter, Stengel, Blüten, Früchte und Samen. Die dem Boden mit der Ernte entzogenen Nährstoffe müssen mit Düngemitteln ersetzt werden (vgl. auch mineralische Dünger.

Pflanzenkrankheiten

Sammelbegriff für Schäden, die an den Pflanzen z. B. durch Bakterien und Pilze sowie durch ungünstige Umweltbedingungen wie Nährstoffmangel verursacht werden.

Pflanzennährstoffe

Für das Wachstum, d. h. die Ausbildung pflanzlicher Substanz, benötigen die Pflanzen wie alle Lebewesen Nährstoffe. Dabei werden sechs Hauptnährstoffe (die sogenannten Makronährstoffe) unterschieden, die die Pflanze in relativ großen Mengen benötigt: Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Schwefel (S), Calcium (Ca) und Magnesium (Mg). Andere Nährstoffe werden in kleinen Mengen oder Spuren benötigt, sie werden Spurenelemente oder Mikronährstoffe genannt: Chlor (Cl), Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu) und andere (siehe Handelsdünger, Pflanzenernährung). Zusammen mit den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff werden aus den Makro- und Mikronährstoffen Fette und Proteine (Eiweiße), Zucker und Stärke, Farb- und Aromastoffe sowie Baustoffe für Blätter, Stengel, Blüten, Früchte und Samen gebildet.

Pflanzenschutz

Maßnahmen zum Schutz der Kulturpflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge sowie vor konkurrierenden Kräutern und Gräsern. Dabei kommen unterschiedliche Methoden und Verfahren zum Einsatz: * kulturtechnische Vorkehrungen, die der Gesunderhaltung der Pflanzen dienen (Fruchtfolge, Bodenbearbeitung u. a.); * biologische Maßnahmen, die den Einsatz natürlicher Feinde (Nützlinge) und Krankheitserreger, wie Insekten, Pilze, Bakterien und Viren, aber auch biotechnische Verfahren, z. B. Pheromone zur Bekämpfung von Schadinsekten, umfassen (Biologische Schädlingsbekämpfung) * mechanische Maßnahmen (z. B. Fallen, Leimringe, Scheuchen) * physikalische Verfahren (z. B. Wärme, elektrischer Strom, Ultraschall) * chemische Maßnahmen (Einsatz von Pflanzenschutzmitteln).

Pflanzenschutzdienst

Organisation auf Länderebene, die mit Hilfe von bestimmten Ämtern und Anstalten Aufgaben wahrnimmt, die im Pflanzenschutzgesetz festgelegt sind. Dazu zählen u. a. das Überwachen von Pflanzenbeständen, Vorräten oder pflanzlichen Erzeugnissen auf Schadorganismen sowie die Überwachung des Pflanzenversands, Aufklärung und Beratung beim Schutz von Pflanzen und Vorräten, der Warn- und Meldedienst sowie die Überwachung von Handel und Verkehr.

Pflanzenschutzmaßnahme

Siehe Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel sind chemische oder biologische Mittel zur Abwehr oder Bekämpfung von Unkräutern, Schädlingen und Krankheiten an Kulturpflanzen. Sie stören oder hemmen die Entwicklung der Schadorganismen oder töten sie direkt. Einige Mittel dienen auch der Abschreckung. Zum Teil dienen die Wirkstoffe auch dem Vorratsschutz und der Bekämpfung von Hausschädlingen und "Lästlingen". Es gibt derzeit weltweit rund 800 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe, die jeweils eine spezielle Anwendung haben, häufig nur gegen eng umrissene Gruppen, z. B. Blattläuse. Es dürfen nur solche Pflanzenschutzmittel angewendet werden, die gründlich auf ihre Wirkung und Nebenwirkungen geprüft sind und die bei sachgerechter Anwendung keine schädlichen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt erwarten lassen. Dies ist im Zulassungsverfahren geregelt. Pflanzenschutzmittel müssen laut Gesetz in einem gesonderten Raum gelagert werden und dürfen nicht mit Düngemitteln, Futter oder Nahrungsmitteln in Berührung kommen. Der Landhandel verkauft Pflanzenschutzmittel und berät den Landwirt bei der Anwendung. Hinweise auf eine sach- und bedarfsgerechte Anwendung sind auch beim amtlichen Warndienst erhältlich. Neben Mitteln zur Bekämpfung von Milben (Akarizide), Insekten (Insektizide), pilzlichen Krankheitserregern (Fungizide) zählen u. a. auch Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) sowie Wachstumsregulatoren zu den Pflanzenschutzmitteln.

Pflanzgut

Kartoffeln werden nicht gesät, sondern gepflanzt, d. h. die Kartoffeln aus denen neue Pflanzen keimen sollen, werden in die Dämme abgelegt, die auf dem Acker z. B. mit Dammfräsen angelegt worden sind. Daher spricht man von Pflanzgut statt Saatgut.

Pflanzkartoffeln

Pflanzkartoffeln sind das Pflanzgut, das zum Anbau von Kartoffeln verwendet wird. Das Pflanzgut muß bestimmten Qualitätsanforderungen entsprechen.

Pflug

Der Pflug ist eines der wichtigsten Geräte zur Grundbodenbearbeitung. Er dient zum Aufbrechen, Wenden, Lockern, Krümeln und Mischen des Bodens und zur Einarbeitung von Ernteresten. Der Pflug kann im Herbst nach der Ernte (Herbstfurche) oder im Frühjahr vor der Aussaat (ev. bei Sommergetreide, Mais, Zuckerrüben) zum Einsatz kommen. Durch das Pflügen wird der Boden lockerer und aufnahmefähiger für Wasser. Mit der Schar schneidet der Pflug einen rechteckigen Erdbalken aus dem Boden; dabei entsteht eine Furche. Die Vorwärtsbewegung schiebt den Erdbalken über das gewölbte Streichblech, wodurch er gebrochen, zerbröckelt, gewendet und schließlich seitlich abgekippt wird. Der Pflug ist eine sehr alte Erfindung. Anfangs diente wohl eine einfache Astgabel zum Aufritzen des Bodens. Die Römer kannten bereits von Ochsen gezogene Pflüge mit eisernem Schar (das Schar ist besonders hohem Verschleiß ausgesetzt). Erst ab 1930 etwa begannen Traktoren, die Pferde als Zugtiere abzulösen. Ihre Zugkraft ist heute so groß, daß sie auch Pflüge mit mehreren Scharen und Streichblechen selbst durch schweren Boden ziehen können. Es gibt zur Landerschließung sogar Tiefpflüge mit Arbeitstiefen bis zu einem Meter. Je nach Bauart werden u. a. Streichblechpflüge, Scheibenpflüge oder Meißelpflüge unterschieden.

Pflügen

Mechanisches Wenden, Lockern und Mischen der oberen Bodenschicht im Rahmen der Grundbodenbearbeitung (siehe auch Pflug).

Pheromone

Diese Stoffe dienen im Tierreich zur Regelung sozialer Beziehungen zwischen den Artgenossen. Zum Beispiel können dies Sexuallockstoffe oder Abschreckstoffe sein. Pheromone werden nicht wie die Hormone nach innen abgegeben, sondern nach außen. In sogenannten Pheromonfallen werden sie auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung im Obstbau genutzt.

Phosphatdünger

Mineralische Handelsdünger, mit denen dem Boden Phosphate zugeführt werden. Sie werden aus Rohphosphaten hergestellt; das sind entweder Ablagerungen von Meerestieren, die an mehreren Stellen der Erde abgebaut werden, oder Nebenprodukte der Eisengewinnung. Diese Rohphosphate sind allerdings kaum wasserlöslich und müssen daher "aufgeschlossen" werden, entweder durch feinstes Vermahlen ("Hyperphosphate") oder durch Schwefelsäure ("Superphosphate"), denn nur in wasserlöslicher Form sind sie als Pflanzennährstoff verfügbar. Gut wasserlösliche Sorten werden als schnellwirkende Dünger, die mäßig löslichen als Depotdünger verwendet. Weil Phosphat im Boden rasch gebunden wird, ist die Gefahr der Auswaschung in tiefere Bodenschichten oder ins Grundwasser gering.

Phosphate

Verbindungen des chemischen Elements Phosphor, genauer Salze (Ca, Mg, Na, Fe) der Phosphorsäure. Im Boden fördern sie ähnlich wie der Kalk die Bodenstruktur, was sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt. Phosphate werden kaum aus dem Boden ausgewaschen, denn sie liegen vornehmlich an Eisen, Aluminium oder Calcium gebunden vor. Aber sie "altern" im Boden, weil sich mit der Zeit schwer wasserlösliche chemische Verbindungen bilden. Gedüngtes Phosphat wird daher immer weniger verfügbar. Phosphat wird auch aus organischen phosphorhaltigen Verbindungen (Humus oder Gülle) durch mikrobiellen Abbau (Bodenleben, Mineralisation) pflanzenverfügbar. Siehe auch Pflanzennährstoffe und Phosphatdünger).

Phosphor

Chemisches Zeichen: P, ist ein nichtmetallisches chemisches Element. Es kommt in zwei Formen vor: als selbstentzündlicher und leicht brennbarer, im Dunkeln leuchtender, hochgiftiger "weißer Phosphor" und als kaum giftiger, nicht selbst entzündlicher "roter Phosphor", der etwa in Streichhölzern verwendet wird. Phosphor-Calcium-Verbindungen stellen einen der Hauptbestandteile in Zähnen und Knochen des Skeletts dar (etwa 80 % des Phosphors finden sich im Skelett). Außerdem sind Phosphor-Verbindungen unverzichtbar für den Energiestoffwechsel aller Zellen. In Form von Salzen der Phosphorsäure (Phosphate) gehören Phosphor-Verbindungen zu den Haupt-Pflanzennährstoffen und dürfen auch in der tierischen und menschlichen Nahrung nicht fehlen. An mehreren Stellen der Erde (Nordafrika, Nordamerika, Halbinsel Kola) haben sich im Laufe von Jahrmillionen große Mengen Phosphate aus kalk- und phosphorhaltigen Meerestieren abgelagert; diese Rohphosphate werden abgebaut und zu Düngemitteln verarbeitet. Außerdem fallen Phosphate bei der Eisenherstellung aus phosphorhaltigen Erzen an (Thomasphosphat) (siehe auch Phosphatdünger).

Photosynthese

Auch als Assimilation bezeichnet, ist der wichtigste chemische Vorgang in den grünen Pflanzen auf der Erde und Grundlage des Lebens der gesamten Menschheit sowie der Tier- und Pflanzenwelt. Er läuft in allen grünen Pflanzen ab. Sie bauen dabei mit Lichtenergie aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate (Zucker, Stärke und Cellulose) auf, wobei Sauerstoff frei wird. Für diese Umsetzung ist das Blattgrün (Chlorophyll) als Empfänger der Lichtenergie unverzichtbar. Die Pflanze baut aus dem entstandenen Zucker dann sämtliche Bau- und Betriebsssstoffe wie Cellulose, Stärke, Fett, Eiweiß, Farb- und Aromastoffe usw. auf, die zum Teil als Reserven in Wurzel oder Samen gespeichert werden.

pH-Wert

Maßstab für den Säuregrad, auch des Bodens. Säuregrad bedeutet: Konzentration der WasserstoffIonen (H+) in wässriger Lösung. Wissenschaftlicher Ausdruck: Negativer dekadischer Logarithmus der H+-Ionen-Konzentration. Die Werte können 1 bis 14 betragen. Er zeigt an, ob eine wässrige Flüssigkeit sauer (Säure), basisch (Lauge) oder neutral reagiert. pH-Werte unter 7 zeigen Säuren an, je kleiner die Zahl, desto stärker die Säure. Werte über 7 zeigen Laugen (Basen) an, je höher die Zahl, desto stärker die Lauge. Reines Wasser hat genau pH 7, es ist weder sauer noch basisch. Verdünnter Essig hat etwa pH 4, Salzsäure etwa pH 1, Waschlauge etwa pH 11.

Pillierung

Umhüllen von Saatgut (etwa von Rüben) mit einer Pillierungsmasse aus Gesteinsmehl oder anderem Material, dem gleichzeitig Wirkstoffe gegen pilzliche oder tierische Schaderreger beigemischt werden (siehe auch Beizen). Das ist arbeitssparend, mittelsparend und umweltschonend, denn 100 Gramm Wirkstoff reichen aus, um das Saatgut für einen Hektar zu behandeln. Außerdem erhält man so einheitliche Korngrößen, was bei der Einzelkornsaat Voraussetzung für eine genaue Ablage des Saatgutes darstellt.

Pilze

Gehören zu den am meisten verbreiteten Organismen der Erde. Sie sind überall anzutreffen, wo gleichzeitig auch andere Organismen leben, vor allem auf dem Land. Im allgemeinen bevorzugen Pilze feuchte Standorte, jedoch können auch einige in trockener Umgebung leben. Die Größe der Pilze ist sehr variabel. Sie reicht von mikroskopisch kleinen Organismen bis hin zu meterhohen Gewächsen. Pilze sind auf der einen Seite sehr nützlich, zum Beispiel bei der Nahrungsmittelherstellung (z. B. Bier und Joghurtherstellung). Andererseits sind einige Pilze aber auch Krankheitserreger, die bei Mensch und Tier schwerste Infektionskrankheiten und Vergiftungen auslösen können. Auch die meisten Pflanzenkrankheiten werden durch Pilze verursacht. Tieren können sie zum Beispiel als Hautpilz oder durch Toxine Schaden zu fügen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Speisepilze (besser gesagt, deren Fruchtkörper), meiden sollte man Giftpilze.

Population

Ansammlung von Lebewesen einer Art auf einer Fläche, in einem Gebiet oder großen Areal. In der Genetik eine Gruppe von Tieren innerhalb einer Rasse, die eine Paarungsgemeinschaft bildet (z. B. die Blattlauspopulation innerhalb eines Weizenfeldes)

Poren

Luft- oder wassergefüllte Hohlräume im Boden, die für den Luft- und Wasserhaushalt bzw. -austausch sehr wichtig sind. Große sogenannte Grobporen entstehen z. B. auch durch Pflanzenwurzeln oder durch Regenwürmer, die ihre Röhren im Boden anlegen.

Presse

Eine Maschine, um z. B. Heu oder Stroh kompakt zu Ballen zu verdichten (= zu pressen) und damit Transport und Lagerung zu vereinfachen.

Produktionsfaktor

Faktoren, die die Grundlage für jede Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen bilden. Produktionsfaktoren sind Boden, Arbeit, Kapital und auch zunehmend die unternehmerische Leistung, das Management.

Protein

Oder auch Eiweiß; Organische, stickstoffhaltige Verbindungen, die aus Aminosäuren aufgebaut sind. Pflanzliche Proteine sind Reservestoffe, die sich z. B. in den Samen von Körnerfrüchten befinden. In Fleisch, Milch und Eiern ist besonders viel Protein von hoher Qualität enthalten. Die Qualität (biologische Wertigkeit) für die Ernährung hängt von dem Anteil der essentiellen Aminosäuren ab, die von Mensch und Tier nicht selbst hergestellt werden können (siehe Aminosäuren).

PSE

Merkmal der Fleischbeschaffenheit. Steht für Pale, Soft und Exsudative (blaß, weich und wässrig). Das Fleisch ist hell, hat hohe Brat- und Kochverluste durch schlechtes Safthalte- und Quellungsvermögen und wird bei der Zubereitung zäher und trockener als normales Fleisch. Dies liegt daran, daß nach dem Schlachten u. U. in den Zellen vermehrt Milchsäure produziert wird, die einen raschen Abfall des pH-Wertes verursacht. Die darauf folgende Denaturierung der Proteine (Veränderung der natürlichen Eigenschaften) führt zu einem geringeren Wasserbindungsvermögen und Wasseraustritt aus den Zellen. Die Veranlagung für die Ausbildung von PSE-Fleisch wird vererbt. In der deutschen Schweineproduktion ist PSE-Fleisch nahezu nicht mehr vorhanden.

Puls beim Schwein

Schweine haben unter Ruhebedingungen einen Puls von etwa 70 Schlägen in der Minute.

Puls der Kuh

Der normale Puls einer Kuh bzw. eines Rindes liegt unter Ruhebedingungen bei etwa 40 bis 80 Schlägen in der Minute. Beim Kalb liegt die Frequenz bei etwa 100 bis 110 Schlägen in der Minute.

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Qualität bei pflanzlichen Produkten

Neben dem mengenmäßigen Ertrag ist die Qualität des Erntegutes für den erwirtschafteten Erlös von ganz entscheidender Bedeutung. Unter Qualität verstehen wir alle Eigenschaften eines Produktes, die dessen Güte, Gesundheitswert und Wert für den vorgesehenen Verwendungszweck bestimmen (z. B. für den Verzehr oder die Verarbeitung zu Nahrungsmitteln bzw. zu technischen Produkten). Die Qualität pflanzlicher Erzeugnisse wird maßgeblich durch die Wahl der geeigneten Sorte, die Düngung und den Pflanzenschutz bestimmt, wobei zwischen äußerer und innerer Qualität unterschieden wird. Die äußere Qualität wird maßgeblich durch die Wahl der geeigneten Sorte, die Düngung und den Pflanzenschutz bestimmt. Qualitätsmerkmale sind das Erscheinungsbild des Erntegutes, Konsistenz, Haltbarkeit und die Freiheit von Pilzbefall, Schädlingsbefall oder Verunreinigungen. Innere Qualitätsmerkmale sind z. B. die Menge und Zusammensetzung der ernährungsphysiologisch wichtigen Inhaltsstoffe und Fremdstoffe sowie die technische Eignung für die weitere Verarbeitung (zum Beispiel Backqualität bei Getreide).

Qualitätskontrolle

Dient der Sicherung des gesundheitlichen Wertes bzw. der Rückstandsfreiheit von Produkten. Solche Kontrollen werden sowohl auf der Stufe der Urproduktion auf dem landwirtschaftlichen Betrieb (z. B. Kontrolle der Milch bei der Abholung durch die Molkerei) als auch im Verlauf der Weiterverarbeitung vorgenommen.

Quote

Produktionsbeschränkungen in der Landwirtschaft (Milchkontingent, Zuckerrüben-Kontingent).

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Raps

Eine unserer wichtigsten Ölfrüchte, denn unter den Klimabedingungen in Deutschland liefert er die höchste Ölmenge pro Hektar. Außerdem verbessert er die Bodenstruktur und eignet sich ideal als Vorfrucht für fast alle Pflanzen in der Fruchtfolge, ist aber nicht selbstverträglich. Sein Anbau (praktisch nur als Winterraps) wird von der EU gefördert und hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Die leuchtend gelb blühende Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist mit Kohl und Kohlrüben verwandt. Rapsöl kann nach chemischer Aufbereitung in geeigneten Motoren als Treibstoff (Bio-Diesel) verwendet werden. Der größte Teil aber dient als Futter und zur menschlichen Ernährung (Speiseöl, Margarine) allerdings erst, seitdem Sorten im Handel sind, bei denen die störende Erucasäure (mit gesundheitsschädlichen Wirkungen) und Bitterstoffe (Glucosinolate, die als Futterbestandteil toxisch wirken: Schilddrüsenerkrankungen) herausgezüchtet worden sind ("00Raps", sprich Doppelnull-Raps). Zur Zeit arbeiten die Züchter an Sorten, die noch höherwertigere Ölbestandteile (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) enthalten und resistent gegen Schädlinge wie den Rapsglanzkäfer und Krankheiten wie die Kohlhernie sind.

Rapsglanzkäfer

Ein tierischer Schädling im Raps, der zu Beginn der Rapsblüte Schäden verursacht. Er ist ca. 2,5 mm groß, metallisch blauschwarz glänzend. Der Käfer durchfrißt die Blütenknospen, zerstört sie gleichzeitig und legt seine Eier dort ab. In den meisten Fällen fallen die Knospen ab. Dadurch können keine Rapsschoten gebildet werden, so daß die Ernte geringer ausfällt.

Rassen

Rasse bezeichnet eine Untergruppe der Arten. Eine Rasse unterscheidet sich von anderen Rassen derselben Art durch erblich bedingte Leistungseigenschaften wie Größe, Haarfarbe, o. ä. Rinderrassen: In Deutschland werden hauptsächlich folgende Rinderrassen gehalten: Deutsche Schwarzbunte, Deutsches Fleckvieh, Deutsche Rotbunte, Deutsches Braunvieh, Deutsches Gelbvieh, Angler, Vorderwälder, Deutsche Jersey, Deutsches Rotvieh, Pinzgauer, Hinterwälder, Angus und Charolais. Schweinerassen: Gegenwärtig in Deutschland bevorzugt gehaltene Rassen: Deutsche Landrasse (DL), Piétrain (PI), Deutsches Edelschwein (DE), Leicoma, Hampshire, Duroc.

Raubmilben

siehe Nützlinge

Räudemilben

Verursachen die ansteckende Hautkrankheit Räude. An dieser Krankheit können Rinder, Pferde, Schafe und Schweine erkranken.

Rauhfutter

Auch als Grundfutter oder Wirtschaftsfutter bezeichnet, umfaßt sowohl wasserreiche Futtermittel (Grünfutter) und anderes Saftfutter wie Rüben oder Silage als auch trockenes Rauhfutter wie Heu oder Stroh. Grundfutter ist voluminös und weist i. d. R. einen niedrigeren Markt- und Futterwert sowie eine schlechte Transportfähigkeit auf. Es wird im allgemeinen auf dem eigenen Betrieb erzeugt. Allerdings reicht es zu einer ausgewogenen und leistungsgerechten Fütterung nicht aus und muß deshalb mit Kraftfutter (Mischfutter) so kombiniert werden, daß bei optimaler Nutzung der Leistungsfähigkeit eines Tieres die Futterkosten je Leistungseinheit (z. B. Liter Milch) möglichst gering bleiben. Unter der Grundfutterleistung versteht man die Nährstoffmenge aus dem Grundfutter, die nach Abzug des Erhaltungsbedarfs für die Milch bzw. Mastleistung eines Tieres zur Verfügung steht.

Rausche / Schwein

Die Tage, in denen ein Schwein trächtig (s. Trächtigkeit) werden kann. * Die erste Rausche tritt im Alter von etwa 5-6 Monaten auf. * Der Rauschezyklus (Abstand zwischen zwei Rauschen) beträgt ca. 3 Wochen. * Rauschedauer ca. 1 bis 2 Tage. * Die Jungsau sollte zum Zeitpunkt der ersten Belegung ein Gewicht von mindestens 100-120 kg haben (Alter ca. 7-8 Monate).

Regenwürmer

Die wohl wichtigsten Bodenlebewesen (siehe auch Bodenleben). Sie haben einen walzenförmigen Körper, der vorn und hinten spitz zuläuft. Winzige Borsten an der Außenseite des Körpers helfen bei der Fortbewegung im Boden. Es gibt davon weltweit über 1.000 Arten, die meist nur wenige Zentimeter, in den Tropen jedoch bis zu 3 Meter lang werden. Regenwürmer tragen durch ihre wühlende und mischende Tätigkeit entscheidend zur Bodendurchmischung und damit zur Bodenbelebung in tieferen Bodenschichten bei. Sie vermischen und verbinden in ihrem Verdauungstrakt organische und mineralische Bodenbestandteile, die als Ausscheidung dann stabile Krümel bilden. Regenwürmer erschließen den Boden mit ihren Röhren, die dann auch von den Pflanzenwurzeln genutzt werden bzw. für den Luft und Wasserhaushalt des Bodens sehr wichtig sind. In einem stark belebten Ackerboden finden sich ca. 200 Regenwurmröhren pro m.

Reihenkulturen

Stehen in Reihen, die gleichmäßig ca. 40-70 cm breite Abstände haben z. B. Mais, Zucker, Rüben und Kartoffeln.

Rein-Raus-Verfahren

Haltungsform in der Tierproduktion, die vielfach bei der Mast von Schweinen, Bullen oder Geflügel angewendet wird. Es bedeutet, daß alle Tiere beim Aufstallen etwa gleich alt und gleich schwer sind. Die Tiere werden dann gleichzeitig den Stall wieder verlassen (z. B. zum Schlachten). Danach folgt eine gründliche Stallreinigung und Desinfektion. Der Stall wird dann wiederum komplett neu belegt.

Reinsaat

Ein Ansaatverfahren, bei dem nur eine einzige Kulturart angebaut wird, z. B. ein reiner Weizenbestand. Gegenteil ist die Misch- oder Gemengesaat, wie z. B. die Grasansaat, da hier verschiedene Gräser und zum Teil auch Kräuter gleichzeitig ausgesät werden.

Reinzucht

Auswahl und Paarung von Elterntieren in einer geschlossenen Population (Gruppe von Tieren), also innerhalb einer Rasse. Die Züchtung der bekannten Rassen beruht hauptsächlich auf Reinzucht.

Resistenz

Die genetisch bedingte (also vererbbare) oder erworbene Unempfindlichkeit von Pflanzen oder Tieren gegen Krankheitserreger, Schadstoffe oder ungünstige Umweltbedingungen. Sie ist u. a. abhängig von Lebensalter, Ernährung, Allgemeinzustand, Haltungsbedingungen etc., d. h. sie ist nicht immer gleich stark. Eine Resistenz kann z. B. auf der fehlenden Affinität (Verwandtschaft/Nähe) zu Krankheitserregern, zum anderen aber auch auf wirkungsvollen Schutz- und Abwehrmechanismen eines Organismus beruhen. Freilich sind auch Schadorganismen (Insekten, Mikroorganismen, Unkräuter usw.) bisweilen resistent gegenüber einem bestimmten Pflanzenschutzmittel oder sie werden es bei dessen langjähriger Anwendung. Daher müssen ständig neue Substanzen bzw. Substanzen mit neuen Wirkmechanismen entwickelt und getestet werden, um wirtschaftliche und ökologische Schäden abzuwenden.

Rind

Oberbegriff für die Tierart, die zu den gehörnten paarhufigen Wiederkäuern gehört. Rinder sind seit vielen Jahrhunderten domestiziert und als Haustiere gehalten worden. Ein weibliches Kalb wird etwa ab dem 5. Lebensmonat Rind genannt. Nach dem ersten Kalben wird ein Rind zur Kuh. Das Rind ist mit über 1,3 Milliarden Stück weltweit bedeutendste aller Haustiere. Unsere Rinder wurden vor etwa 10.000 Jahren aus dem Auerochsen (Ur) gezüchtet (Domestikation) und sind vielseitig einsetzbar: zur Produktion von Milch und Fleisch (etwa Roastbeef, Filet, Rinderhüfte, Hohe Rippe), außerdem zur Lederherstellung aus der Haut, zur Erzeugung von Leim und Gelatine aus den Knochen sowie als Last- und Zugtier; in manchen Ländern auch für Schaukämpfe (Stierkämpfe). Es gibt eine Vielzahl von Rassen.

Rindermast

Mast von Rindern, wobei prinzipiell, weibliche, männliche und kastrierte Tiere in Frage kommen. Die Praxis kennt bei uns meist nur die Mast von Jungtieren, da der Markt zartes Fleisch mit geringem Fettanteil bevorzugt, und diese Voraussetzung nur bei Jungtieren gegeben ist. Es gibt drei Formen der Rindermast: Färsenmast, Bullenmast und Ochsenmast.

Rinderpaß

Wird für Rinder ausgestellt, die nach dem 1. Januar 1998 in Deutschland geboren, und für Rinder, die aus einem Drittland eingeführt wurden. Im Rinderpaß sind der Name und die Anschrift des Erzeugerbetriebes, die Ohrmarkennummer sowie das Geburtsdatum, das Geschlecht, die Rasse und die Ohrmarkennummer des Muttertieres verzeichnet. Bei Tieren aus Drittländern muß das entsprechende Geburtsland ergänzt werden. Voraussetzung für die Ausstellung des Rinderpasses ist die unverwechselbare Kennzeichnung der Rinder.

Rinderrassen

Wurden ursprünglich nach den Stammrassen, nach dem geographischen Ursprung, nach der Ähnlichkeit der äußeren Gestalt oder auch nach der Blutgruppenähnlichkeit zugeordnet. Heute werden die Tiere nach ihrer Nutzungsrichtung zusammengefaßt. Im europäischen Raum herrschen derzeit die Zweinutzungsrassen vor, wobei aber beträchtliche Unterschiede zwischen diesen Rassen bestehen. Die schwarzbunte Rasse entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zur bedeutendsten Rinderrasse im europäischen Raum, aber auch das Fleckvieh zählt zu den stark verbreiteten Rassen. Regional große Bedeutung haben auch Rassen wie Rotbunte, Braunvieh und Gelbvieh.

Roggen

Die wahrscheinlich jüngste Getreideart, denn er wird erst seit etwa 2.500 Jahren genutzt. Er stellt geringere Ansprüche an die Bodengüte als z. B. Weizen, zeichnet sich durch gute Kälteresistenz aus und wächst auch auf sandigen Böden "Roggenböden" noch gut. Weltweit spielt sein Anbau keine große Rolle. Die "Kleber" genannten Proteine (Eiweiße), die den Weizen so besonders backfähig machen, fehlen dem Roggen. Roggenbrot (zum Beispiel Schwarzbrot und Pumpernickel) ist daher dichter und dunkler als Weizenbrot. Roggen wurde früher (ebenso wie Weizen und Gerste) gelegentlich vom giftigen Mutterkornpilz befallen, der giftige Alkaloide bildet. Dies geschieht auch heute noch, allerdings werden Saatgut und Mehl sorgfältig überwacht, und so die Risiken ausgeschaltet. Im Mittelalter hat damit verseuchtes Roggenmehl viele Todesfälle verursacht (bekannte Darstellung auf dem Isenheimer Altar). Heute wird der Mutterkornpilz auf dafür bestimmten Roggenfeldern gezielt kultiviert, weil die Pharmaindustrie ihn für die Produktion wichtiger Medikamente benötigt.

Rotationsbrache

siehe Brache. Bei Rotationsbrache werden Flächen abwechselnd ("rotierend") vorrübergehend nicht genutzt.

Rotklee

Kleeartige Futterpflanze, die im Gemisch oder in Reinsaat angebaut wird. (Siehe auch Leguminosen.)

Rotbunte

Zweinutzungsrasse, heute als "Deutsche Holstein Rotbunt" mit fast so hoher Milchleistung wie Schwarzbunte. Ebenso wie in der Rassenhistorie der Schwarzbunten wurden Kühe in den USA auf Milchleistung selektiert. Als "Red Holstein Frisian" wurden sie über Sperma-Importe sozusagen wieder reimportiert und veränderten das Rassebild in den letzten 20 Jahren.

Rüben

siehe Zuckerrüben und Futterrüben.

Rückstände

Fremdstoffe, die in die Nahrungsmittel gelangen und dort nachweisbar sind. Das können zum Beispiel Schwermetalle (aus belasteten Böden), Medikamente, Masthilfsmittel (Hormone), Pilzgifte (Mykotoxine, aus verschimmeltem Futter), chemische Pflanzenschutzmittel sein. Rückstände sind in gesetzlich festgelegten Höchstmengen erlaubt, von denen man weiß, daß sie kein gesundheitliches Risiko bergen, auch wenn sie lebenslang aufgenommen werden. Entscheidend für die Einhaltung der Höchstmengen von Pflanzenschutzmitteln z. B. ist die vorgeschriebene Wartezeit zwischen der Anwendung des Mittels und der Ernte. Jede Weiterentwicklung des Anwendungsverfahrens, die zu einer Verminderung von Rückständen führt, zieht früher oder später auch eine Herabsetzung der Höchstmengen nach sich, weil sich auf diese Weise die Unbedenklichkeit der Lebensmittel dynamisch weiterentwickeln wird. Umfangreiche Monitorings (Rückstandsuntersuchungen) bestätigen den hohen Gesundheitswert der in Deutschland erzeugten Lebensmittel, während in Importware häufig höhere, zum Teil unzulässige Rückstandsgehalte nachgewiesen werden. Regelmäßige Kontrollen sorgen auch hier für ständige Verbesserung.

Rundtrog

Bestandteil der Rundtrogkiste. Darunter versteht man ein Haltungssystem für Mastschweine, bei dem die Buchten annähernd quadratisch sind und der runde Futtertrog in der Mitte angeordnet ist.

Rupfen

Entfernung der Federn vom Geflügelschlachtkörper. Früher wurden die Federn von Hand ausgerupft, heute gibt es dafür Maschinen, sogenannte Rupfmaschinen.

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Saat

siehe Aussaat

Saatgut

Geerntete Körner z. B. von Getreide, die nach der Ernte gereinigt, gebeizt (vgl. Beizung) und dann für die nächste Aussaat verwendet werden. Saatgut muß die im Saatgutverkehrsgesetz festgelegten hohen Anforderungen erfüllen und von den zuständigen Länderstellen anerkannt worden sein. Bei Saatgut werden verschiedene Qualitätskategorien unterschieden, z. B. Basissaatgut, zertifiziertes Saatgut, Handelssaatgut etc. Verkauft und gehandelt werden darf nur Saatgut von solchen Sorten, die zugelassen, d. h. in der "Beschreibenden Sortenliste" aufgeführt sind (bis auf wenige Ausnahmen). Für die Zulassung und Eintragung einer Sorte ist das Bundessortenamt zuständig. Eine solche Zulassung gilt für 10 Jahre, kann aber um jeweils höchstens 10 Jahre verlängert werden. Die Voraussetzungen für die Zulassung sind Unterscheidbarkeit (von anderen Sorten), Homogenität (innerhalb dieser Sorte), Beständigkeit (der Sortenmerkmale) und der landeskulturelle Wert einer Sorte, d. h. der damit verbundene Züchtungsfortschritt.

Saatstärke

Ausgebrachte Saatmenge in kg/ha oder auch in Saatkörnern pro m ausgedrückt.

Säen

siehe Aussaat.

Saftfutter

Futtermittel mit relativen hohem Wassergehalt (Gras, frische Rüben, Silagen). Bei der Silage handelt es sich um Saftfutter, weil sie im Gegensatz zu Heu einen relativ hohen Wassergehalt hat.

Sahne

Oder Rahm ist der von der Rohmilch abgeschiedene Teil mit einem Milchfettgehalt von mindestens 10% (bei Schlagsahne 30%). Es setzt sich beim Stehen der Milch ab oder wird in der Molkerei durch Zentrifugen (Schleudern) abgetrennt. Zurück bleibt entrahmte Milch (Magermilch). Kurzes Schlagen gekühlter Sahne mit Luft ergibt Schlagsahne, längeres Schlagen bringt die Fettkügelchen zum Zusammenlagern; es entsteht Butter. Die Herstellung von Butter war schon den Germanen bekannt.

Salmonellen

sind Bakterien, die überall vorkommen. Wenn sie eine bestimmte Konzentration in Wasser oder Nahrung überschreiten, rufen sie Erkrankungen hervor, die hauptsächlich den Magen und Darmtrakt von Mensch und Tier befallen. Von den heute ca. 2300 bekannten Salmonellenarten sind für den Menschen zwei der Erreger in Lebensmitteln besonders gefährlich und aggressiver als andere Typen: Salmonella typhimurium und Salmonella enteritidis. Bei Temperaturen zwischen +7 und +40 C vermehren sich Salmonellen sehr schnell. Nach frühestens 6 spätestens aber nach 72 Stunden können sie leichte bis schwere Erkrankungen mit Durchfall, Fieber, Erbrechen und Bauchschmerzen verursachen. Meistens verschwinden die Symptome nach wenigen Tagen, in Einzelfällen kann es aber auch zu schweren Erkrankungen kommen. Besonders gefährdet sind abwehrgeschwächte Personen, Säuglinge, Kleinkinder und alte Menschen. Salmonellen kommen im Boden, auf Pflanzen und in Futtermitteln aber auch in menschlichen und tierischen Fäkalien vor. In den meisten Fällen werden die Erreger durch verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser übertragen. Die Aufnahme geschieht ausschließlich durch den Mund. Salmonellen werden also "gegessen und geschluckt", man kann sie nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken. Die Erreger gelangen über den Magen und Darm in die Blutbahn und können sich von dort aus auch in anderen Organen ansiedeln. Die wichtigste Ursache für die Verbreitung der Erreger ist nicht fehlerhafte Rohware, sondern der falsche Umgang mit Lebensmitteln. Die Hauptursachen sind: * Herstellungsfehler * falsche oder zu lange Lagerung * Hygienemängel * Übertragung durch infizierte Menschen * Erhitzungsfehler * fehlerhafte Rohware * Verpackungs- und Transportfehler. Salmonellen kommen überall verbreitet bei verschiedenen Geflügelarten, anderen Tieren und Menschen vor. Heute sind über 2000 verschiedene Serotypen bekannt. Nur wenige führen zu einer Erkrankung des Menschen. Durch umfassende Hygienemaßnahmen und Impfung der Junghennen in Deutschland konnte in den letzten Jahren der Salmonellenbefall bei Geflügel deutlich reduziert werden. Eine ganz wichtige Vorsorgemaßnahme ist eine gute Küchenhygiene beim Umgang mit Fleisch.

Sämaschine

Dient dazu, das Saatgut gleichmäßig, in vorgewählter Menge und in der richtigen Tiefe in den Boden zu bringen (Aussaat). Sie werden in der Regel als Anhänge- oder Aufbaugeräte am Traktor befestigt und vielfach mit Saatbettbereitungsgeräten kombiniert. Eine besondere Form sind Einzelkornsämaschinen für Reihenkulturen (Mais, Zuckerrüben), die besonders exakt arbeiten und eine genaue Einhaltung der optimalen Pflanzenzahl pro Quadratmeter (Bestandesdichte) und des optimalen Standraums für jede Pflanze ermöglichen. Aber auch für die Breitsaat von Getreide z. B. gibt es inzwischen sogenannte pneumatische Sämaschinen, bei denen das Saatgut nicht mehr mechanisch auf die einzelnen Säschare, sondern pneumatisch (mit einem Luftstrom) und damit genauer verteilt wird.

Sandbaden

Das Huhn bildet, wenn vorhanden, eine Mulde im Sand oder in der Einstreu. Durch Scharren und Wälzen wird das Gefieder eingestäubt und am Ende durch Schütteln wieder entfernt. Dadurch werden Schmutz und Parasiten aus dem Gefieder entfernt. Aber auch andere Tierarten pflegen diese Verhaltensweise!

Sandraum

Siehe Scharraum.

Säschare

Teile einer Sämaschine; aus einem Vorratsbehälter wird das Saatgut über Leitungen schließlich durch die Säschare in das Saatbeet, den für die Saat vorbereiteten Boden, geleitet. Säschare gibt es in unterschiedlichen Formen.

Sau

Das weibliche Schwein wird ab dem ersten Ferkeln als Sau bezeichnet, davor als Jungsau.

Säugezeit / Kalb

Ein Kalb bekommt bis zum Alter von 8 bis 12 Wochen nach der Geburt Milch. Anschließend wird es auf Wasser, Grundfutter und Kraftfutter umgestellt.

Säugezeit / Schwein

Ferkel verbleiben bis zu 5 Wochen lang bei der Sau und werden von ihr gesäugt. Zusätzlich zur Muttermilch wird häufig ein Spezial-Aufzuchtfutter bereitgestellt.

Saurer Regen

Darunter versteht man den Regen, der aufgrund von Luftverunreinigungen z. B. mit Schwefeldioxid und Stickstoffoxid einen pH-Wert aufweist, der im sauren Bereich liegt. Der saure Regen wirkt auf die Blattorgane oder Rinde der Bäume ein, oder direkt über den Boden und die Wurzeln. Die Auswirkungen des sauren Regens zeigen sich u. a. im sog. Waldsterben. Schwefeldioxid wird hauptsächlich durch die Kraftwerke, die Industrie und die Kleinverbraucher in die Luft abgegeben, das Stickstoffoxid durch den Verkehr, die Kraftwerke und die Industrie.

Schadensprognose

Abschätzung eines möglichen Schadens aufgrund von ungünstigen Witterungsbedingungen (z. B. Hagel) oder aufgrund eines Krankheits- und Schädlingsbefalls. Computer-gestützte Entscheidungssysteme im Pflanzenschutz z. B. basieren auf solchen Schadensprognosen. Dabei wird abgeschätzt, wie groß der Ertragsausfall bei einer Kulturpflanze unter den gegebenen Bedingungen (z. B. Luftfeuchte, Temperatur, bisheriger Befall mit einer Krankheit) sein wird, wenn keine Bekämpfung erfolgt. Damit kann abgeschätzt werden, ob sich eine Pflanzenschutzmaßnahme überhaupt lohnt.

Schadensschwelle

Unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle versteht man die Befallstärke einer Pflanze mit Krankheiten und Schädlingen oder den Grad der Verunkrautung, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerade noch geduldet werden kann. Das bedeutet, daß Bekämpfungsmaßnahmen (Pflanzenschutz) erst dann sinnvoll sind, wenn die durch die Schaderreger zu erwartenden Ertragsverluste größer sind als die Kosten, die zu ihrer Abwehr entstehen. Die Schadensschwelle für den Befall mit Kartoffelkäfern liegt z. B. bei 1 bis 2 Käfern oder 20 Larven pro Kartoffel-Pflanze (siehe auch Schadensprognose und Integrierter Pflanzenbau). Schadensschwellen sind keine fixen Größen, sondern Annäherungswerte, die jeweils für den entsprechenden Standort und gegebenenfalls im Hinblick auf die Witterung aufgrund eigener Erfahrungen anzupassen sind.

Schaderreger

Organismus (z. B. Bakterium, Virus, Pilz, Tier), der einen anderen Organismus befällt und "auf dessen Kosten" lebt. Dazu zählen z. B. Blattläuse, die nicht nur Pflanzen anstechen und sich von dem Assimilationsstrom (Transport der Photosyntheseprodukte in der Pflanze zu Wachstums- und Speicherorganen) ernähren, sondern bei diesem Anstechen auch Viruskrankheiten übertragen können. Bei einem entsprechend starken Befall sind deutliche Ertragseinbußen zu erwarten.

Schadgas

z. B. Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Lachgas, oder Methan, wenn sie eine bestimmte Konzentration in der Umgebungsluft überschreiten. Sie kommen in der Natur sowie in der vom Menschen geschaffenen Umgebung vor. Schadgase entstehen u. a. durch mikrobielle Zersetzungsprozesse in den Ausscheidungen der Tiere oder in der Einstreu. Sie sollten immer in Tierhöhe gemessen werden. In Bodennähe sind die Konzentrationen meist am höchsten, da viele schwerer als Luft sind.

Schädlinge

Tiere (z. B. verschiedene Insekten, Schnecken, Fadenwürmer, Mäuse, Läuse etc.), die an Nutzpflanzen fressen oder saugen und sie dadurch in ihrem Wachstum behindern oder sogar zum Absterben bringen. Manche Schädlinge übertragen darüber hinaus auch Krankheiten, zum Beispiel Blattläuse als sogenannte Vektoren [=Überträger] von Viren. Eine Art wird erst dann zum Schädling, wenn sie erhebliche Schäden verursacht. Ein gewisser Besatz von Schädlingen kann ohne Beeinträchtigung der Ertragsbildung toleriert werden (vgl. auch Schadensschwelle). Schädlinge neigen unter den günstigen Nahrungsbedingungen, die sie auf dem Feld vorfinden, zur Massenvermehrung.

Schädlingsbekämpfungsmittel

Mittel und Präparate zur Bekämpfung von tierischen Schaderregern (siehe auch Pflanzenschutzmittel, Insektizid, Fungizid, Akarizid, Nematizid).

Schaf

Das am weitesten verbreitete Haustier; es kommt in fast allen Ländern der Erde vor. Domestiziert aus dem Mufflon wurde es vor etwa 11.000 Jahren in der Gegend des heutigen Nordirak. Schafe sind Wiederkäuer. Die Hörner des ausgewachsenen Männchens (Widders) sind spiralförmig gewunden, die des Mutterschafes kurz und nur leicht gekrümmt. Ein ausgewachsenes Tier kann 75 bis 200 Kilogramm wiegen. Das Weibchen wirft nach einer Tragzeit von etwa 150 Tagen bis zu drei Junge. Schafe können ungefähr 20 Jahre alt werden. Sie werden zur Gewinnung von Fellen und Wolle für Kleidung und Teppiche, Fleisch von Lämmern und Hammeln (kastrierten Widdern) sowie Milch zum Trinken und zur Käseherstellung (etwa der französische Blauschimmelkäse Roquefort) gehalten. Schäfer können mit ihren Herden von Ort zu Ort ziehen und so den Vorteil billigen natürlichen Futters nutzen; dabei helfen Hütehunde, die Herde zusammenzuhalten. Geschoren wird im April oder Mai. Bei der Landschaftspflege spielen Schafe eine große Rolle. Sie erhalten etwa Wacholderheiden auf der Schwäbischen Alb und in der Lüneburger Heide (Heidschnucken) und eine stabile Grasnarbe auf den Nordseedeichen.

Scharrraum

Der Scharrraum mit lockerer Einstreu aus Hobelspänen oder Stroh dient den Hennen zum Sandbaden, Picken und Scharren. Zur Vermarktung von "Eiern aus Bodenhaltung" muß mindestens 1/3 der Stallfläche den Hennen als Scharraum zur Verfügung stehen.

Scheunen

Gebäude, in denen der Landwirt zum Beispiel seine Ernte, Maschinen etc. unterbringen kann.

Schirmglucke

Künstliche Wärmequelle für Hühnerküken. Diese brauchen sehr viel Wärme.

Schlag

Eine zusammengehörige Ackerfläche, die mit nur einer Feldfrucht bestellt ist (z. B. ein Weizenschlag).

Schlagkartei

Aufzeichnungen aller Maßnahmen auf einem Feld oder Wiesenschlag und über die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen. Damit kann der Landwirt den weiteren Anbau planen und nach der Ernte eine entsprechende Erfolgskontrolle vornehmen,

Schlepper

siehe unter Traktor

Schleppschlauch-Verfahren

Eine umweltschonende Form der Gülleausbringung. Dabei befindet sich hinten am Güllefaß ein einklappbares Tragegestänge, an dem in bestimmten Abständen (ca. 15-20 cm) Schläuche befestigt sind. Durch diese Schläuche wird die Gülle, die auf dem Feld ausgebracht werden soll, direkt auf den Boden geleitet. Durch diese "bodennahe" Ausbringung vermindern sich die Stickstoff-Verluste in Form von NH3 (Ammoniak) Emissionen sehr deutlich. Das bedeutet einerseits, daß weniger klimarelevante Gase (hier das Ammoniak aus der Gülle) in die Atmosphäre gelangen und andererseits, daß die in der Gülle enthaltenen Pflanzennährstoffe nicht unproduktiv verloren gehen, sondern den Kulturpflanzen zum Wachstum zur Verfügung stehen.

Schleuderstreuer

Gerät, mit dem gekörnte(= granulatförmige) Mineraldünger auf dem Acker oder auf dem Grünland ausgebracht werden. Der Dünger rieselt beim Schleuderstreuer aus einem Vorratsbehälter auf ein oder zwei schnelldrehende Metallscheiben, auf deren Oberseite halbrunde Leitbleche angebracht sind. Durch die rotierende Bewegung dieser Scheiben rutscht der Dünger entlang dieser Leitbleche nach außen und wird gleichmäßig über die Arbeitsbreite des Gerätes verteilt (geschleudert).

schossen

siehe Entwicklungsstadien.

schwaden

Im Rheinland: Synonym für "Schwatzen". In der Landwirtschaft: Das Zusammenrechen des auf dem Grünland trocknenden Heus bzw. des Grases für die Gewinnung von Grassilage in gleichmäßige, etwa 80 bis 150 Zentimeter breite Reihen (= Schwaden). Im nächsten Arbeitsschritt werden diese Schwaden entweder mit der Presse zu Rundballen oder Quaderballen gepreßt (bei Heu) oder mit einem Ladewagen vom Boden aufgenommen und zur Siloplatte gebracht.

Schwarzbrache

siehe Brache

Schwarzbunte

Schwarzweiß gescheckte und behornte Rinderrasse. Die Schwarzbunten sind eine milchbetonte Rasse, das heißt, daß sie für die Milchgewinnung besonders geeignet sind. Sie sind weltweit verbreitet und aufgrund ihrer hohen Milchleistung sehr gefragt. Korrekte Bezeichnung in Deutschland heute: Deutsche Holstein schwarzbunt. Einige Schwarzbunte wurden von Züchtern in die USA importiert, die konsequent auf Milchleistung selektierten. Die entstandene Linie nannte man "Holstein Frisian". Durch (Rück)Einkreuzung dieser Linie in die deutschen Schwarzbunten Herden, die ursprünglich eine Zweinutzungsrasse war, entwickelte die Deutsche Holstein schwarzbunt, eine Milchrasse mit sehr hoher Milchleistung.

Schwefel

Ein in der Natur in vielfältigen Formen vorkommendes nichtmetallisches Element (chemisches Zeichen: S). In der chemischen Industrie werden Schwefelverbindungen der unterschiedlichsten Art in zum Teil großen Mengen verwendet (etwa in Form von Schwefelsäure). Schwefel ist auch ein wichtiger Nährstoff für Tiere (in Form der Aminosäuren Methionin und Cystein) und Pflanzen, und besonders zur Bildung von Eiweißen notwendig. Hufe, Klauen, Haare und Federn sind sehr schwefelreich. Bisher haben Schwefelemissionen über Rauchgase mit dem sogenannten saurem Regen zwangsweise für eine ausreichende Erhaltungsdüngung unserer Kulturpflanzen gesorgt. Nachdem die Emissionen deutlich verringert werden konnten, muß nun die Schwefelversorgung kontrolliert werden, um den Bedarf der Pflanzen mit schwefelhaltigen Düngern zu decken, damit optimale Wachstumsbedingungen für die Kulturpflanzen gesichert werden können (siehe Düngung).

Schwein

(Sus scrofa) stammt vom Wildschwein ab. Eines der ältesten Haustiere des Menschen. Ein fast weltweit verbreitetes Nutztier (Weltbestand: 850 Mio Tiere, davon in China mehr als 420 Mio Tiere) vor allem zur Fleischerzeugung (außer in islamischen Ländern, wo es aus religiösen Gründen als unrein gilt). Schweine wachsen relativ schnell (im Vergleich zu Rindern) und werfen schon nach 105 Tagen Trächtigkeitsdauer bis zu 14 Ferkel. Als Allesfresser können sie mit vielfältigem Futter gemästet werden. Bei der Schweinehaltung gibt es drei Betriebsformen: Reinzuchtbetriebe, die Zuchttiere liefern, Zulieferbetriebe, die Jungtiere für die Mast erzeugen und Mastbetriebe, die die Jungtiere dann mästen. Heute sind weltweit etwa 900 Rassen bekannt, über das größte genetische Potential verfügt China. Am Schwein zeigt sich der Wandel unserer Ernährungsgewohnheiten am deutlichsten: Früher haben die körperlich schwer arbeitenden Menschen fettreiche Nahrung gebraucht, also wurden Schweinerassen mit viel Fettansatz gezüchtet. Heute ist mageres Fleisch gefragt, und die heutigen Rassen werden diesem Wunsch gerecht. Die Züchter haben dem Hausschwein sogar vier Rippen mehr angezüchtet: Es besitzt 16 statt wie das Wildschwein 12 Rippen. So liefert es vier Koteletts, also Rippenstücke, mehr. Gegessen wird nur das Fleisch von weiblichen und kastrierten Mastschweinen. Dagegen enthält das Fleisch von männlichen Tieren (Ebern) viele Geschlechtshormone, die den Geschmack beeinflussen, den sogenannten Ebergeruch verursachen. Es gibt Personen, die auf diesen Ebergeruch, der von Geschlechtshormonen hervorgerufen wird und beim Erhitzen des Fleisches wahrnehmbar wird, sehr empfindlich reagieren. Die Bildung der Geschlechtshormone tritt ab einem Körpergewicht der Eber von etwa 80 kg auf. In Deutschland werden Mastschweine bis ca. 115 kg gemästet, weshalb die Mast von unkastrierten männlichen Mastschweinen hier nicht üblich ist.

Schweinemast

Haltung von Schweinen im Abschnitt von 25 bis 115 kg. Ziel der Schweinemast ist es, bei schnellem Wachstum der Tiere besonders viel Fleisch zu bilden. Nach etwa 19 Mastwochen werden die Tiere geschlachtet. Je nachdem, welches Futter Hauptbestandteil der Mast ist, wird die Mastmethode als Trockenfuttermast, Getreidemast, Hackfruchtmast, Maissilagemast bezeichnet.

Schweinepest

Eine ansteckende, fieberhaft verlaufende, virusbedingte Seuche bei Schweinen. Sie befällt Haus- und Wildschweine. Auf den Menschen ist die Schweinepest nicht übertragbar. Für die Vermeidung der Schweinepest ist eine gute Stall- und Futterhygiene sehr wesentlich. Problematisch ist, daß Hausschweinbestände häufig von infizierten Wildschweinen angesteckt werden. Weitere Übertragungswege sind das Verfüttern unzureichend erhitzter Speisereste, Verbreitung durch Schadnager etc.

Selbstverträglichkeit

Der Begriff bezeichnet die Empfindlichkeit der einzelnen Kulturpflanzenarten gegenüber den sogenannten Fruchtfolgekrankheiten, die aufgrund aufeinander folgenden Anbaus auf einem Feld verstärkt auftreten können. Weitgehend selbstverträglich sind in abnehmender Reihenfolge Roggen, Gerste, Mais und Kartoffeln; unterschiedliche aber geringere Selbstverträglichkeit weisen Weizen und Zuckerrüben auf; Hafer und Raps sind nur in geringem Umfang selbstverträglich, während Körnerleguminosen und Futterleguminosen nicht selbstverträglich sind.

Selektion

Oder Zuchtwahl ist die Auswahl von Pflanzen oder Tiere zur Weiterzucht. Diese Auswahl erfolgt in der Erwartung, daß bestimmte positive Eigenschaften dann in der nächsten Generation verstärkt auftreten. Diese erwünschten Eigenschaften werden zuvor als Zuchtziel festgelegt. Solche Zuchtziele können bei Tieren beispielsweise die Milchleistung oder die Futterverwertung sein oder die Legeleistung bei Hühnern. Dazu zählen auch körperliche Merkmale und Leistungen bei Sportpferden, -hunden und -tauben. Bei Pflanzen werden als Zuchtziele z. B. Ertrag, Resistenz gegen Krankheiten oder Schädlinge, Unempfindlichkeit gegen Trockenheit oder Frost formuliert und verfolgt. Letztlich sind alle Nutztier-Rassen und alle Kulturpflanzen-Sorten im Laufe der Jahrtausende durch Selektion entstanden.

Selektiver Pflanzenschutz

Um Nebenwirkungen bei den sogenannten "Nicht-Ziel-Organismen" in der Umwelt möglichst gering zu halten, bemüht sich die Pflanzenschutzindustrie bei der Entwicklung neuer Produkte darum, die Wirkung möglichst auf den Schädling als Zielorganismus zu begrenzen. Dies steht jedoch im Konflikt damit, daß möglichst wenig Pflanzenschutzmittel ausgebracht und eine mehrfache Behandlung gegen verschiedene Schadorganismen vermieden werden sollen. Eine besonders hohe Selektivität (= enges Wirkungsspektrum) und geringe Wirkungssicherheit haben meist die biologischen Verfahren (Biologische Schädlingsbekämpfung).

Senf

Vornehmlich der sog. Weiße Senf (Sinapis alba), der in ganz Europa als Öl-, Gewürz- und besonders als Futterpflanze sowie zur Gründüngung angebaut wird. In geringerem Umfang kommt auch die Samenproduktion vor, die der Herstellung von Senf (Mostrich) als Würzmittel dient. Senf ist eine wichtige Zwischenfrucht zur Untersaat und Stoppelsaat, da sie noch spät ausgesät werden kann, Trockenheit verträgt und anspruchslos ist.

Sensorfütterung

Siehe Abruffütterung.

Septoria

Eine Getreidekrankheit: Der Pilz befällt die Ähren, Keimscheiden, Blätter, Blattscheiden und Halme des Weizens. Zunächst kleine, später zusammenfließende braune Flecken und kleine, schwarzbraune Pünktchen enthalten die Erregersporen. Bei starkem Befall ist eine Bekämpfung mit Fungiziden notwendig, weil die Assimilation und damit die Ertragsleistung in dem Umfang abnehmen, in dem Blattgewebe befallen und dort die Photosynthese behindert wird oder sogar zum Stillstand kommt.

Seuche

Infektionskrankheiten, die sich stark ausbreiten und/oder die menschliche oder tierische Gesundheit gefährden, unterliegen der staatlichen Aufsicht und Fürsorge. Grundsätze zur Bekämpfung und Verhütung sowie die Anzeigepflicht besonders gefährdeter Seuchen (anzeigepflichtige Tierseuchen) sind im Tierseuchengesetz vorgeschrieben. Jeder Verdacht muß unverzüglich der Polizeibehörde angezeigt und auch dem Veterinäramt mitgeteilt werden. Anzeigepflichtige Tierseuchen sind u. a. Schweinepest, Maul- und Klauenseuche, Milzbrand, Tollwut usw. Die Viehverkehrsverordnung regelt die "Reisetätigkeit" von Nutztieren: Die Tiere müssen gekennzeichnet sein, damit z. B. im Seuchenfall der Ursprungsbetrieb ausfindig gemacht werden kann, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Ein Betriebsleiter muß nachweisen können, wohin er Tiere verkauft hat.

Sexen

Methode zum Erkennen von männlichen und weiblichen Küken nach dem Schlupf. Sind keine geschlechtsgebundenen Merkmale wie Farbkennzeichen oder Länge der Schwungfedern vorhanden, muß die Sortierung durch geschultes Personal erfolgen. Dieses erkennt das Geschlecht durch schonendes Ausstülpen der Kloake.

Silage

Grünfutter, das durch Gärung mit Hilfe von Milchsäurebakterien konserviert worden ist. Das wasserhaltige Material (Gras, Mais, kleeartige Futterpflanzen, Ackerbohnen, Hafer, Rübenblätter usw.) wird in ein Silo gefüllt und luftdicht abgedeckt. Nun vermehren sich darin Milchsäurebakterien, vergären den Zuckeranteil der Pflanzenmasse und bilden daraus Milchsäure. Sie gibt dem Gemisch einen säuerlichen Geruch und Geschmack (ähnlich wie Sauerkraut) und einen pH-Wert von unter 4. Damit wird verhindert, daß sich Fäulnisbakterien entwickeln und das Futter verderben. Schließlich ist das Gemisch so sauer, daß selbst die Milchsäurebakterien gehemmt werden: Die Gärung kommt zum Stillstand und das silierte Futter ist nun lange Zeit haltbar. Allerdings sollte es vorsichtig und nur in den gerade benötigten Portionen aus dem Silo entnommen werden, weil zuviel Luftsauerstoff das Futter verdirbt (siehe auch Silo).

Silieren

siehe Silage

Silo

Große Behälter für die Lagerung von Silagen oder Mischfutter. Man unterscheidet drei Formen von Silos: * Hochsilos aus Metall, Beton oder Kunststoff; sie werden von oben her oder durch Klappen von unten befüllt und geleert. * Flachsilos; auch Fahrsilo das sind Betonflächen, u. U. mit Betonwänden an der Seite, von zwei Seiten befahrbar. Der Boden ist geneigt, damit der bei der Silierung entstehende Gärsaft ablaufen kann. Mit dem Traktor wird das Futter festgewalzt, verdichtet und mit einer Folie gegen Luft abgedeckt. * Foliensilos benötigen keine aufwendigen Metall- oder Betonkonstruktionen. Hier wird das zu silierende Material in eine luftdichte Folie gepreßt, die dann verschlossen wird. Der Zutritt von Sauerstoff in dem Silobehälter würde zur unerwünschten Bildung von Buttersäure führen.

Silomais

Die ganze Pflanze (und nicht nur die Körner bzw. Kolben) wird zur Herstellung von Silage genutzt (siehe Corn-Cob-Mix). Die Mais-Pflanzen werden noch vor der Reife der Körner abgemäht, gehäckselt und siliert (s. Silage). Silomais ist ein hochwertiges Futter, besonders für Milchkühe und für die Jungbullenmast.

Siloplatte

Meist eine betonierte Fläche, auf der Silage bereitet und gelagert wird. Dadurch wird das Silofutter nicht mit Erde verschmutzt und die bei der Gärung entstehenden Säfte können an den Rändern der Siloplatte aufgefangen und abgeleitet werden, um einen unkontrollierten Eintrag in das Grundwasser zu vermeiden.

Sojabohne

Hülsenfrüchte (Körnerleguminosen), mit einem sehr hohen Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettgehalt. Die Sojabohne gehört zu den bedeutendsten Nahrungsmittel der Welt. Hauptsächlich werden die Sojabohnen in den USA und in China angebaut.

Sojaextraktionsschrot

Wird aus ungeschälter und geschälter Saat, Sojaöl und Sojaschalen hergestellt. Die Bestandteile sind Nebenerzeugnisse, die bei der Gewinnung von Speisefetten und -ölen anfallen. (Herstellung siehe Ölfruchtprodukte).

Sommergerste

siehe Sommergetreide

Sommergetreide

Auch als Sommerung oder Sommerfrucht bezeichnete Getreideformen, die ohne einen Kältereiz schossen und somit im Frühjahr gesät werden können. Allerdings sind diese Sommerungen in unseren Breiten den relativ früh einsetzenden Langtagbedingungen ausgesetzt, wodurch die vegetative Entwicklung, besonders die Bestockung, stark verkürzt wird. Die dadurch bedingte Ertragsminderung muß über eine erhöhte Saatmenge ausgeglichen werden.

Sommerweizen

siehe Sommergetreide

Sonderkulturen

Kulturen, die sich von den großflächig angebauten Pflanzen (wie z. B. Getreide, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben) u. a. wegen des Arbeitsaufwandes und der Flächenproduktivität unterscheiden. Zu den Sonderkulturen zählen Erdbeeren, Spargel, Hopfen, Wein oder Gemüse sowie der Tabak- und Zierpflanzenbau. Der Anbau dieser Sonderkulturen stellt hohe Ansprüche an die fachlichen Kenntnisse des Landwirts und an die verfügbare Landtechnik (Geräte für Saat, Pflege und Ernte).

Sonnenblume

Ursprünglich in Südamerika heimische Pflanze, die in der Landwirtschaft wegen ihrer ölliefernden Samen angebaut wird. Sie wird über 2 Meter hoch. Die einzeln stehende Blüten erreichen Durchmesser von 20 bis 50 Zentimetern; sie bestehen aus gelben Strahlenblüten und einer Mittelscheibe von gelben oder braunen Blüten. Tagsüber folgt diese Blüte dem Lauf der Sonne. Aus den Kernen wird Sonnenblumenöl hergestellt, das als Speiseöl und zur Herstellung von Margarine, Seife und Kerzen dient; der Preßrückstand (Ölkuchen) wird als Viehfutter genutzt.

Sorten

Zuchtlinien in der Pflanzenzüchtung, die neu sind, sich von anderen aufgrund ihrer Merkmale eindeutig unterscheiden, die homogen (gleichmäßige Ausprägung der Merkmale) und beständig sind, d. h. über Jahre ihre Merkmale unverändert behalten.

Sortenliste

Ein Register beim Bundessortenamt, in dem fast alle Sorten eingetragen sein müssen, die als Saatgut gehandelt oder verkauft werden sollen.

Sortenschutz

Ist im Sortenschutzgesetz geregelt. Dieses Gesetz besagt, daß der Züchter einer neuen Sorte das alleinige Recht hat, diese gewerbsmäßig zu vertreiben. Die neue Sorte wird vom Bundessortenamt geprüft, und nur diese Bundesbehörde ist berechtigt, den Sortenschutz zu erteilen und die neue Sorte in die Sortenliste einzutragen.

Sortenwahl

Ein entscheidendes Kriterium im Pflanzenbau. Über die Wahl der geeigneten Sorte wird der Grundstock für eine ertragreiche und qualitativ hochwertige Ernte gelegt. Dabei sind einzelne Sorten in ihren Eigenschaften (Inhaltsstoffe, Resistenzen gegen Schaderreger, Standortansprüche etc.) deutlich unterschiedlich. Bei der Wahl der richtigen Sorte muß der Landwirt z. B. bedenken, ob er in besonders gefährdeten "Befallslagen" produziert, d. h. in einer Region, in der z. B. einzelne pilzliche Schaderreger regelmäßig und stark auftreten. In diesem Fall muß eine solche Sorte gewählt werden, die gegen diese pilzlichen Schaderreger so weit wie möglich resistent ist (vgl. Resistenz). Gleiches gilt sinngemäß für Boden und Klima am Anbaustandort und für den vorgesehenen Verwendungszweck, für den nicht alle Sorten aufgrund ihrer jeweiligen Inhaltsstoffe gleichermaßen geeignet sind.

Sortenwesen

Die Züchtung und der Verkauf neuer und alter Sorten sind durch das Saatgutgesetz geregelt. Bevor eine Sorte die amtliche Zulassung erhält, muß sie geprüft werden. Neu zugelassene Sorten müssen in bestimmten Eigenschaften, z. B. bei dem Ertrag eine deutliche Verbesserung gegenüber den bereits erhältlichen Sorten darstellen. Dies ist ein wesentlicher Grund für die Ertragssteigerungen in den letzten Jahren.

Spaltenboden

Teilbereiche des Bodens in modernen Ställen bestehen abwechselnd aus Balken (Auftrittsfläche) und Spalten (als Durchlaß für Kot und Harn), wobei der Kot von den Tieren selber durch die Spalten durchgetreten wird und in darunter befindliche Mistkanäle fällt (vgl. Vollspaltenboden und Teilspaltenboden). Für alle Spaltenböden gilt, daß sie griffig, aber ohne scharfe Ecken und Kanten und völlig eben verlegt sein müssen. Die Breite und Beschaffenheit der Spalten in der Schweinehaltung ist z. B. in der Schweinehaltungsverordnung festgelegt.

Spareier

haben keinen Dotter das Huhn hat "gespart".

Spätdüngung

Nachträgliche Ergänzungsdüngung der wachsenden Bestände nach der bereits erfolgten Grunddüngung. Mit der Spätdüngung bei Weizen von etwa 30 bis 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zum Ährenschieben bzw. zur Blüte (vgl. Entwicklungsstadien) wird vorzugsweise eine Verbesserung der Qualität der Pflanzen (z. B. Steigerung des Eiweißgehalts und der Backqualität) erreicht.

Speichel

Eine Kuh produziert ca.180 Liter Speichel am Tag ( pH-Wert 8,3). Er fördert die Gleitfähigkeit des Futters und hebt den pH-Wert des Futters im Pansen auf ca. 6,5 an. Das ist wichtig für die Essigsäurebakterien (Mikroorganismen) bei der Verdauung (siehe auch Wiederkäuer)

Spelze

Teile der Getreideblüte. Es wird zwischen Vor-, Deck- und Hüllenspelzen unterschieden. Diese umhüllen den Fruchtknoten der Blüte und die Staubbeutel.

Spurenelemente

Chemische Elemente, die von Pflanzen (Menschen und Tieren) nur in kleinsten Mengen (Spuren) benötigt werden, die aber gleichwohl für den Organismus unverzichtbar sind. In größeren Mengen können diese Elemente giftig wirken. Die wichtigsten Spurenelemente sind: Bor (B), Chlor (Cl), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Molybdän (Mo), Kobalt (Co), Silicium (Si), Zink (Zn), Eisen (Fe), Jod (J), Fluor (F) Selen (Se), Chrom (Cr). Manche Handelsdünger enthalten Spurenelemente, z. T. auch in Kombination mit Hauptnährstoffen.

Stall

Gebäude zur Unterbringung von Tieren. Mindestanforderungen an die Beschaffenheit von Ställen werden in verschiedenen Verordnungen für die Tierhaltung vorgeschrieben. Entscheidend für einen guten Stall sind der Bautyp, die Technik im Stall und das Management. Die Tiere brauchen genügend Luft, Schutz vor Wind, Wetter und vor zu großer Hitze, sowie Zugang zu Futter und Wasser. Im Stall sollte möglichst wenig Ungeziefer Unterschlupf finden. Weitere Kriterien: Die Ställe unterscheiden sich durch Grundriß und Bauhülle, Art der Fütterung und der Entmistung.

Stallhygiene

Alle Maßnahmen, die das Ausbreiten von Krankheitserregern verhindern. Gleichzeitig sollen damit die Widerstandskräfte der Tiere gefördert werden und erhalten bleiben. Besonders große Bedeutung hat die Stallhygiene bei großen Tierbeständen zur Vorbeugung gegen seuchenhafte Infektionskrankheiten. Unerläßliche Maßnahmen zur Erhaltung der Stallhygiene sind die gründliche Reinigung des Stalles, der Stallgeräte und der Stalleinrichtungen. Es gilt dabei grundsätzlich: erst reinigen, dann desinfizieren. Die Desinfektion ist das gezielte Vernichten von Krankheitserregern. Sie muß den gesamten Stallbereich umfassen, eventuell auch die Tiere selbst. Ungeziefer und Fliegenbekämpfung sind weitere Maßnahmen der Stallhygiene. Alle Maßnahmen müssen regelmäßig durchgeführt werden, nicht nur bei Bedarf. Zur Stallhygiene zählt aber auch der regelmäßige Wechsel der Einstreu, der i. d. R. sehr arbeitsaufwendig ist.

Stallklima

Ein gutes Stallklima ist die Voraussetzung für gesunde Tiere und eine hohe Leistung. Entscheidende Stallklimafaktoren sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schadgaskonzentration, Staubgehalt, Licht und Luftvolumen.

Stallluft

Die Luftqualität wird durch folgende Faktoren bestimmt: * Versorgung mit frischer, sauerstoffreicher Luft und Entfernung "verbrauchter" Luft aus dem Stall, * Vermeidung von Staubanreicherung in der Luft, * Vermeidung von hohen Schadgaskonzentrationen. Um das zu gewährleisten gibt es verschiedene Lüftungssysteme.

Stallmist

Ein Gemisch von Kot, Harn und Einstreu (meist Stroh oder Sägespäne). Je nach Tierart und Strohanteil enthält Stallmist ca. 20-30 % Trockenmasse. Er ist wie Gülle ein wichtiger Wirtschaftsdünger.

Stalltemperatur

Für alle Tiere gilt: Die Stalltemperatur sollte möglichst gleichmäßig sein. Je nach Tierart und Alter der Tiere gibt es unterschiedliche Temperaturanforderungen. Die Lüftungs- und Heizungstechnik mit einer vollautomatischen Steuerung gewährleistet das Wohlbefinden der Tiere.

Stalltemperatur Kuh

Rinder fühlen sich bei ca. +13C am wohlsten. Frost bis minus 15C vertragen Kühe sehr gut; Temperaturen oberhalb von 20C sind ungünstig (vgl. Stallklima).

Stalltemperatur Schwein

Eber und Sauen fühlen sich bei ca. 10-15C am wohlsten. Säugende Sauen und Mastschweine brauchen ca.18-20C, neugeborenen Ferkel in den ersten Lebenstagen sogar eine Umgebungstemperatur von ca. 30C.

Ständer

Bein des Huhns.

Standard-Deckungsbeitrag bzw. Deckungsbeitrag

Dies ist ein Begriff aus der Kostenrechnung. Er gibt an, welchen Anteil jedes einzelne Produkt am Betriebsergebnis geleistet hat (pro Jahr, für den Gesamtbetrieb, pro Anbaufrucht oder pro Hektar), wobei zuvor die variablen Kosten wie die Aufwendungen für Betriebsmittel (Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel etc.) abgezogen werden. Unberücksichtigt bleiben jedoch die Festkosten (Fixkosten) wie die Personal- und Gebäudekosten.

Standort

Wesentlicher Faktor im Pflanzenbau, da die Standorteigenschaften (z. B. Bodenverhältnisse wie Güte, Nährstoffgehalt, Wasserspeichervermögen etc., die dort herrschenden Klima und Witterungsbedingungen, die Nähe zu Landhandel, Verbrauchern oder zur verarbeitenden Industrie etc.) ganz wesentlichen Einfluß darauf ausüben, welche Kulturpflanzen rentabel und in entsprechender Qualität produziert werden können. So ist es z. B. bei der Sortenwahl entscheidend, eine "standortangepaßte" bzw. für diesen Standort geeignete Sorte anzubauen.

Standortfaktoren

V.a. klimatische Gegebenheiten, die Beschaffenheit der Böden, aber auch die Nähe zum Markt (z. B. Händler, Großmarkt, Direktvermarkter)

Staunässe

Durch wasserundurchlässige Schichten im Boden staut sich das Wasser bereits in geringer Bodentiefe. Damit wird der Luftaustausch vermindert und das Wurzelwachstum reduziert.

Stickstoff

Chemisches Element (Zeichen: N für Nitrogenium). Als wesentlicher Bestandteil aller Proteine bzw. deren Aminosäuren ist Stickstoff für alle Lebewesen wichtig und ein unverzichtbarer Pflanzennährstoff. Als reaktionsträges, nicht brennbares Gas bildet Stickstoff den Hauptbestandteil der Luft (ca. 79 %). In dieser Form können ihn die Pflanzen aber nicht aufnehmen; nur die Leguminosen beherbergen an ihren Wurzeln bestimmte Bakterien (Knöllchen-Bakterien), die Luftstickstoff binden und in lösliche Stickstoffverbindungen überführen können. Außerdem entstehen solche Verbindungen in kleinen Mengen durch Blitze. Stickstoff war in der Pflanzenernährung immer ein Mangelelement, bis es vor etwa 80 Jahren gelang, den Luftstickstoff chemisch zu binden und Stickstoff-Dünger "künstlich", d. h. in industriellem Maßstab, zu erzeugen. Die bedarfsgerechte, d. h. ausreichende Zufuhr von Stickstoff war neben den Züchtungsfortschritten und den enormen Verbesserungen im chemischen Pflanzenschutz ganz ein wesentlicher Grund dafür, daß die Ernteerträge in den letzten 50 Jahren sehr deutlich gesteigert werden konnten und sich zum Teil verdreifacht haben.

Stickstoffbedarf

Im Pflanzenbau die Menge an N (Stickstoff), die ein Kulturpflanzenbestand benötigt, um sich optimal zu entwickeln und das genetisch vorgegebene Ertragspotential zu erreichen. Der Landwirt muß sowohl diesen Stickstoffbedarf kennen als auch abschätzen können, wie viel Stickstoff im Lauf der Wachstumsperiode (= Vegetationsperiode) im Boden freigesetzt (mineralisiert) wird, um die Düngung optimal bemessen zu können und eine Überdüngung zu vermeiden. Da sowohl die Freisetzung im Boden (Mineralisation) und der Eintrag von stickstoffhaltigen Verbindungen aus der Luft (Immissionen) als auch ein möglicher Befall der Kulturpflanzen mit Krankheiten und Schädlingen (die dann durch ihre Schädigung der Pflanzen u. U. einen geringeren Stickstoffbedarf verursachen) nicht genau abgeschätzt werden können, kann die Düngung nie ganz genau dosiert werden.

Stickstoffdüngung

Gehört zu den wichtigsten Pflanzennährstoffen überhaupt, weil Stickstoff ein unverzichtbarer Nährstoff ist, ohne den die Pflanze kein Eiweiß bilden kann. Die Dünger enthalten das Element in Form von Nitrat (NO3-, schnellwirkend), Ammonium (NH4+) oder in organisch gebundener Form, etwa als Harnstoff (langsame und nachhaltige Wirkung). Es gibt eine Vielzahl spezieller stickstoffhaltiger Handelsdünger, aber auch viele Wirtschaftsdünger wie Gülle, Jauche oder Stallmist. Diese enthalten den Stickstoff, der von den Tieren mit Kot und Harn ausgeschieden wird. Alle Stickstoffverbindungen der verschiedenen Düngemittel sind recht gut wasserlöslich, aber besonders Nitrate werden leicht aus dem Boden ins Grundwasser ausgewaschen. Nitrat im Trinkwasser, das in Deutschland zu etwa 70 % aus Grundwasser gewonnen wird, ist in Konzentrationen von mehr als 50 mg/Liter (entsprechend der Trinkwasserverordnung) jedoch nicht zulässig, da mögliche Beeinträchtigungen der Gesundheit befürchtet werden (Methämoglobinbildung, gestörter Sauerstofftransport im Blut).

Stoppelbearbeitung

Oberflächennahes Auflockern der Bodenoberfläche nach der Getreideernte. Die Stoppelbearbeitung soll Unkräuter und heruntergefallene Getreidekörner zur Keimung anregen und den Luft und Wasserhaushalt des Bodens verbessern. Die aufgelaufenen (gekeimten) Pflanzen können dann beim Pflügen in den Boden eingearbeitet werden, damit dann für die Nachfrucht ein sauberes Saatbett zur Verfügung steht.

Stoppelsaat

siehe Zwischenfruchtbau

Streß

Bezeichnet einen Belastungszustand eines Organismus. Bei unter Streß stehendenden Tieren werden bestimmte Hormonsysteme aktiviert, um die Belastung besser zu überstehen. In diesem Zusammenhang werden zwei verschiedene hormonelle Vorgänge genannt: Das "Angriffs- und Fluchtsystem" und das "Allgemeine Anpassungssystem". Beim Angriff- und Fluchtsystem ("flight and fight") wird eine schnelle Anpassung an plötzliche Störungen wie das Auftreten eines Raubfeindes ausgelöst. Es wird vor allem vermehrt Adrenalin ausgeschüttet. Beim allgemeinen Anpassungssystem baut sich das hormonale System langsamer auf und bewirkt eine langfristigere Anpassung an streßauslösende Faktoren wie Temperaturschwankungen oder körperliche Belastungen.

Striche

siehe Euter

Striegel

Geräte, die v.a. zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Sie ziehen die Unkräuter entweder aus dem Boden oder bedecken sie mit Boden und bringen sie auf diese Weise zum Absterben. Dieses Verfahren wird z. T. im Getreideanbau eingesetzt, funktioniert aber insbesondere bei feuchten Bodenverhältnissen, bei denen die Unkräuter sofort wieder anwachsen, nicht sehr sicher.

Stroh

Stroh, die Halme und ausgedroschenen Ähren der Getreidepflanzen, sind ein "Abfallprodukt" des Getreideanbaus. Es kann als organische Masse zur Gründüngung in den Boden eingearbeitet oder als Einstreu für das Vieh verwendet werden. Der Futterwert von Stroh ist vergleichsweise gering, für die geregelte Darmfunktion aber unerläßlich (Ballaststoff).

Subventionen

Zweckgebundene "sichtbare" Finanzhilfen und "unsichtbare" Begünstigungen durch den Staat an einzelne Unternehmen, Wirtschaftszweige oder Wirtschaftsgebiete ohne Gegenleistungen. Sie dienen dazu, Wirtschaftszweige und damit die dort angesiedelten Arbeitsplätze zu erhalten, um Anpassungshilfen an veränderte Produktionsbedingungen oder neue Märkte zu gewähren, um den Produktionsfortschritt zu fördern oder zur sozialen Absicherung. Im Agrarbereich beispielsweise dienen Subventionen u. a. dem Ausgleich naturbedingter und wirtschaftlicher Standortnachteile sowie dem Wachstum von Betrieben oder Betriebszweigen oder dem Einkommensausgleich zur Abfederung von Schwankungen der Marktpreise.

Sucheber

Werden z. T. eingesetzt, um bei Sauen die Rausche (Paarungsbereitschaft) zu erkennen. Die Eber erkennen rauschige Sauen an ihrem Geruch.

Suppenhuhn

Legehennen werden in der Regel nach etwa 15 Monaten Legeperiode geschlachtet und als so genanntes Suppenhuhn vermarktet. Im Vergleich zu Masthähnchen haben die deutlich älteren Legehennen mehr Fett eingelagert. Zum Grillen eignen sie sich nicht mehr.

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Tandemmelkstand

Die Kühe stehen längs der Melkgrube. Im Tandemmelkstand kann jede Kuh den Melkstand einzeln betreten und verlassen, dadurch ist individuelles Melken möglich.

Teilspaltenboden

Der Boden des Stalls besteht abwechselnd aus Balken (Auftrittsfläche für die Tiere) und aus schmalen Spalten (Durchlaß für Kot und Harn). Beim Teilspaltenboden ist nur der Bereich, in dem der meiste Kot und Harn anfällt, mit Spaltenboden ausgestattet (vgl. Vollspaltenboden).

Tetanus

Wundstarrkrampf. Wird ausgelöst durch eine Infektion mit Bazillus tetani. Ist eine bakterielle Wundinfektion. Tetanus-Bazillen kommen überall im Boden vor, sind sehr widerstandsfähig und können durch Wunden in den Organismus von Mensch und Tier eindringen. Vom Wundstarrkrampf befallene Tiere und Menschen zeigen Steifheit in den Gelenken, Muskelstarre, Atemnot, Fieber und Schreckhaftigkeit. Ohne medizinische Behandlung führt Wundstarrkrampf oft zum Tode durch Nervenlähmung. Prophylaxe durch Tetanusimpfung.

Tieflaufstall

Die gesamte Stallfläche dient den Tieren gleichzeitig als Lauf- und Liegefläche. Sie ist eingestreut. Das frische Einstreumaterial (i. d. R. Stroh) wird auf der vorhandenen Mistmatratze verteilt. Das Entmisten erfolgt mit dem Frontlader nach einem Haltungsabschnitt bzw. bei Mastende.

Tierarzneimittel

Stoffe, deren Anwendung Krankheiten bei Tieren heilen oder verhüten und Krankheitserreger abwehren oder vernichten soll. Vorschriften über den Erwerb und die Anwendung von Arzneimitteln sind im Arzneimittelrecht geregelt. Die Anwendung von Tierarzneimitteln ist beim Menschen nicht erlaubt.

Tierarzt

Praktische Tierärzte betreuen die Tiere auf den Höfen regelmäßig, um akute Erkrankungen zu heilen, den Gesundheitszustand der Tiere zu überwachen und gemeinsam mit dem Landwirt alle Faktoren, die das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigen könnten, auszuschließen. In der Veterinärverwaltung übernehmen Amtstierärzte die staatliche Kontrolle der landwirtschaftlichen Betriebe und die Lebensmittelüberwachung. Zu den Aufgaben der Amtstierärzte zählen neben der Überwachung der Erzeugerbetriebe auch die Überwachung von Tiertransporten und die Kontrolle der Schlachttiere sowie die Fleischuntersuchung.

Tiergesundheit

Durch die tierärztliche Betreuung und den verantwortungsvollen Einsatz von Tierarzneimitteln sollen Tierkrankheiten vermieden, bekämpft oder geheilt und die Gesundheit der Tiere erhalten werden. Da Tierarzneimittel dazu dienen, potentiell auftretende Gefahren, die vom erkrankten Tier oder von tierischen Lebensmitteln ausgehen können, zu verhindern, dienen sie letztlich auch dem Schutz der Verbraucher. Die Forderung nach qualitativ hochwertigen und gesunden Nahrungsmitteln wird durch gesunde und leistungsfähige Nutztiere erfüllt. Die Gesunderhaltung des Einzeltieres und des Gesamtbestandes ist praktizierter Tierschutz.

Tiermehl

Protein- und mineralstoffreiches Einzelfuttermittel, das durch mit hohem technischen Aufwand wie Drucksterilisation (Erhitzung auf 133C bei 3 bar Druck für mindestens 20 Minuten) und anschließender Trocknung und Mahlen aus Schlachttier- und Schlachtabfällen sowie Körpern gefallener Tiere hergestellt wird. Der Anteil der Schlachtnebenprodukte in der Rohware beträgt in Deutschland durchschnittlich 85 %. Der häufig benutzte Begriff "Tierkörpermehl" ist nicht korrekt, da er auch in der Futtermittelverordnung nicht aufgeführt wird. Tiermehl wird in Rationen für Schweine und Geflügel (durchschnittlich 5 % der Ration) eingesetzt. Die Verfütterung an Wiederkäuer ist EU-weit seit 1988 verboten, war aber auch zuvor in Deutschland nicht üblich.

Tierschutzgesetz

Gesetz zum Schutz von Leben und Wohlbefinden der Tiere. In diesem Gesetz werden Anforderungen an die Haltung, an den Transport von Zucht-, Nutz- und Schlachttieren sowie an das Töten von Tieren formuliert. Darüber hinaus werden Begriffe wie Tierversuche definiert. Das Gesetz gilt sowohl für landwirtschaftliche Nutztiere als auch für Haustiere.

Tierschutztransportverordnung

Zum Schutz der Tiere während des Transports gibt es eine Vielzahl von Anforderungen. Diese sind in der Tierschutztransportverordnung rechtlich geregelt, die folgende Maßnahmen vorsieht: * die Versorgung der Tiere vor dem Transport, * das Verbot des Verladens nicht transportfähiger Tiere, * den Vorgang des tiergerechten, schonenden Verladens, * die Versorgung der Tiere während des Transports, * die Information der Behörden über die geplanten Transporte, * die Überprüfung der Sachkundigkeit der Transporteure. * Bei Transporten über 8 Stunden muß ein Transportplan vorgelegt werden, der Tränke, Fütterungs- und Rastpausen (mit Entladung der Tiere) vorsieht.

Tierzucht

Siehe Züchtung.

Totale Mischfutter-Ration (TMR)

In der Rinderfütterung werden bei dieser Fütterungstechnik Grünfutter und Kraftfutter nicht getrennt vorgelegt, sondern gemischt. Damit deckt eine solche Ration die Nahrungs- und Nährstoffbedürfnisse der Tiere vollständig ab.

Toxin

Giftstoffe mit z. T. unbekannter chemischer Struktur und spezifischer Wirkung. Die meisten Toxine werden im Stoffwechsel von Pilzen und Bakterien gebildet. Das stärkste natürliche Toxin ist das Gift des Chlostridium botulinum. Wenige mg können einen Menschen töten.

Trächtigkeit

Begriff für die Schwangerschaft bei Tieren, umfaßt den Zeitraum von der Befruchtung bis zur Geburt.

Trächtigkeitsdauer bei Rindern und Schweinen

Eine Kuh ist ca. 9 Monate und 9 Tage (= 285 Tage) trächtig, ein Schwein ca. 105 Tage, +/ 4 Tage).

Traktor/Schlepper

Auch Schlepper, Ackerschlepper oder Trecker genannt, ist das wichtigste landwirtschaftliche Gerät. Ursprünglich als Ersatz für Zuggespanne (Pferde, Ochsen) gebaut, werden Traktoren heute, mit Zusatzteilen ausgerüstet, für eine Vielzahl von Arbeiten im Betrieb und auf dem Feld genutzt. Sie werden mit robusten, sparsamen Dieselmotoren betrieben. Allradantrieb, Synchrongetriebe und große, breite und damit bodenschonende Reifen ermöglichen es, den Traktor nahezu überall einzusetzen; schallgeschützte Kabinen mit Rundumsicht und gefederten Sitzen sorgen für Fahrkomfort.

Tränke

Vorrichtung, an der die Tiere ihren Bedarf an Flüssigkeit decken können. Dazu werden z. T. Eimer (Kälbertränke) und Tränkeautomaten (z. B. Balltränke) genutzt. In der Hühnerhaltung Nippel-, Trog- oder Rinnentränken.

Transponder

Dienen zur Erkennung einzelner Tiere beispielsweise am Futter-Abrufautomaten und Melkstand. Diese Technik ist insbesondere in der Milchkuhhaltung gebräuchlich. Dabei wird der Transponder mit einem Lederband am Hals der Kühe befestigt. Über den zentralen Betriebscomputer wird die Milchleistung jedes Einzeltiers erfaßt und die dafür notwendige Kraftfuttermenge berechnet. Sobald das Tier dann zum Abrufautomaten kommt, wird es anhand des Transpondersignals erkannt und erhält die notwendige (d. h. bedarfsgerechte) Menge an Futter.

Transport

Der Transport von Nutz-, Zucht- und Schlachttieren ist gesetzlich durch die Tierschutztransportverordnung geregelt. Für den Transport stehen Anhänger, Lastkraftwagen, selbstfahrende Transportfahrzeuge und Container zur Verfügung.

Treibvorrichtung

Ein mechanisch bewegbares Gatter, mit dem Tiere dazu veranlaßt werden, bestimmte Bereiche im Stall zu verlassen bzw. aufzusuchen. Solche Treibvorrichtungen werden beispielsweise in Milchkuhställen verwendet, um die Tiere zum Melkstand zu treiben.

Triticale

Eine noch recht junge Getreide-Kreuzung ist aus Weizen und Roggen gezüchtet worden. Sie soll die Anspruchslosigkeit und Robustheit von Roggen mit der hohen Qualität von Weizen verbinden; dies ist allerdings bisher noch nicht vollständig gelungen.

Trockenfütterung

Die Tiere erhalten ihr Futter in getrockneter Form, vorwiegend meist als Pellets oder Mehl. Sie ist in der Schweine- und Hühnerhaltung üblich. Wasser erhalten die Tiere bei dieser Form der Fütterung über eine Tränke.

Trockenmasse

Wasserfreier Festanteil eines Materials (Erntegut, Futtermittel). Der Ernteertrag ist nicht gleich dem Trockenmasseertrag, da jedes Erntegut immer noch einen mehr oder minder großen Anteil an Wasser enthält. Der Gehalt an Trockenmasse wird im Labor nach einer bestimmten Methodenvorschrift ermittelt. Er hat große Bedeutung, etwa um Ernteerträge vergleichbar zu machen, um die Nährstoffgehalte in Nahrungs- und Futterstoffen genau zu bestimmen usw. Nährstoffvergleiche unterschiedlicher Nahrungskomponenten sind nur auf Basis der Trockenmassegehalte, also unabhängig vom Wassergehalt, sinnvoll.

Trockenstellen

Bedeutet, daß eine Kuh etwa sechs bis acht Wochen vor der nächsten Geburt (Kalben) nicht mehr gemolken wird. Wenn die Milchbildung durch das Melken nicht mehr angeregt wird, verringert sie sich und hört schließlich ganz auf. Kühe werden trockengestellt, damit sie sich für die bevorstehende Geburt bzw. für die danach folgende neue Laktationsperiode erholen können.

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UBA

Abkürzung für das Umweltbundesamt in Berlin. Das UBA befaßt sich mit allen Umweltfragen und Problemen, die in unserer Gesellschaft durch deren wirtschaftliche Tätigkeit und die Verhaltens- und Lebensweisen der Menschen entstehen. Wichtige, die Landwirtschaft betreffende Umwelt und Schutzbereiche sind Boden-, Wasser-, Natur- und Klimaschutz mit ihren zahlreichen Einzeldisziplinen. Das UBA übt bei Mißständen deutliche Kritik und nimmt in vielen Dokumentationen und Veröffentlichungen Stellung zu Umweltwirkungen der Landwirtschaft. Im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel muß das UBA sein Einvernehmen erklären, bevor die Biologische Bundesanstalt (BBA) eine Zulassung für ein neues Pflanzenschutzmittel aussprechen darf. In Monitorings wird u. a. überwacht, ob Luft, Gewässer und Böden durch Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und Anbau und Nutzungstechniken beeinträchtigt werden.

Umweltschutz

Das Bemühen, schädliche Einflüsse auf den Naturhaushalt einzudämmen, zu beseitigen oder zu verhindern bzw. nach erkannten Schädigungen der Natur wieder eine Möglichkeit zur Erholung zu gewähren. Umweltschutz ist unverzichtbar, um die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze und letztlich unsere gesamten Lebensgrundlagen zu erhalten. Die Landwirtschaft hat zum einen die Verpflichtung, die Bevölkerung mit gesundheitlich einwandfreien und qualitativ hochwertigen Erzeugnissen ausreichend zu versorgen und zum anderen die Natur so weit wie möglich zu schonen, etwa durch nachhaltiges Wirtschaften, sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen (besonders Boden und Grundwasser) und sorgsamen und verantwortungsbewußten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und sonstigen Stoffen und Techniken.

Ungras

Unter Ungräsern versteht man aus Sicht des Landwirts unerwünschte Wildgräser in einem Nutzpflanzenbestand. Die Ungräser konkurrieren mit den Nutzpflanzen um Licht, Nährstoffe, Wasser und Standraum. Auch können die Wildgräser Zwischenwirte für Schädlinge und Krankheiten sein, sowie Giftstoffe enthalten oder die Pflege und Ernte von Nutzpflanzen behindern. (Siehe auch Unkraut).

Unkraut

Auch als Beikräuter bezeichnet: Unerwünschte Gräser (Ungräser) und Kräuter in einem Kulturpflanzenbestand. Die Unkräuter konkurrieren mit den Nutzpflanzen um Licht, Standraum, Nährstoffe und Wasser, behindern die Ernte oder verunreinigen die Ernteprodukte. Damit beeinträchtigen sie Menge und Qualität der Erträge. Besonders Hackfrüchte sind wegen ihrer langsamen Jugendentwicklung im Frühjahr anfällig für Unkräuter, während Getreide eine deutlich größere Konkurrenzkraft aufweist. Allerdings können Unkräuter oder Ungräser auch im Getreideanbau zu deutlichen Ertragseinbußen und Ernteerschwernissen führen. Bekämpft werden diese Pflanzen entweder mechanisch, etwa mit dem Pflug, Grubber, Hackmaschinen oder Striegel, chemisch mittels Herbiziden, gelegentlich auch thermisch durch Wegbrennen, oder biologisch, etwa durch Auswahl besonders konkurrenzstarker Kulturpflanzensorten.

Unkrautbekämpfung

Alle Maßnahmen, die zur Beseitigung und zum Fernhalten von Ungräsern und Unkräutern eingesetzt werden. Es gibt drei Verfahren zur Unkrautbekämpfung: die mechanische, die chemische und die thermische Behandlung der unerwünschten Unkräuter und Gräsern. (vgl. Striegel, Hackmaschine, Herbizide).

Unland

Nicht der landwirt- oder forstwirtschaftlichen Nutzung dienende Flächen (Hänge, Bahn- und Straßendämme, Gebüsche, Geröllhalden usw.).

Unterboden

Liegt unter dem humosen und meist dunkelgefärbten Oberboden. Er ist je nach dem Ausgangsgestein graubeige, beige oder bräunlich bis rostbraun und z. T. mit Pflanzennährstoffen angereichert, die aus dem Oberboden ausgewaschen wurden. Der Unterboden ist i. d. R. wenig belebt und humusarm oder humusfrei.

Unterdrucklüftung

Lüftungssystem in Ställen, in denen die Abluft abgesaugt wird.

Untersaat

Saatverfahren, bei dem zwei Fruchtarten gemeinsam angebaut werden. Meist sät man kleeartige Pflanzen, gemischt mit Gras oder in Reinsaat, als "Untersaat" unter Getreide (Deckfrucht). Nach der Ernte der Haupt- oder Deckfrucht kann die Untersaat weiterwachsen, schützt den Boden und liefert rasch Ertrag (siehe auch Zwischenfruchtbau).

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Variable Kosten

Entstehen bei der Produktion in Form von Kosten für z. B. Saatgut, Dünger, Maschinen, Kraftfutter, Einstreu, Behandlung der Tiere, Impfungen, etc.

Vegetation

Damit bezeichnet man die Pflanzendecke eines Gebietes oder Standortes. Diese Pflanzendecke ist jeweils an den Standort angepaßt. Mit diesem Begriff werden auch die landwirtschaftlichen Kulturpflanzenbestände umfaßt.

Vegetationsdecke

Siehe Vegetation

Vegetative Entwicklung

Bezeichnet die Wachstumsvorgänge von Pflanzen bis zur Ausbildung der Blüte, d. h. die ungeschlechtliche Entwicklung. Demgegenüber werden Blüte, Befruchtung und Samenbildung als generative (geschlechtliche) Entwicklung bezeichnet.

Verdauungsorgane des Geflügels

Das Verdauungssystem beginnt mit dem Schnabel. Er überprüft die aufgenommenen Futterteile per Tastsinn, bevor sie geschluckt werden. Über die Speiseröhre gelangen sie in Kropf und Magen. Das Huhn hat einen zweigeteilten Magen: zuerst wird das Futter im Muskelmagen mit Hilfe aufgenommener Steinchen oder Muschelgrit zerkleinert, bevor es im Drüsenmagen mit Enzymen für die Verdauung im Darm vorbereitet wird. Der Darm besteht aus Dünndarm und Dickdarm. Letzterer mündet in die Kloake, aus der Kot gemeinsam mit dem Harn ausgeschieden wird.

Verdauungstrakt / Kuh

Eine Kuh hat 4 Mägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen) mit insgesamt 110 bis 230 Litern Fassungsvermögen. Daran schließen sich der Dünndarm und der Dickdarm mit einer Länge von 35 bis 60 Metern an. Im Darm findet der größte Teil der Nährstoffaufspaltung statt. Siehe auch Wiederkäuer.

Verdichtung

Im Boden entsteht eine Verdichtung z. B. durch zu hohen Bodendruck bei feuchten Böden. Dadurch werden der Luft- und Wasserhaushalt und die Durchwurzelbarkeit des Bodens beeinträchtigt und eventuelle Ertragseinbußen verursacht. Bodenverdichtungen können durch technische Maßnahmen (z. B. Breitreifen, variabler Reifeninnendruck) und ein Befahren des Bodens bei trockenen Verhältnissen verhindert und z. T. durch tiefwurzelnde Pflanzen oder durch eine sogenannte Tieflockerung wieder rückgängig gemacht werden.

Veredlung

Umwandlung von pflanzlichen Futtermitteln in hochwertige tierische Lebensmittel (Fleisch, Eier, Milch usw.).

Veredlungsbetrieb

Betriebe, die sich auf die Veredlung, also die Weiterverarbeitung pflanzlicher Produkte (Futterpflanzen) zu tierischen Nahrungsmitteln (Eier, Milch, Fleisch etc.) spezialisiert haben. Futtermittel, die für die menschliche Ernährung nicht geeignet sind (Silage, Heu, Weidegras) aber auch Kartoffel und Getreideerzeugnisse werden als Futtermittel in der Rinder-, Geflügel- und Schweinehaltung verwendet. Wirtschaftliche Voraussetzung ist, daß der Erlös über die Veredlung mindestens so hoch ist wie der Erlös aus einem direkten Verkauf der so verwendeten Futterstoffe, und daß mit diesem Erlös auch die Veredlungskosten abgedeckt werden.

Verkaufserlös

Der erzielte Betrag für veräußerte Waren ohne Abzug von Kosten, meist als geldwerter Ertrag je Einheit angegeben. Bespiel: Anbau von 50 Hektar Weizen mit einem durchschnittlichen Ertrag pro Hektar von 70 Doppelzentnern: 50 Hektar * 70 Doppelzentner * xx DM = Verkaufserlös.

Viehbestand

Anzahl aller Tiere eines landwirtschaftlichen Betriebes. Wird in Deutschland vom Landwirtschaftsministerium über Viehzählung erfaßt und im Statistischen Jahrbuch veröffentlicht.

Viehfutter

Futter für die Tiere.

Viren

Viren sind Erreger von Infektionserkrankungen (s. Infektionskrankheiten). Sie gehören zu den kleinsten Einheiten von Lebewesen, die in tierische und pflanzliche Zellen eindringen und sie schädigen können. Die Viren brauchen die Zellen, die sie besetzen, um sich zu vermehren. Beispiele für Viruserkrankungen sind die Schweinepest und die Maul- und Klauenseuche, da sie alleine keinen Stoffwechsel betreiben können. Sie sind also keine Organismen im engeren Sinne.

Volierenhaltung

Ist eine Kombination aus Käfig- und Bodenhaltung. Legehennen werden in großen Gruppen auf mehreren, frei wählbaren Ebenen gehalten. Zur Zeit werden in Deutschland weniger als 1% der Hennen in Volieren gehalten. Die Käfige sind wie in der Batteriehaltung übereinander angeordnet, sind aber offen, so daß die Hennen ihren Aufenthalt frei wählen können. Die Ställe können z. B. mit Strohhäcksel oder Hobelspänen ausgestreut werden und z. T. haben sie einen überdachten Auslauf. Sitzstangen gehören ebenfalls zur Stalleinrichtung. Einzel oder Familiennester mit Handsammlung oder Sammelautomatik für Eier können wahlweise eingesetzt werden. Die Tiere werden auf den verschiedenen Ebenen automatisch mit Futter und Wasser versorgt. Vorteile: Festere Flügel und Beinknochen durch Bewegung, normale Krallenabnutzung, weniger haltungsbedingte Zehen und Krallenveränderungen. Die meisten Verhaltensweisen sind möglich bei einer geringen Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Bedrängte Tiere haben die Möglichkeit auszuweichen. Das Stallklima ist günstiger als in der Bodenhaltung, da die Besatzdichte höher ist. Die Produktionskosten sind bei guter Leistung der Tiere und hoher Besatzdichte relativ günstig, aber höher als in der Käfighaltung. Nachteile: Der Kontakt der Tiere mit den Exkrementen erhöht das Risiko des Befalls mit Darmparasiten (Kokzidien, Würmern). Bei Holz als Konstruktionsmaterial, bei verwinkelter Bauweise, Altbauten und Nestern mit Einstreu erhöhtes Risiko eines Milbenbefalls. Insgesamt ist eine höhere Krankheitsanfälligkeit und eine schnellere Ausbreitung von Erregern sowie höhere Tierverluste als in der Käfighaltung gegeben. Das Verhalten ist aufgrund der größeren Gruppen stärker durch soziale Auseinandersetzungen geprägt. Die Hennen haben die Möglichkeit, Eier zu verlegen.

Vollspaltenboden

Der Boden im Stall besteht abwechselnd aus Balken (Auftrittsfläche für die Tiere) und schmalen Spalten (Durchlaß für Kot und Harn). Beim Vollspaltenboden ist der gesamte Freß-, Liege- und Bewegungsbereich mit Spaltenboden ausgestattet (vgl. Teilspaltenboden).

Vorfrucht

Feldfrucht, die im Jahr zuvor auf der gleichen Fläche angebaut wurde (Fruchtfolge). Sie kann ökologische Auswirkungen auf die aktuelle Frucht haben, zum Beispiel Humuszufuhr oder Reduzierung des Krankheitsbefalls bei einer idealen Vorfrucht; bei Wahl der falschen Vorfrucht können sich aber auch Probleme ergeben, etwa durch die Begünstigung bestimmter Schädlinge, die beide Kulturen als Wirtspflanzen nutzen und sich deshalb stark vermehren können.

Vorleistungen

Die monetär bewertete Summe aller für die eigene Produktion eingekauften Roh, Hilfs und Betriebsstoffe sowie aller fremden Dienstleistungen (z. B. Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel usw.)

Vormagen

Wiederkäuer besitzen 4 Mägen. Davon sind 3 Mägen dem "echten" Drüsenmagen vorgeschaltet. Im Vormagen wird die pflanzliche Nahrung mit Wasser vermischt, mit Hilfe von Mikroorganismen vorverdaut und mechanisch gründlich durchmischt. (Siehe Wiederkäuer)

Vormast

Gewichtsabschnitt in der Phasenfütterung, vom Aufstallen der Ferkel bis zum Gewicht von ca. 40 kg. In dieser Zeit wachsen die Schweine sehr schnell und verfetten nicht so schnell. Daher bekommen sie anderes Futter.

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Wachstumsregulatoren

Werden u. a. im Ackerbau bei Getreide und Raps eingesetzt, um die Halme zu verkürzen und die Halmwände zu verstärken. Dadurch sinkt die Gefahr, daß die Halme knicken (siehe Lager), was meistens Ertragseinbußen zur Folge hat.

Walzen

Werden für die Nachbearbeitung und Einebnung der Bodenoberfläche genutzt. Bei Walzen gilt allgemein, daß ihre Wirkung auf den Boden umso intensiver ist, je höher ihr Gewicht, je langsamer die Fahrgeschwindigkeit und je rauher ihre Oberfläche ist.

Wärmelampe

Da neugeborene Ferkel eine recht hohe Umgebungstemperatur von etwa 30 C benötigen, werden Wärmelampen oder auch Gasstrahler eingesetzt, die im Ferkelnest die erforderliche Wärme abgeben.

Warndienst

Die kurzfristige Vorhersage des massierten Auftretens von Schädlingen und Krankheiten. Damit wird eine gezielte, wirtschaftlich sinnvolle und ökologisch akzeptable Anwendung von Pflanzenschutzmitteln deutlich gefördert. Die Verbreitung dieser Informationen wird vom amtlichen Pflanzenschutzdienst über die einschlägige Presse, Rundfunk und Telefon sowie durch schriftliche Benachrichtigungen (z. B. auch über Fax) übernommen. Unabhängig davon sollte der Betriebsleiter seine Bestände regelmäßig kontrollieren.

Wartezeit

Oder Karenzzeit nennt man den gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung eines Pflanzenschutzmittels oder Tierarzneimittels und der Ernte bzw. Schlachtung. Grund dafür ist, daß etwaige Reste des Mittels in und auf der Pflanze bzw. vom Tier soweit abgebaut sein müssen, daß sie unter der aus Vorsorgegründen für die menschliche Gesundheit geduldeten Höchstmenge liegen. Ein Überschreiten der zulässigen Höchstmengen deutet darauf hin, daß ein Mittel nicht in der richtigen Menge angewendet oder daß die Wartezeit nicht eingehalten wurde. Die Länge der Wartezeit ist für jedes Mittel in der Gebrauchsanleitung angegeben.

Wasserbedarf (von Tieren und Pflanzen)

Tiere: Ferkelführende Sauen trinken bis zu 25 Liter Wasser pro Tag (10 Liter für die Sau + ca. 1,5 Liter je Ferkel). Ferkel benötigen ca. 1/2 bis 1 Liter pro Tag. Auf der Weide braucht eine Milchkuh ca. 20 bis 40 Liter Wasser, im Stall bei Trockenfutter (Heu) ca. 40 bis 80 Liter Wasser pro Tag.

Pflanzen: In der Hauptwachstumszeit haben die Pflanzen einen hohen Wasserbedarf. Bei Getreide liegt der höchste Wasserbedarf vor der Bestockung bis zur Blüte, bei Kartoffeln bis zur Blüte, bei Zuckerrüben während der Blattentwicklung.

Wasserbetten

Sind dünne wassergefüllte Matten im Liegebereich von Laufställen, die den Liegekomfort der Tiere erhöhen.

Wasserschutz

Das Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für alle Menschen, Tiere und Pflanzen. Als Gewässer gelten alle Flüsse, Seen, Teiche (Oberflächengewässer) und die im Boden oder Untergrund wasserführenden Schichten (Grundwasser). Obwohl in Deutschland wie auch in anderen westeuropäischen Ländern jährlich ausreichend Niederschläge, günstig verteilt auf das ganze Jahr fallen und die Neubildung von Grundwasser recht hoch ist, bedarf es eines umfassenden Wasserschutzes. Wichtigste Quelle für die Neubildung des Grundwassers sind die durch Grünland und Acker genutzten landwirtschaftlichen Betriebe. Je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche versickern jährlich etwa 200 mm der insgesamt 700 mm, die durchschnittlich als Niederschläge fallen. Zwei Millionen Liter Wasser gelangen somit pro Hektar ins Grundwasser. Das versickernde Wasser erhält seine chemische Prägung (Inhaltsstoffe) hauptsächlich beim Versickern durch den Bodenkörper. Daher ist Wasserschutz auch eine wichtige Angelegenheit der Landwirtschaft. Sie hat enorme Anstrengungen unternommen, um mögliche Belastungen des Wassers durch unerwünschte Stoffeinträge so gering wie möglich zu halten. Das heißt in erster Linie, daß Düngemittel und Pflanzenschutzmittel so eingesetzt werden, daß die hohe Qualität des Wassers gewahrt bleibt. "Integrierter Pflanzenbau" heißt das Stichwort für eine umweltschonende Bodenbewirtschaftung: Konsequent wenden Landwirte dabei Dünge- und Pflanzenschutzmittel nur nach dem wirklichen Bedarf an; dazu wird z. B. die Nährstoffversorgung der Böden regelmäßig analysiert. Auch die Gesundheitspolitik setzt Maßstäbe zum Schutz des Wassers: Erst 1998 hat die Europäische Union (EU) eine Neufassung der "Richtlinie über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch" beschlossen, die die Trinkwasserrichtlinie von 1980 ablöst. Damit soll eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch verunreinigtes Wasser noch wirksamer verhindert werden.

Weide

Grünland, auf dem Vieh grast (weidet). Betriebswirtschaftlich ist das günstiger als die Gewinnung von Heu, da der Futterkauf bzw. die Futterbergung entfällt. Allerdings ist nicht alles Grünland für die Weidenutzung geeignet. Außerdem muß darauf geachtet werden, daß die Weide nicht durch zu viele Tiere übernutzt wird (zu hohe Besatzdichte) und ihr nach der Beweidung ausreichend Zeit zum Erholen von Biß und Tritt des Viehs gewährt wird.

Weidepflege

Umfaßt verschiedene Maßnahmen, damit über mehrere Jahre nur die gewünschten Gräser und Kräuter auf Wiesen und Weiden wachsen. Maßnahmen sind z. B. das Verteilen von Maulwurfshügeln, das Kurzmähen vor dem Vegetationsende oder auch das Nachsäen von Kahlstellen.

Weizen

In Deutschland die wichtigste Getreideart. Pro Jahr werden davon weltweit rund 650 Millionen Tonnen geerntet. Würde man diese unvorstellbar große Menge in die Waggons eines Güterzugs verladen, dann würde dieser Zug so lang sein, daß er fünfmal um den Äquator reichen würde! Es gibt weltweit über 1.000 Weizensorten mit unterschiedlichen Ansprüchen an Boden und Klima. Auch die Mahl- und Backeigenschaften unterscheiden sich erheblich. Die Eignung für die Verwendung als Back- oder Futterweizen ist eine typische Sorteneigenschaft.

Welternährung

Die Gesamtmenge an Nahrung, die weltweit erzeugt wird, reicht aus, um jedem heute auf der Welt lebendem Menschen eine auskömmliche Ernährung von rund 2700 kcal pro Tag zu sichern, Jedoch ist durch ungleiche Erzeugung und Verteilung der Nahrungsgüter die Versorgung vieler Millionen Menschen nicht gesichert. Mit der rasch wachsenden Weltbevölkerung in den nächsten 25-30 Jahren wird sich das Ungleichgewicht zwischen Überschuß und Mangelregionen noch weiter verschärfen. Tatsächlich leiden heute bereits über 800 Millionen Menschen chronischen Hunger, und viele weitere sind unterernährt. Armut und Kriege verhindern, daß diese Menschen Zugang zu den Produktionsfaktoren Boden, Wasser, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Vieh, Maschinen usw. erhalten. Viele erzeugte Produkte verderben durch unzureichenden Schutz der Vorräte vor Krankheiten und Schädlingen. In Entwicklungsländern funktionieren die Märkte nicht, oder nicht ausreichend, so daß die Landwirte ihre Produkte nicht zu fairen, d. h. ausreichenden Preisen verkaufen können. Eine nachhaltige Sicherung der Welternährung, die nur über eine Intensivierung der Produktion in den Entwicklungsländern selbst sowie langfristig über eine Drosselung des Bevölkerungswachstums zu erreichen ist, setzt politische und soziale Stabilität voraus. Hiervon sind wir gegenwärtig noch weit entfernt. Dabei ist jedoch wichtig, daß in den Entwicklungsländern nicht noch weitere "natürliche Areale" wie Steppen oder Urwälder gerodet und unter den Pflug genommen werden. Deshalb werden die industrialisierten Länder in klimatisch begünstigten Lagen immer eine gewisse Überschußproduktion aufrecht erhalten müssen, um anderen Regionen im Fall von Naturkatastrophen (Dürre, Heuschreckenplage, Flut etc.) oder im Fall von Unruhen (Bürgerkriege etc.) Nahrungsmittelhilfen zur Verfügung stellen zu können.

Wender

Gerät, das gemähtes Gras auf dem Feld wendet und damit besser und schneller trocknen läßt (siehe Heu).

Werfen

anderes Wort für gebären (siehe auch Geburt).

Wiederkäuer

Tiere mit einem besonderen, ihrer Pflanzennahrung (vor allem Gräser) angepaßten Verdauungssystem (siehe Verdauungstrakt). Sie besitzen vier Mägen: den Labmagen, den Pansen sowie den Netz- und Blättermagen. Zu den Wiederkäuern gehören Rinder, Schafe, Ziegen, aber auch Hirsche, Antilopen, Giraffen und Gazellen. Sie alle ernähren sich im wesentlichen von Gras, das wenig Nährstoffe, aber viel unverdauliche Gerüstsubstanz wie zum Beispiel Cellulose enthält. Daher beherbergen sie im größten der Vormägen, dem Pansen (beim Rind bis 180 Liter Inhalt!) eine Fülle von verschiedenartigen Mikroorganismen, die diese Cellulose chemisch aufschließen können. Beim Fressen wandert der grob zerkaute Grasbrei mit viel Speichel zunächst in den Pansen sowie in den Netzmagen. Nach einiger Zeit würgen die Wiederkäuer den Panseninhalt nochmals portionsweise ins Maul, zerkauen ihn gründlich und schlucken ihn wieder herunter. Die Mikroorganismen zerlegen ihn währenddessen, setzen Nährstoffe frei und dienen zudem ihrerseits als eiweißreiche Nahrung und Vitaminquelle. Dank dieser Einrichtung können Wiederkäuer nicht nur minderwertiges Futter verdauen, sondern auch in kurzer Zeit (Gefahr durch Raubtiere auf offenen Grasflächen!) einige Kilo hinunterschlucken und es erst danach an geschützten Stellen in Ruhe aufbereiten und verdauen. Fachausdrücke für typische verdauungsbegleitende Vorgänge, bei denen Gase sich im Darm ansammeln: Flatus oder Flatulenz (Darmblähung), Ructus (Rülpsen), Winde (abgehende Blähung, Entweichen von Gasen aus dem After).

Wiederkautätigkeit

siehe Wiederkäuer.

Wiese

Grünland, das nicht beweidet (Weide), sondern nur zur Heu- oder Silage-Gewinnung genutzt wird. Je nach Boden, Lage und Klima finden sich unterschiedliche Pflanzen ein, dazu eine Fülle von Insekten. In der Regel wachsen hier umso mehr Arten, je magerer (d. h. nährstoffärmer) der Boden ist. Eine solche Nährstoffarmut bedeutet jedoch auch, daß weniger und geringer wertiges Futter heranwächst; deshalb sind viele solcher Magerstandorte in der Vergangenheit aufgedüngt worden. Manche der auch heute noch extensiv genutzten Wiesen stellen aufgrund ihrer Artenzusammensetzung wertvolle Ökosysteme dar. Dagegen wachsen auf intensiv genutzten, stärker gedüngten Wiesen nur noch wenige Grasarten, die mehrmals im Jahr gemäht werden können und ein hochwertiges Futter liefern. Wiesen und Weiden als Bestandteile unserer Kulturlandschaft sind auf die regelmäßige Nutzung (Mähen oder Beweiden) angewiesen. Wenn diese Nutzung unterbleibt, verbuscht das Grünland sehr rasch und es sprießen nach kurzer Zeit Büsche und Bäume. Daher ist eine schonende landwirtschaftliche Nutzung zum Erhalt wertvoller Wiesen unumgänglich (Landschaftspflege).

Windeier

Wind oder Fließeier werden mit extrem dünner bzw. überhaupt nicht ausgebildeter Eierschale gelegt und laufen meist beim oder kurz nach dem Legen aus. Sie entstehen durch eine Drüsenstörung im Legetrakt, wodurch die Einlagerung von Kalk verhindert wird.

Windschutznetz

Dienen in Ställen mit einem freien Luftaustausch zwischen innen und außen (Kaltluftställe) dazu, die Tiere im Stall vor Zugluft zu schützen. Sie bilden anstelle einer festen Wand eine durchlässige Abtrennung des Stalls, senken die Baukosten und sind gut für die Luftführung und die Tiergesundheit.

Wintergerste

Siehe Gerste und Wintergetreide.

Wintergetreide

Eine Getreideform, die zum Schossen und Ährenbilden einen Kältereiz braucht. Wintergetreide wird im Herbst ausgesät. Es ist normalerweise der jeweiligen Sommergetreideform z. B. im Reifezeitpunkt und in der Ertragssicherheit überlegen.

Winterraps

Der Anbau von Winterraps ist wesentlich ertragreicher als der Anbau von Sommerraps und wird daher bei uns fast ausschließlich praktiziert. Winterraps wird im August mit 4 bis 6 Kilogramm pro Hektar gesät. Als Anbauziel sind Kornerträge von 25 bis 45 Dezitonnen pro Hektar, die im Juli gedroschen werden.

Wirtschaftsdünger

Organische Dünger landwirtschaftlicher Betriebe, die in der Pflanzenproduktion zur Ergänzung der Mineraldüngung und zum Anheben des Humusgehalts im Boden verwendet werden. Die wichtigsten tierischen Wirtschaftsdünger sind Stallmist, Jauche und Gülle, die pflanzlichen Stroh- und andere Pflanzenrückstände (siehe auch Gründüngung).

Wirtschaftsfuttermittel

Siehe Grundfutter.

Wirtschaftsgebäude

Dienen der Unterbringung von Vieh, Pflanzen und Maschinen, z. B. Stallungen, Vorratsräume, Werkstätten, Maschinenraum. Es sind also Bauten, die dem Produktionsprozeß dienen, indem sie z. B. Tiere und Getreide vor ungünstigen Klimaeinflüssen schützen.

Wirtschaftsmast

Mast landwirtschaftlicher Nutztiere unter Verwendung von selbst erwirtschaftetem Grundfutter. Als Mastverfahren wird sie in der Bullenmast (wo sie meistens aus Vor- und Endmast zusammengesetzt ist), in der Schaf- und Ochsenmast angewendet.

Wurf

Geschwistertiere bei Mehrlingsgeburten z. B. eine Ferkelgruppe aus einer Geburt.

Wurfleistung/Schwein

Anzahl der jährlich aufgezogenen Ferkel je Sau.

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Zähne / Rind

Das Gebiß eines ausgewachsenen Rindes besteht aus 8 schaufelartigen Schneidezähnen und je 12 Backenzähnen im Unter- und Oberkiefer (insgesamt 32 Zähne).

Zapfwelle

Ein Getriebeteil am Traktor und der Kupplungspunkt zur Abnahme mechanischer Antriebsleistungen für angebaute (zapfwellengetriebene) Geräte.

Zertifiziertes Saatgut

Besonders überprüftes und anerkanntes Saatgut (siehe Sortenschutz).

Ziege

Eines der ältesten Haustiere, noch vor dem Rind domestiziert (s. Domestikation) (wahrscheinlich aus der Bezoarziege). Sie ist außerordentlich genügsam und kommt als Wiederkäuer mit geringwertigem Futter aus. Dank ihrer guten Kletterkünste weidet sie sogar sehr schwer zugängliche Stellen etwa an Böschungen ab. Als "Kuh des armen Mannes" wird sie vorwiegend wegen ihres Fleisches, ihrer Milch und der Haut (Fell, Glacé-, Nappa-, Veloursleder) sowie als Tragetier gehalten. Die Angoraziege liefert ein langhaariges, feines und seidiges Fell. Ziegenmilch ist nährstoffreicher als Kuhmilch und wird von vielen Menschen leichter verdaut. Weibliche Ziegen werden etwa 60 Kilogramm schwer, Böcke erreichen 70 bis 80 Kilogramm. Lämmer (Zicklein) werden mit etwa 30 Kilo Schlachtgewicht verkauft.

Zitzen / Rind

siehe Euter.

Zitzen / Schwein

Ein Sau hat ca. 14 Zitzen (2x7) am Gesäuge.

Zoonosen

Infektionskrankheiten, deren Erreger sowohl Tiere als auch Menschen befallen. Bekannteste Zoonosen sind die Salmonellose, die Escherichia coli-Infektion, die Papageienkrankheit sowie Milzbrand oder Tetanus. Betroffen sind vor allem Menschen, die engen Kontakt zu den Tieren haben. Die beste Vorsorge ist eine gute Stallhygiene und die hygienisch einwandfreie Beseitigung von gefallenen Tieren durch die Tierkörperbeseitigung, die in Deutschland seit Anfang des Jahrhunderts durch das Tierkörperbeseitigungsgesetz geregelt wird.

Zucht

Die gezielte Paarung von Eltern(Tiere oder Pflanzen) mit dem Ziel, möglichst die positiven Merkmale beider Eltern (Vererber) auf den Nachwuchs zu übertragen.

Züchtung

Ziel der Züchtung ist die kontinuierliche Verbesserung der Eigenschaften sowie die Kombination der besonderen Eigenschaften einzelner Elternlinien (Tiere und Pflanzen) zur Verbesserung der Leistung (bei Tieren z. B. Milchleistung oder Fleischansatz, bei Pflanzen Ertragspotential, Krankheitsresistenz, wertgebende Inhaltsstoffe o.ä.). Vorraussetzung für eine züchterische Weiterentwicklung ist das Vorhandensein genetisch unterschiedlicher Individuen innerhalb einer Population.

Zuchtziel

Angestrebte Veränderung der Erbeigenschaften (Gene) von Nutztieren bei der auch betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Zuchtziele für Tiere und Pflanzen werden in der Regel von Züchtervereinigungen bestimmt und erarbeitet.

Zuckerrüben

Gehören zu den Beta-Rüben und haben von allen Kulturpflanzen die höchste Nährwertproduktion pro Hektar. Süße Rübensorten werden seit alters her angebaut, aber erst 1801 nahm die erste Rübenzuckerfabrik den Betrieb auf. Heute stammt weltweit ein Drittel des Zuckers aus Rüben, zumal moderne Züchtungen mit durchschnittlich 17 % einen weit höheren Zuckergehalt besitzen als ältere Sorten. Im Gegensatz zur nahe verwandten Futterrübe ist die Zuckerrübe dünner und spitzer geformt und sitzt tiefer im Boden. Geerntet werden Zuckerrüben in einem Arbeitsgang mit dem Bunkervollernter, der die Rüben köpft, rodet (aus der Erde zieht) und auflädt. Die abgeschnittenen Blätter werden nur noch selten zu Silage verarbeitet, sondern werden als Gründünger eingearbeitet. Die Rüben werden vom Feld in die Zuckerfabrik gefahren, die aus ihnen Rohzucker, Melasse und zudem Trockenschnitzel, ein hochwertiges Futter, erzeugt. Weil Rübenzucker als wichtiger Kohlenhydratgrundstoff für viele weitere Verwendungszwecke gilt, hat der Zuckerrübenanbau auch Bedeutung als nachwachsender Rohstoff.

Zulassung

Die Biologische Bundesanstalt (BBA) erteilt dem Hersteller von Pflanzenschutzmitteln für ein bestimmtes Produkt eine Zulassung. Dies jedoch nur, wenn die wissenschaftliche Prüfung des Mittels ergibt, daß es hinreichend wirksam ist und bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung keine nachteiligen Auswirkungen auf den Naturhaushalt und auf den Menschen hat, die nicht vertretbar wären.

Zwangsbelüftung

Stallentlüftung mit Hilfe von Ventilatoren.

Zweinutzungsrasse

Darunter versteht man Rinder-, Schaf-, oder auch Ziegenrassen, die sowohl eine hohe Milch- als auch Fleischleistung bzw. Wolleistung erbringen.

Zwischenfruchtbau

Anbau von schnellwachsenden Pflanzen zwischen zwei Hauptfrüchten (z. B. Kartoffeln und Getreide), wobei die Ernte der Zwischenfrucht nicht zum Verkauf bestimmt ist, sondern als Futter oder zur Gründüngung verwendet wird. Auf den Boden wirkt sich der Zwischenfruchtbau positiv aus: Er lockert einseitige Fruchtfolgen auf, reichert Humus an, schützt vor Erosion und erhöht beim Anbau von Leguminosen den Stickstoff-Vorrat. Unterschieden wird nach Winterzwischenfruchtbau und Sommerzwischenfruchtbau. Beim Winterzwischenfruchtbau werden die Zwischenfrüchte im Spätsommer ausgesät und im April oder Mai geerntet oder als Gründüngung in den Boden eingearbeitet; sie brauchen allerdings viel Wasser. Geeignete Früchte sind Winterraps sowie diverse Grassorten. Zum Sommerzwischenfruchtbau in Form von Stoppelsaaten oder Untersaaten dienen u. a. Körnerleguminosen (Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen), kleeartige Futterpflanzen, Raps und Sonnenblumen.

Zwischenfrüchte

Siehe Zwischenfruchtbau

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